Mit Nachhaltigkeit punkten

Delegierte des CSU-Kreisverbandes Miesbach bestätigen Führungsspitze

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Erste Gratulantin der neuen und alten Führungsriege der Kreis-CSU war Landtagspräsidentin Ilse Aigner (l.). Wiedergewählt wurden in die Führungsspitze (v.l.) Christian Köck, Schatzmeister Johannes Loth, Georg Kittenrainer, Alexander Radwan, Olaf von Löwis, Schriftführer Max Greinwald und Maria Dießl.

Warngau – Bei der Kreisvertreterversammlung des CSU-Kreisverbands im Gasthof Post in Warngau bestätigten kürzlich 92,8 Prozent der 132 Stimmberechtigten Alexander Radwan für die nächsten zwei Jahre als Vorsitzenden. Damit musste sich Radwan mit sechs Prozent weniger als noch 2017 zufriedengeben. Als Stellvertreter wurden mit großer Mehrheit Georg Kittenrainer (Bayrischzell), Maria Dießl (Otterfing), Olaf von Löwis (Holzkirchen) und Christian Köck (Rottach-Egern) wiedergewählt. Neben den Neuwahlen diente die Versammlung aber vor allem der Vorbereitung auf den Kommunalwahlkampf 2020.

Bei der Zusammenkunft der Miesbacher Christsozialen war bei allen Ansprachen die Einstimmung auf den Kommunalwahlkampf im nächsten Jahr deutlich zu hören. Einhellig haben alle Redner die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz hervorgehoben.

Zum Einstieg lobte Radwan den CSU-Wahlkampf zur Europa-Wahl: „Die CSU hat sich stabilisiert und die AfD gedämpft, das ist gut so.“ In diesem Zusammenhang gratulierte er Ilse Aigner zu ihrem Agieren als Landtagspräsidentin: „Im Umgang mit den Fraktionen lässt Du Deine Handschrift schon sehr deutlich erkennen.“ Deutliche Worte fand er zu den Grünen: „Nach Bremen muss jedem klar sein, wer grün wählt, kann auch ganz links aufwachen.“ Im Hinblick auf die Wasserschutzzonen griff Radwan Landrat Wolfgang Rzehak scharf an: „Die Grünen wollen doch immer maximale Transparenz, was auch grundsätzlich richtig ist. Es wäre aber schön, wenn sich die Verantwortlichen hier auch daran halten würden.“ Als Drittes nahm Radwan noch den ÖPNV aufs Korn: „Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen gibt rund drei Millionen Euro für den Busverkehr aus, Miesbach hingegen nur etwa 300.000 Euro.“ Außerdem schrieb er den angestrebten Beitritt zum MVV und die Elektrifizierung des Oberland-Schienennetzes Initiativen der CSU zu.

Dementsprechend begab sich dann Olaf von Löwis als Landrats-Kandidat in Stellung: „Als gelernter Förster liegt mir das Thema Nachhaltigkeit besonders am Herzen. Der Maßstab für politische Entscheidungen müssen unsere Enkel und Urenkel sein.“ Deshalb sei er auch froh, im Kreistag im Ausschuss für Wirtschafts-, Verkehrs- und Tourismus-Angelegenheiten mitgestalten zu können, „weil gerade hier Nachhaltigkeit einen hohen Stellenwert haben muss“. Bezüglich des Höhenflugs der Grünen warnte er, sich nicht von deren „Wolkenkuckucksheimen“ blenden zu lassen. Voll des Lobes war er über die Zusammenarbeit mit den Bürgermeistern des Landkreises: „Es war mir eine Ehre, als deren Sprecher gewählt zu werden.“ Wie von Löwis sagte, wurde auf dieser Ebene vieles auf kurzem Weg auch ohne Unterstützung des Landkreises auf den Weg gebracht: „Das geht von der gegenseitigen Hilfe bei der Unterbringung von Flüchtlingen 2017 bis hin zur Strukturreform der Volkshochschulen.“

Unter großem Applaus trat schließlich Landtagspräsidentin Ilse Aigner ans Rednerpult. Sie zeigte sich besorgt, dass nicht nur sogenannte „Jungwähler“, sondern auch die unter 60-Jährigen der CSU den Rücken kehren und zu den Grünen abwandern: „Dabei sind Nachhaltigkeit und Bewahrung der Schöpfung urkonservative Themen.“ Deswegen brauche sie die CSU auch nicht neu erfinden, sondern sollte sie stärker in den Mittelpunkt rücken. Wie Aigner sagte, beruhen die Säulen der christsozialen Politik auf den Säulen Ökologie, Ökonomie und Sozialem. „Das dürfen wir nicht auseinanderdefinieren, sondern müssen es als Ganzes sehen“, erklärte sie und nannte dazu als Beispiel das Artenschutzbegehren. „Ich habe bei den Landwirten die extreme Demoralisierung gespürt und diese Frustration macht mir große Sorgen. Bei 18,7 Prozent Zustimmung hätte ein Konkurrenzantrag aber keine Chance gehabt. Wir können jetzt nur versuchen, mit Begleitverordnungen die Härten für unsere Landwirte herauszunehmen.“ Auch die Problematik bei der Oberlandbahn sprach Aigner an: „Wir haben für die Ausplanung der Elektrifizierung richtig Geld in die Hand genommen und uns für neue Züge stark gemacht. Damit die Attraktivität für den ÖPNV steigt und das Angebot Zug und Bus zusammenpasst, muss aber jetzt auch der Landkreis aktiv werden.“hac

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Die Beisitzer des CSU-Kreisverbandes: Anian Bichlmaier, Georg von Preysing, Sibylle von Löwis, Martina Ettstaller, Leonhard Obermüller, Gabriele Dorby, Lisbeth Leidgschwendner, Christina Greinwald, Alfred Mittermaier, Johanna Wunderle, Christoph Schmid, Hubert Lacrouts, Martina Eck sowie Christine Schiffner.

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