Deutlich weniger Azubis

IHK für Oberbayern warnt: Wirtschaft fehlt der Fachkräftenachwuchs

Trotz der Schwierigkeiten in vielen Branchen durch die Corona-Krise bleibt die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen im Bereich der IHK hoch.
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Trotz der Schwierigkeiten in vielen Branchen durch die Corona-Krise bleibt die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen im Bereich der IHK hoch.
  • vonKatja Schlenker
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Landkreis – Über 160 Lehrstellen im Landkreis Miesbach sind im Corona-Jahr 2020 unbesetzt geblieben. Die IHK für München und Oberbayern warnt vor den Folgen.

258 Auszubildende haben 2020 in Betrieben aus Industrie, Handel und Dienstleistungen im Landkreis Miesbach eine duale Berufsausbildung begonnen. Das entspricht einem Minus von 8,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr, teilt die IHK für München und Oberbayern mit. 196 der Neuverträge wurden in kaufmännischen Berufen abgeschlossen, 62 in gewerblich-technischen. Der Ausbildungsmarkt habe sich trotz Corona-Krise als robust und aufnahmefähig erwiesen. Laut Zahlen der Arbeitsagentur vom September 2020 blieben über 160 Lehrstellen im Landkreis unbesetzt.

Vor allem die sinkende Anzahl von Schulabsolventen aus den allgemeinbildenden Schulen wirke sich nachteilig auf den Bewerbermarkt aus. Nach Angaben des Kultusministeriums ging diese bayernweit im Vergleich zum Vorjahr um 4,9 Prozent zurück. Besonders hohe Rückgänge waren bei Bewerbern zu verzeichnen, die alternativ ein Studium wählen können. Sie beliefen sich auf minus 15,5 Prozent bei Bewerbern mit allgemeiner Hochschulreife und auf minus 8 Prozent bei Bewerbern mit Fachhochschulreife.

„Viele Betriebe wollen ausbilden, weil sie auf die Zukunft setzen, und deshalb benötigen sie dringend Fachkräftenachwuchs“, sagt Petra Reindl, Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Miesbach. „Leider hat die Pandemie nahezu alle Maßnahmen zur Berufsorientierung für Schüler zum Erliegen gebracht. Auch die wichtige Bewerbungsphase im Frühjahr hat darunter gelitten. Schnupperpraktika, Ausbildungsmessen und persönliche Bewerbungsgespräche konnten nicht stattfinden.“ Trotz aller Unsicherheiten setzen die Unternehmen auf engagierte und top ausgebildete Fachkräfte. Jeder Azubi sei für sie ein Gewinn.

Angesichts des Lockdowns sei es laut Reindl umso wichtiger, in der Berufsorientierung alle Register zu ziehen. Man müsse neue Wege gehen und digitaler werden. Bestes Beispiel dafür seien die Webinare der IHK-Ausbildungs-Scouts. Dabei berichten Azubis von ihrem Berufs- sowie Ausbildungsalltag und stellen sich den Fragen der Teilnehmer. „Diese jungen Leute können Schülern und Eltern am besten erklären, wie eine Ausbildung funktioniert und welches solide Fundament jeder Azubi damit für seine berufliche Karriere legt“, sagt die IHK-Vorsitzende.

Bei den Top-IHK-Berufen führten 2020 bei den Azubi-Neuverträgen Einzelhandelskaufleute und Hotelfachleute die Liste an, gefolgt von Köchen. Auf den dritten Platz kamen Kaufleute für Büromanagement. Bei den Mädchen lag Hotelfachfrau an der Spitze, bei den Buben Einzelhandelskaufmann. Insgesamt starteten die IHK-Azubis ihre Ausbildung in 51 verschiedenen Berufen von der Automobilkauffrau bis zum Vermessungstechniker. Die IHK ist für mehr als 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse zuständig und betreut 221 aktive Ausbildungsbetriebe im Landkreis. ksl

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