Gemeinde setzt auf Information und Beteiligung / Auftaktveranstaltung mit Modell

Im Dialog zur Waakirchner Dorfmitte

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Das Modell für die neue Waakirchner Dorfmitte fand große Beachtung.

Waakirchen – Werden die bisherigen Planungen fortgesetzt oder gestoppt? Die Bürger entscheiden am 7. Juli darüber, wie es mit der Waakirchner Ortsmitte weitergeht. An diesem Tag fallen die Würfel in Sachen Bürger- und Ratsbegehren. Die Gemeinde hat nun einen Informations- und Beteiligungsprozess gestartet, der mit Ortsbegehungen, Stammtischen und Themenabenden einhergeht. Den Auftakt bildete am Dienstagabend ein Informationsmarkt in der Turnhalle. Hier wurde neben Plänen und Erläuterungstafeln auch ein extra gefertigtes Modell präsentiert.

„Dialog Neue Dorfmitte“ – unter diesem Motto steht die Offensive, bei der sich die Bürger informieren und einbringen können. „Wir wollen in Dialog mit den Bürgern treten“, hob Projektleiter Daniel Schreyer vom Münchner Kommunikationsunternehmen Hendricks & Schwartz hervor. Bis zum Abstimmungstag seien zehn Termine in den Ortsteilen angesetzt. „Wir kommen zu den Bürgern“, kündigte Schreyer an. Zudem würden auf der Internetseite der Gemeinde Informationen zugänglich gemacht und an die Haushalte Broschüren verschickt. Der Projektleiter ermunterte die Bürger, Ideen und Vorstellungen auf bereitgestellten Karten einzutragen oder sich via E-Mail zu beteiligen.

„Wir sind ganz klar für eine Neuplanung“, legte Michael Futschik den Standpunkt des Bürgerbegehrens dar. Stellvertretend für die 562 Bürger sprechend, die ihre Unterschrift geleistet hatten, erklärte Futschik, dass die geplante Bebauung nicht dem dörflichen Charakter von Waakirchen entspreche und für diesen Standort nicht angemessen sei. „Das Gelände ist zu wertvoll, um es ohne Bedacht und Weitsicht einer Bebauung zuzuführen“, machte er deutlich. Wenn überhaupt, dann käme für ihn und seine Mitstreiter nur eine mäßige Bebauung mit maximal zwei bis drei Wohnhäusern in Frage. Ferner war bei Futschiks Vortrag von der Errichtung eines Heimatmuseums mit Café oder Eisdiele sowie der Schaffung von Arbeitsplätzen im Sinne von Coworking die Rede. Bei einem anderen Vorschlag ging es um die Bildung eines Plateaus als Begegnungsstätte mit dazugehörigem Parkplatz. Futschik warf aber auch Fragen in den Raum, wie: „Was brauchen wir in Waakirchen? Warum soll so teuer gebaut werden?“

CSU-Gemeinderat Georg Rausch nannte eine Reihe von „guten Gründen“ für die neue Dorfmitte. „Der gesamte Ortskern wird durch das ergänzende gewerbliche und soziale Angebot belebt und seine Anziehungskraft für Einheimische und Touristen gesteigert“, hob Rausch hervor und merkte an: „Tegernsee und Bad Tölz sind touristische Hochburgen. Warum sollen wir als ‚Transitdorf‘ nicht auch ein bisschen von dem Kuchen abbekommen?“ Mit der Schaffung von 25 bis 27 barrierefreien Wohnungen entstehe bezahlbarer Wohnraum. „Es sind keine Sozialwohnungen“, erklärte Rausch. Der Dorfplatz gelte als zentraler Treffpunkt für alle Bürger. Hier könnten Veranstaltungen wie der Adventsmarkt und Platzkonzerte attraktiver ausgerichtet werden. Wohnungen, gewerbliche Flächen für eine Eisdiele oder ein Café, für Praxen, Büros oder einen Pflegedienst, Tiefgarage -– „das Projekt ist solide finanziell durchgerechnet und seine Finanzierung gesichert“, tat Rausch kund.

Bevor Architekt Hans Hagleitner Details der aktuellen Planung erläuterte, gab es zwischen ihm und Futschik ein kurzes, wenn auch heftiges Wortgefecht. Hagleiter warf Futschik vor, Fakten wiederholt falsch dargestellt zu haben. Darauf Futschiks hitzige Reaktion: „Ich lasse mich von Ihnen nicht provozieren.“ Projektleiter Schreyer sorgte schnell für Ruhe und der Informationsabend ging weiter. Hagleitner erklärte, dass sich die fünf geplanten Wohn- und Geschäftshäuser um den 1200 Quadratmeter großen Dorfplatz gruppieren. Für das Projekt „Neue Dorfmitte“ müssten zwar neun Bäume gefällt werden, dafür würden aber anschließend 19 Großbäume gepflanzt, ließ der Architekt wissen und fasste zusammen: „Die Situation wird verbessert.“ rei

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