Langsam, wenn es eng wird

Diese vier Einbahnstraßen in Miesbach werden für Radfahrer geöffnet

Miesbach Kolpingstraße Einbahnstraße
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Radfahrer dürfen bald auch entgegen der Einbahnrichtung in die Kolpingstraße in Miesbach fahren.

Miesbach – Vier Einbahnstraßen in Miesbach hat der Bauausschuss jüngst für Radfahrer freigegeben, damit sie diese auch in Gegenrichtung nutzen können.

Im neuen Anlauf hat es nun geklappt. Schon mehrfach haben Miesbacher Stadträte über die Öffnung von Einbahnstraßen in Gegenrichtung für Fahrradfahrer diskutiert. Aber lediglich für die Birkenstraße gilt bisher die Ausnahme. Das ändert sich nun. Der Bauausschuss hat jüngst beschlossen, vier weitere Einbahnstraßen für Radler zu öffnen.

„Ich bin ein Befürworter“, schob Bürgermeister Gerhard Braunmiller voraus und sagte: „Jetzt will ich das Thema nochmal aufgreifen.“ Die Verwaltung habe eine Menge Informationen eingeholt. Demnach seien die Erfahrungen anderer Kommunen im Landkreis, etwa Holzkirchen, durchweg positiv. Auch die Polizei habe nichts dagegen, erklärte Braunmiller. Er schlug deshalb vor, Kolping-, Stöger-Ostin-, Fraunhofer und Waag­straße sowie den Marktplatz und den untereren Bereich des Marienplatzes für Radfahrer in beide Richtungen freizugeben. Am Ende wurde separat über jede Straße abgestimmt.

„Wir können auch probeweise öffnen und in einem Jahr nochmal diskutieren“, bot Braunmiller an. Ihm dankte Michael Lechner (FWG) dafür, „dass jetzt wieder Bewegung reinkommt“. Für Lechner ist die Öffnung längst fällig. „Das müssen wir machen“, betonte er und sprach von einer zeitgemäßen Regelung. Radfahrer, sagte er, „haben ein Anrecht auf die kürzeste Verbindung“. Das sei ein guter Grund, aufs Fahrrad umzusteigen. Manfred Burger (Grüne) sprach sich ebenso uneingeschränkt für die Öffnung aus. Zudem regte er an, die Durchfahrt vom Manhardtwinkl zum Marienplatz zu ermöglichen, was auch erfolgen soll.

Skeptisch vor allem bezüglich der Kolpingstraße zeigte sich Hedwig Schmid (SPD). „Ich habe damit schon ein Problem“, sie hält die Straße für zu eng. „Wenn es eng ist, fahren alle langsam“, hielt Bürgermeister Braunmiller dagegen. Vor allem im Kurvenbereich der Stöger-Ostin-Straße sieht Alois Fuchs (CSU) Gefahrenpotenzial. Dort sei die Freigabe auch nicht von großem Nutzen, ergänzte Fraktionskollege Franz Mayer. Praktisch nebenan befindet sich die bereits freigegebene Birkenstraße. Die Fraunhoferstraße wollte Mayer ebenfalls nicht freigeben. Aufgrund des Abstimmungsergebnisses von vier zu vier Stimmen wurde die Öffnung am Ende abgelehnt. Die Stöger-Ostin-Straße bleibt ebenfalls auch für Radfahrer Einbahnstraße (drei zu fünf Stimmen). Auf Markt- sowie Marienplatz (künftig auch im unteren Bereich) dürfen hingegen künftig Radfahrer auch in beide Richtungen radeln. Dazu fielen die Beschlüsse einstimmig. Bei der Kolpingstraße hingegen erfolgte der Beschluss zur Öffnung gegen eine, bei der Waagstraße gegen zwei Stimmen.

Außerdem wird sich das Gremium in einer seiner nächsten Sitzungen mit dem Schulberg befassen, den Lechner als wichtige Verbindung ebenfalls gerne geöffnet hätte. Die Alternative, der Haindlberg, sei äußerst gefährlich. Derzeit ist der Schulberg komplett für den Verkehr gesperrt. Wie und ob es möglich ist, den Schulberg für Radler zu öffnen, wird nun geprüft. ft

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