„Guads“ aus dem Landkreis

Direktvermarktung: Ökomodell-Region stellt regionalen Einkaufsführer vor

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Glücklich mit der Direktvermarktungsbroschüre: (v.l.) Angelika Prem (Hennererhof), Kreisbäuerin Marlene Hupfauer, Vize-Landrat Klaus Thurnhuber, Katharina Bourjau (Illustrationen), Ökomodell-Regions- Managerin Marika Pirchheim, Mathias Leidgschwendner (Gestaltung) und Sepp Grundbacher junior (Bio-Hofkäserei Obermoser).

Irschenberg/Landkreis – Eine großartige Kulturlandschaft, 32 Prozent Bio-Bewirtschaftung, konventionelle Betriebe auf Ökoniveau – die Landwirtschaft im Landkreis Miesbach gibt ein hervorragendes Bild ab. Wollten Verbraucher jedoch bewusst bei heimischen Landwirten einkaufen, hatten sie es bis dato nicht vollständig einfach. Wo gibt es einen Hofladen? Wer führt welche Produkte? Diese Fragen werden nun in einer Broschüre beantwortet, dem ersten regionalen Einkaufsführer der hiesigen Öko-Modellregion. Deren Managerin Marika Pirchheim stellte ihn unter dem Titel „wos guads ausm miesbacher oberland“ zusammen. Präsentiert wurde das hochwertige Werk bei der Bio-Hofkäserei Obermoser in Irschenberg.

Es umfasst 68 Seiten, übersichtlich aufgeteilt in 19 Schwerpunkte, darunter Milch und Käse, Eier und Suppenhühner, Fleisch und Wurst, Wild, Fisch, Gemüse sowie handwerkliche Metzgereien und Bäckereien. Vorgestellt werden direktvermarktende Betriebe, Bio-Märkte, Milchtankstellen und Hofcafés. Einen besonderen Fokus legt die Einkaufsbroschüre auch auf die Erzeuger, die hinter ihren Produkten stehen. Klar im Gegensatz zu Massenware. „Man kann sich im Landkreis Miesbach komplett versorgen,“ erklärte Pirchheim angesichts der Angebotsfülle. Die Verbraucher hätten die Möglichkeit zum Kontakt mit den Produzenten und könnten zudem über ihren Konsum nachdenken. Der Besuch auf den Höfen sei für alle sicherlich ein Erlebnis. Die Erstauflage der Broschüre liegt bei 10.000 Stück. Dabei rechnet Pirchheim mit einem baldigen Nachdruck aufgrund des Interesses an regionaler Vermarktung: „Ich denke, das ist die Zukunft.“

Wie wichtig gerade die hiesige, kleinstrukturierte Landwirtschaft sei, betonte auch Alexander Schmid, Geschäftsführer der Standortmarketing-Gesellschaft Landkreis Miesbach. Bei einer Befragung hätten die Unternehmer die Kulturlandschaft als wichtigsten Standortfaktor benannt. Dementsprechend sei man froh über die Möglichkeit gewesen, im Kreis eine Ökomodell-Region errichten zu können und somit die Landwirtschaft zu fördern. Dabei würden biologische und konventionelle Betriebe gleichermaßen als wichtig erachtet, wie Schmid betonte.

Letzteres findet auch Kreis­bäuerin Marlene Hupfauer wichtig. Sie ist begeistert von der Broschüre. Ihre Erfahrung: Die Verbraucher würden immer wieder nach direkten Einkaufsmöglichkeiten bei Erzeugern fragen. Besonders hob Hupfauer das Engagement der hiesigen Landwirte hervor. „Ich denke man spürt, wir machen das mit Herzblut“, sagte sie.

Das zeigte sich auch bei der Vorstellung zweier Betriebe, die als Pioniere der Direktvermarktung im Landkreis gesehen werden können: der Obermoserhof in Irschenberg und der Hennererhof in Schliersee. Auf Letzterem bietet Angelika Prem mit ihrer Familie unter anderem ein Hofcafé, Ferienwohnungen, Brotbacken und Kräuterwanderungen. „Die Leute kommen auf den Hof und sollen mit allen Sinnen erleben,“ lautet ihr Credo. Sepp Grundbacher junior stellte die Bio-Hofkäserei Obermoser vor. Ehemals eine intensive Landwirtschaft, stellte man vor 13 Jahren auf Direktvermarktung um. Ein Umdenken habe in der Familie stattgefunden. Man wollte unabhängiger sein, aber auch mehr Nähe zum Verbraucher, mehr Transparenz. Seine Meinung zum Einkaufsführer: „Bei uns in der Region gibt es so viele tolle Produkte. Und das darf man auch zeigen.“

Erhältlich ist die Broschüre „wos guads ausm miesbacher oberland“ kostenlos bei den vorgestellten Betrieben, in den Gemeinden, Tourist-Informationen sowie ausgesuchten Hotels und Gaststätten. Bei der Gestaltung hat man zudem gesamt auf eine regionale Ausrichtung Wert gelegt. Gedruckt wurde auf Papier der Kollektion Gmund Bio Cycle. Texte, Illustrationen, Fotografien und Layout wurden von heimischen Kreativen erstellt. maf

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