Spannung pur beim Dorffest

Acht Hartgesottene Teams treten in Hartpenning zur 14. inoffiziellen Sautrog-WM an

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Im Halbfinale sicherte sich das Mädls-Team „Ente Süß-Sauer“ im Clinch mit dem späteren Finalteilnehmern und Champions „Überholspur“ die Bronzemedaille.

Hartpenning – Erneut bot das Hartpenninger Dorffest vergangenes Wochenende seinen Gästen mit der inoffiziellen Sautrog-WM einen absoluten sportlichen Höhepunkt. Die Arena rund um den altehrwürdigen Löschweiher hinter dem Feuerwehrhaus war dann auch voll mit begeisterten und fachkundigen Schlachtenbummlern und Fans besetzt, als Rennleiter und Kommentator Sebastian Beil zum ersten Start herunterzählte. Mit einer abgebrühten Taktik sicherte sich schließlich, wie schon im Vorjahr, das Roggersdorfer Vater-Sohn-Team „Überholspur“ mit Simmerl und Tino Mayer den begehrten Wanderpokal mit einer Siegerzeit von 1:37 Minuten.

Nicht so einfach wie es ausschaut. Beim „Wiagsogschnein“ kam es auf Augenmaß und Teamwork an. Ziel war es, eine exakt 1111 Gramm schwere Holzscheibe herunterzusägen. Für die besten Teams gab es Essens- und Getränkegutscheine.

Die einfach ungefähr 99,6 Meter lange und perfekt präparierte Regatta-Strecke musste hin und zurück bezwungen werden und hatte es wieder richtig in sich. So warteten auf die unerschrockenen Seemänner und -frauen Tücken in Form von Fischen, Amphibien und allerlei Wasserpflanzen. Am brutalsten waren aber auch heuer wieder die unerklärlichen Strömungen und Strudel, die die Matrosen oftmals unvermittelt in die Tiefen des Dorfweihers zogen: „Das Hartpenninger Wasser hat es in sich. Damit die Athleten danach das Rennen aber fortsetzten können, haben wir extra den Wasserstand auf hüfthoch hin getrimmt“, sagte Beil, der selbst erfahrener Sautrog-Pilot ist und auch schon mit dem Sog-Phänomen Bekanntschaft gemacht hat.In einem hochklassigen Wettbewerb gaben die bis in die Haarspitzen motivierte Teams schon in den Ausscheidungsrennen alles. Belohnt wurden sie dafür von den vielen fachkundigen Schlachtenbummlern mit frenetischen Applaus und La-Ola-Wellen. Sportlich fair galt der Jubel dabei stets den Siegern und den bisweilen gekenterten Sautrog-Kapitänen gleichermaßen. „Auf geht’s, ziagts oh!“, rief Beil. Denn für das Erreichen der Finale war die Zeit entscheidend. So ging dann auch das Team „Überhol­spur“ in seinem ersten Rennen sauber baden, kraxelte aber unter Anfeuerungsrufen wieder in ihrem Sautrog und kämpfte sich mittels kräftiger Ruderschläge in einer guten Zeit weiter.

Das Finale in der Arena war dann an Dramatik kaum zu überbieten: Die Vorjahreschampions „Überholspur“ mussten sich mit den „Haubentauchern“, sprich Samuel Karli und Maxi Burggraf, messen. Das Vater-Sohn Gespann zog aber dann von Anfang an mit kräftigen Ruderzügen ab, ließ den Haubentauchern keine Chance und gewann mit einigen Sau­trog-Längen Vorsprung. Lässig und abgebrüht meinte Simmerl Maier zu seinem Erfolg: „Gelernt ist halt gelernt.“ Sohn Tino freute sich über das gewonnene Double und die Kniffe, die er von seinem Papa lernen kann: „Das macht schon richtig Spaß, mit so einer Sautrog-WM-Legende am Start sein zu dürfen.“ Tatsächlich steht der Name Simmerl Mayer jetzt schon zum fünften Mal auf dem Wanderpokal. Ein Triple hatte er schon geholt, nächstes Jahr soll das zweite folgen.

Mehr als respektabel war die Bronze-Medaille, die sich das

Mädls-Team „Ente Süß-Sauer“ holte. Wie Anna Winterhalter (Süß) erzählte, war sie zusammen mit Lisa Immle (Sauer) bereits zum vierten Mal am Start: „Damals hat uns der Burschenvorstand höchstpersönlich gefragt, ob wir nicht mitfahren können, weil zu wenig Teams am Start waren.“ Inzwischen sind die beiden ein gefürchteter Gegner und lassen sich auch nicht so leicht aus der Ruhe bringen: „Hast Du die Muskeln der Burschen gesehen? Da brauchen wir schon immer eine besondere Taktik. Und für nächstes Jahr lassen wir uns was einfallen, bei dem den Burschen die Augen herausfallen werden“, warnte Lisa Immle die Konkurrenz.

Als weiterer Programmpunkt des gemütlichen Dorffestes konnte sich jeder am „Wiagsogschnein“ versuchen. Auch hier gab es Ausscheidungen, auf die Bestplatzierten warteten allerlei Gutscheine. Das kulinarische Angebot mit Steckerlfisch, Gyros, Kaffee und selbstgemachten Kuchen tat ein Übriges, um einen schönen Nachmittag zu verbringen. Später lud dann noch eine Laube mit gutem Wein, Käse und Speck und auch eine Ap­rès-Ski-Bar Jung und Alt zum Dableiben ein. hac

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