„Haben hier Vorbildfunktion“

Druckerpatronen und Post: Landratsamt gleicht tonnenweise Kohlendioxid-Ausstoß aus

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Michael Wolter (l., Kyocera) und Klaus Fertl von der Deutschen Post AG (r.) überreichten Landrat Wolfgang Rzehak und Landkreis-Klimaschutzmanagerin Mona Dürrschmidt die Emissions-Zertifikate.

Miesbach – Der Landkreis Miesbach hat den Ausstoß von 34 Tonnen Kohlendioxid ausgeglichen. Für diese Leistung hat das Amt mit der Deutschen Post und mit dem Druckerhersteller Kyocera zusammen gearbeitet. Beide Firmen überreichten dem Landratsamt jüngst Zertifikate, die den klimaneutralen Ausgleich dokumentieren.

„Der öffentliche Sektor ist noch vor Unternehmen und Privatpersonen der größte Abnehmer von Dienstleistungen und Produkten in Deutschland“, erinnerte Landrat Wolfgang Rzehak bei dem Treffen. Nach einer Berechnung des Umweltbundesamtes nimmt der öffentliche Sektor jährlich rund 300 Milliarden Euro ab. „Wir haben als öffentliche Verwaltung eine entsprechend große Einflussmöglichkeit. Unsere Klimaversion für den Landkreis Miesbach ist nicht einfach zu erreichen, aber wir müssen hartnäckig dran bleiben. Gerade nach den ersten anfänglichen Erfolgen ist es wichtig, das Momentum aufrecht zu erhalten“, sagte Rzehak. „Gerade in der öffentlichen Verwaltung sollte man alle Einsparpotentiale bestens ausnutzen“, findet auch Landkreis-Klimaschutzmanagerin Mona Dürrschmidt. „Wir suchen aktiv weiter nach Möglichkeiten, Kohlendioxid einzusparen oder auszugleichen. Wir als Landratsamt haben hier natürlich eine Vorbildfunktion.“

In Zusammenarbeit mit dem Druckerhersteller Kyocera hat das Landratsamt die Emission von 29 Tonnen Kohlendioxid ausgeglichen, über einen Zeitraum vom 1. Juni 2017 bis zum 31. Dezember 2018. Die Firma vertreibt seit fünf Jahren kohlendioxid-neutrale Toner. Pro gedruckter Seite wird ein Gramm Kohlendioxid veranschlagt. Mit den Ausgleichszahlungen unterstützt die Firma das Projekt „Effiziente Kocher für Kenia“ der Organisation „My Climate“. Die traditionellen Drei-Steine-Kochstellen in Kenia werden dabei durch energieeffiziente Kochstellen ersetzt. Michael Wolter von Kyocera berichtete: „Die gemauerten Lehmkochstellen benötigen weniger Holz. Es muss weniger Holz gesammelt werden, dies ist auch rauchärmer und gesünder für die Hüttenbewohner. Außerdem müssen die Kinder dann weniger Holz sammeln und können zur Schule gehen“. Das Projekt erfüllt viele weitere Ziele, die von den Vereinten Nationen als „Nachhaltige Entwicklungsziele“ vorgegeben werden.

Klaus Fertl von der Deutschen Post AG berichtete, dass das Landratsamt im Kalenderjahr 2018 rund fünf Tonnen Kohlendioxid durch die klimaneutralen GOGREEN Produkte des Unternehmens ausgeglichen habe. Das Landratsamt verschickt nach Erfahrungswerten der Post 160.000 Sendungen pro Jahr. Pro Tausend Sendungen werden 45 Cent für die Klimaschutz-Projekte bezahlt. Die Post unterstützt zum Beispiel effiziente Kocher in Lesotho, ein Haushalts-Biogasprogramm in China, Windkraftwerke in Nicaragua, Brunnensanierungen in Malawi und Aufforstungen in Uganda. she

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