Noch fehlen 200.000 Euro

Wie es bei der Sanierung der Miesbacher Eishalle weiter geht

Baustelle im Miesbacher Eisstadion: David Keckeis zeigt die Duschen, die im Zuge der energetischen Sanierung erneuert werden.
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Baustelle im Miesbacher Eisstadion: David Keckeis zeigt die Duschen, die im Zuge der energetischen Sanierung erneuert werden.

Miesbach – Die energetische Sanierung der Miesbacher Eishalle läuft. Doch noch fehlen 200.000 Euro. Um die aufzutreiben, benötigt der TEV Unterstützung.

Die Corona-Pandemie hat die vergangene Eishockey-Spielzeit abrupt beendet. Damit endete die Saison auch für die Mannschaften des TEV Miesbach vorzeitig. Die spielfreie Zeit nutzt der Verein nun für die Sanierung der Eishalle. Doch auch da bremst das Coronavirus.

„Wir wollten nach Saisonende richtig Gas geben“, sagt Stefan Moser, sportlicher Leiter beim TEV. Doch nun sei der falsche Zeitpunkt, um bei Partnern und Sponsoren um weitere Unterstützung anzuklopfen. Bereits seit Ende 2019 ist die Erneuerung der Beleuchtung abgeschlossen. Statt Quecksilberdampflampen sorgen nun LED-Leuchten für Licht in der Eishalle. 32.000 Euro hat der Austausch gekostet, 52.000 Kilowatt Energie und 30 Tonnen Kohlendioxid verspricht sich der Verein dadurch pro Jahr einzusparen.

Das zweite Modul der energetischen Sanierung hat der Verein nun angepackt. Für die insgesamt drei Bauabschnitte zusammen – auch die Stadt und der Landkreis helfen finanziell – rechnet Moser mit gut 700.000 Euro. „Die Deckungslücke liegt bei etwas über 200.000 Euro“, erklärt er. Dennoch ist er zuversichtlich, das fehlende Geld noch sammeln zu können.

Zugute kommt dem Verein, dass ihn eine Vielzahl an Unternehmen unterschiedlicher Branchen fördert. „Wir sind da breit aufgestellt“, sagt Moser. Groß ist auch die Hilfe direkt aus dem Verein. Doch Eigenleistungen einzubringen, ist derzeit schwierig. Einerseits erhält der TEV erhebliche Fördermittel und muss die Arbeiten den Richtlinien entsprechend ausschreiben und vergeben. Für eine weitere Einschränkung sorgt die Corona-Pandemie. So dürfen sich keine Mitglieder treffen, um in der Halle zu werkeln. „Das ist für uns als Verein momentan nicht machbar“, bedauert Moser.

Dennoch geht es voran mit den Arbeiten. Der Kabinentrakt im Norden etwa gleicht einer großen Baustelle. Toiletten und Duschen sind herausgerissen, von den Decken hängen Kabel, Leitungen liegen frei. Neben der Sanierung der sanitären Anlagen werden die veraltete Heizzentrale im Norden erneuert und die extrem energieintensive, elektrisch regenerierte Sorptionstrocknung der Holzhalle ausgetauscht.

Künftig soll die Wärme, die beim Eismachen als Nebenprodukt anfällt, genutzt werden. Bisher wurde 35 Grad warmes Wasser einfach in die Schlierach geleitet. Das zweite Modul ist mit deutlich über 300.000 Euro das teuerste, etwas geringer sind die Kosten beim abschließenden Schritt. Dann steht die komplette Automatisierung aller energetischen Systeme im Stadion an. Außerdem werden die ineffiziente Heizzentrale und Warmwasserbereitung sowie die sanitären Anlagen im Tribünengebäude auf der Südseite erneuert.

Bis Saisonbeginn im Herbst sollte ursprünglich alles fertig sein. „Aber das werden wir nicht ganz schaffen“, glaubt Moser. Große Probleme sollten sich daraus nicht ergeben. Einiges könne auch noch bei laufendem Betrieb abgeschlossen werden. Dann hofft Moser, dass der Verein kräftig spart. Für acht Monate hat der TEV bisher Energiekosten in Höhe von rund 200.000 Euro. „Das gefährdet die Existenz des Vereins“, macht der Sportchef deutlich.

Er erhofft sich durch die Maßnahmen eine Ersparnis von 25 Prozent. Geld, das der Verein mit seinen knapp 900 Mitgliedern dringend braucht. Er kommt auf einen Jahresumsatz von rund 700.000 Euro, im Winter hat der Verein etwa 40 Angestellte. Ehrenamtlich ist das alles nicht zu bewältigen. Und doch ist das Engagement riesig. So wie das derzeitige Sanierungsprojekt. Und die Zuversicht, das fehlende Geld noch aufzutreiben. Ein Teil davon soll über eine Crowdfunding-Aktion der Raiffeisenbank im Oberland zusammenkommen. Alle Infos dazu sowie zur energetischen Sanierung der Eishalle sind auf der Vereinshomepage www.tev-miesbach.de zu finden. ft

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