Ende einer Ära

Zuchtverband: Vorsitzender Balthasar Biechl geht / Rauchenberger ist Nachfolger

+
Amtsübergabe beim Zuchtverband Miesbach: Der scheidende Vorsitzende Balthasar Biechl (vorne r.) gratuliert seinem Nachfolger Hans Rauchenberger zur Wahl und wünscht ihm mit (hinten v.l.) dem Zweiten Vorsitzenden Johann Röhrmoser, Geschäftsführer Christian Preßlaber, den Vorstandsmitgliedern Andreas Bartl und Bernhard Niederthanner sowie Zuchtleiter Franz Gasteiger eine erfolgreiche Zukunft.

Miesbach – Beim Zuchtverband für oberbayerisches Alpenfleckvieh Miesbach geht eine Ära zu Ende. Nach knapp 16 Jahren legte Balthasar Biechl sein Amt als Vorsitzender nieder. Die Neuwahl der Vorstandschaft bot auch Zeit für einen Rückblick auf eine oft bewegte Zeit. Die möchte Biechl nicht missen. Sein Motto: Herausforderungen meistern und immer wieder aus neuen Situationen lernen. Die Krönung dieser engagierten Einstellung war der erfolgreiche Neubau der Oberlandhalle in Miesbach und ihre sehr gute Etablierung.

„Es war eine interessante Zeit mit vielen neuen Erfahrungen,“ meint Biechl rückblickend. Ein Understatement, wenn man die Widerstände betrachtet, die es zu überwinden galt. Bereits kurz nach der Amtsübernahme des heute 68-Jährigen wurde es arbeitsreich. Neue Auflagen machten Maßnahmen nötig, unter anderem das Fließen des Stalls in der alten Oberlandhalle, die Einrichtung eines

Quarantänebereichs und die Sanierung der Verbandshöfe. Letztere Maßnahme hätte auch die Halle nötig gehabt. Nach dem Einholen erster Angebote stellte sich dann jedoch eine grundsätzliche Frage: „Macht es Sinn, dass man so viel Geld hineinsteckt oder wäre ein Neubau sinnvoller“, erinnert sich Biechl an Diskussionen im Verband.

Die Mehrheit war für die Aussiedlung. Die Grundstückssuche begann und mit ihr Beschwerden von Anwohnern, etwa im Miesbacher Ortsteil Potzenberg, wo mit einer Unterschriftenaktion Protest eingelegt wurde. „Wir wollten aber gerne in Miesbach bleiben“, erklärt der scheidende Vorsitzende. Ein weiteres Problem ergab sich: Kurzfristig wurde die Halle im Dezember 2009 gesperrt. Im Winter waren aufgrund der verwendeten Dachkonstruktion Bedenken zur Statik aufgekommen. Mit 18 Holzstämmen, die schnellstmöglich als Stütze organisiert wurden, gab es eine befristete Zulassung für den Weiterbetrieb bis 2014. Die Zeit für den Neubau drängte. Ein Konzept für das alte Gebäude – auf dem Areal befindet sich nun ein Einkaufsmarkt – und die Finanzierung des jetzigen mussten gefunden werden.

Der heutige Standort der neuen Halle wurde ins Auge gefasst. Eine Popularklage vor dem Verwaltungsgericht folgte, ebenso ein Bürgerentscheid. Bei dem sprachen sich die Einwohner Miesbachs klar für die Aussiedlung des Zuchtverbandes aus. „Es war eine Riesenerleichterung. Das sind Sachen, die einen schon emotional berühren“, meint Biechl. Aber auch beim Bau gab es Hindernisse. Dennoch wurde er von Frühjahr bis Ende 2013 in Rekordzeit erstellt. Der Lohn der Mühen wartete im Jahre 2014: Anfang Januar wurde die neue Oberlandhalle erstmals genutzt. „Das war ein großartiger Markt, wie wir ihn nie hatten“, erinnert sich Biechl. Damals wurde für den Stier „Mint“ der Rekordpreis von 104.000 Euro erzielt. Es folgten die zweitägige, offizielle Einweihung der Halle im März und die Bundesfleckviehschau im Herbst.

„Es läuft positiv. Die Auftriebszahlen sind gestiegen. Die Halle wird gut angenommen und auch die Kritiker sind zufrieden. Das freut mich besonders“, zieht der scheidende Verbandsvorsitzende Bilanz. Seine Amtsgeschäfte kann Biechl nun beruhigt übergeben. Der tägliche Druck werde nicht mehr vorhanden sein, blickt er in die Zukunft. Langweilig wird es nicht. Daheim, also in Feldkirchen-Westerham, sei genug zu tun. „Aber jetzt ist es besser möglich, einen gemeinsamen Urlaub mit meiner Frau Annemarie zu organisieren“, hat Biechl schon Pläne.

Neuer Vorsitzender des Miesbacher Verbandes ist Hans Rauchenberger. Der 44-jährige Lenggrieser fungierte fünf Jahre lang als Zweiter Vorsitzender und hat zudem den Vorsitz der Viehzuchtgenossenschaft Bad Tölz inne. Rauchenberger ist als erfolgreicher Fleckviehzüchter bekannt und führt seinen Hof im Haupterwerb. Der neue Zweite Vorsitzende des Zuchtverbandes ist Johann Röhrmoser aus Oberwertach (bisher Ausschussmitglied). Als weitere Vorstandsmitglieder wurden der Vorsitzende der Viehzuchtgenossenschaft Tegernsee, Andreas Bartl (Bad Wiessee), und Bernhard Niederthanner (Nußdorf am Inn) gewählt.

„Ich hoffe, dass es so gut weitergeht“, sagte Rauchenberger nach seiner Wahl. In Biechls Fußstapfen zu treten sei sicher nicht einfach, aber es sei wichtig, dessen Arbeit gebührend zu würdigen. Dabei freute sich der neue Vorsitzende über die Unterstützung von Christian Preßlaber, der seit Kurzem als Geschäftsführer des Zuchtverbandes fungiert. 

maf

Auch interessant

Meistgelesen

So schön war die Leonhardifahrt in Hundham – mit Bildergalerie
So schön war die Leonhardifahrt in Hundham – mit Bildergalerie
Verfolgung wie im Film: Chef der Kreissparkasse schnappt Randalierer
Verfolgung wie im Film: Chef der Kreissparkasse schnappt Randalierer
„Friseur Diana & Partner“ gegenüber HEP eingezogen
„Friseur Diana & Partner“ gegenüber HEP eingezogen
Kfz-Zulassung und Führerscheinstelle des Landratsamtes geschlossen
Kfz-Zulassung und Führerscheinstelle des Landratsamtes geschlossen

Kommentare