Ende der EPC: Arbeitsplätze-Verlust bewegt bei der Bürgerversammlung

Sorgen in Gmund

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Auf dem Gelände der Papierfabrik Louisenthal befindet sich auch die EPC, die vor dem Aus steht.

Gmund - Bei der jüngsten Gmunder Bürgerversammlung wurde natürlich auch das Thema "Louisenthal" nicht ausgespart. 

 Es waren nicht nur die Themen Straßensanierung und Bundesverkehrswegeplan, die von den Gmundern bei der Bürgerversammlung (wir haben berichtet) aufs Tapet gebracht wurden. Radwegsituation oder Biber-Fraßschäden – Bürgermeister Georg von Preysing stand zu verschiedensten Anfragen Rede und Antwort. Der Rathauschef blickte aber vor allem mit Sorge auf den Verlust von 80 Arbeitsplätzen in Louisenthal. 

„Das alles ist für die Betroffenen und auch für die Gemeinde sehr bitter“, sagte von Preysing. Wie berichtet, steht die auf dem Gelände der Papierfabrik Louisenthal ansässige Firma „Electronic Payment Cards (EPC)“ vor dem Aus. Der Grund dafür: Die EPC, ein Joint Venture des Deutschen Sparkassenverlags (DSV) und Giesecke & Devrient (G&D), bekommt nach dem 30. Juni 2017 keine Aufträge mehr. Viele Jahre ließ der DSV – er hatte mit 51 Prozent der Anteile das Sagen am Gemeinschaftsunternehmen – von der EPC Chipkarten produzieren, will aber künftig auf Fremdproduktion umstellen. Damit verliert die EPC ihren einzigen Auftraggeber. Um zu verhindern, dass der Betrieb an der Mangfall in die Insolvenz schlittert, übernimmt G&D alle Anteile. Ziel ist es, die EPC so „sozialverträglich wie möglich“ zu schließen“, hatte G&D-Pressesprecherin Sourour Stanke bereits im Februar erklärt. 

„G&D will versuchen, so viele Mitarbeiter wie möglich zu übernehmen“, informierte von Preysing am Versammlungsabend. Auch die Standortmarketing-Gesellschaft Landkreis Miesbach (SMG) und der Unternehmerverband seien vermittelnd tätig. Die SMG habe Kontakt zur EPC-Geschäftsleitung aufgenommen und Mithilfe angeboten, berichtete Florian Brunner, Regionalmanager bei der SMG, auf Nachfrage. 80 Arbeitsplätze dahin – Brunner kann sich „an einen ähnlichen Fall im Landkreis in dieser Größenordnung nicht erinnern“. Die SMG nutze nun ihre Netzwerke, um zu vermitteln. Dazu gehöre vor allem der inzwischen über 160 Mitglieder starke Unternehmerverband. Alle Betriebe, die Interesse haben könnten, seien von der SMG angeschrieben worden. 

Laut Brunner handle es sich bei den EPC-Fachkräften um 49 gewerbliche Mitarbeiter, fünf kaufmännische Angestellte, 14 technische Angestellte, acht IT-Mitarbeiter und vier Mitarbeiter im Qualitätsmanagement. Der Regionalmanager zeigte sich zuversichtlich, dass alle Arbeitssuchenden eine neue Aufgabe finden werden, denn: „In der Region besteht ein sehr hoher Fachkräftebedarf.“ Positive Reaktionen auf das Anschreiben seien bereits zu verzeichnen. Brunner: „Wir haben schon gute Rückmeldungen von Unternehmern erhalten.“ Weiteres Thema der Gmunder Bürgerversammlung: Georg Biechl beklagte die Schäden durch einen Biber. Dieser habe schon viele Bäume angenagt. „Der Biber stört das Ökosystem massiv“, hatte Biechl schriftlich aufmerksam gemacht. „Ein Biber-Management ist keine Aufgabe der Gemeinde“, stellte Bürgermeister von Preysing klar und wies darauf hin, dass die pelzigen Gesellen besonders stark geschützt seien. Ansprechpartner bei Biber-Vorkommen sei die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt. 

Dorit Guttenberg bemängelte die Radwegsituation in Gmund und wollte wissen: „Was hat die Gemeinde in Planung, die Radwege zu verbessern?“ Das Thema weiterführende Radwege „haben wir nicht aus den Augen verloren“, versicherte von Preysing und fuhr fort: „Momentan laufen Gespräche, wie man die Radwegeverbindung zwischen Ostin und Hausham verbessern kann.“ 

rei

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