Mehr Nachhaltigkeit

Energieeffizienz-Netzwerk: Bad Wiessee muss sich entscheiden

Rathaus in Bad Wiessee
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Die Gemeinde Bad Wiessee erwägt, sich an einem kommunalen Nachhaltigkeitsnetzwerk zu beteiligen.

Bad Wiessee – Bad Wiessee denkt darüber nach, beim kommunalen Energieeffizienz-Netzwerk mitzumachen. Doch einige Gemeinderäte sind noch skeptisch.

Auch auf kommunaler Ebene sind die Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz nicht mehr wegzudenken. Die Gemeinde Bad Wiessee erwägt jetzt einen weiteren Schritt in diese Richtung: die Teilnahme an einem kommunalen Energieeffizienz-Netzwerk. In der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses warben Dominikus Bücker, Leiter des Instituts für nachhaltige Energieversorgung (INEV) an der Technischen Hochschule Rosenheim, und Stefan Drexlmeier, Geschäftsstellenleiter der Energiewende Oberland (EWO), nochmals für das Projekt, nachdem sie es 2020 schon unverbindlich vorgestellt hatten.

Zu Beginn würde in jeder teilnehmenden Kommune eine Potenzialanalyse durchgeführt, um zu sehen, wo Einsparungen möglich seien. Das können Bereiche wie Schwimmbäder, Kläranlagen, ausgewählte Gebäude oder auch die kommunale Flotte sein. Anhand der Ergebnisse werden dann Schwerpunkte definiert, konkrete Ziele formuliert und wirtschaftlich sinnvolle Maßnahmen zur Umsetzung ausgearbeitet. Fachliche Betreuung erhalten die Beteiligten durch das INEV und das Kompetenzzentrum der EWO.

Bundesumweltministerium fördert Projekt

Die Laufzeit ist auf drei Jahre angesetzt. Insgesamt sind 40 Beratertage vorgesehen, an denen Experten die jeweilige Kommune individuell beraten. Zusätzlich sollen jeweils vierteljährliche Treffen der Netzwerkpartner stattfinden. Diese Workshops bieten den Teilnehmern Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch. Neben dem Stand der Netzwerkarbeit sind Fachvorträge des Energieberaters oder externer Referenten geplant. Zudem sollen besonders erfolgreiche Projekte besichtigt werden. Erfahrungsgemäß gebe es in den Gemeinden viele thematische Überschneidungen, erklärte Drexlmeier. Auch die Einrichtung von thematischen Stammtischen, etwa ein Bauherren-Stammtisch, solle dem Rechnung tragen.

Interessant ist sicher nicht zuletzt die Förderung des Projekts durch das Bundesumweltministerium. Da zeigt Corona eine seiner wenigen positiven Auswirkungen: Statt der jährlichen 61 Prozent Subventionierung wurde der Anteil im Rahmen des Corona-Pakets auf 70 Prozent aufgestockt. Der Eigenanteil für die Gemeinde beläuft sich damit im ersten Jahr auf 7.575 Euro bei einer Fördersumme von 17.675 Euro. In den beiden Folgejahren bezahlt sie jeweils 6.425 Euro bei einer Förderung von 10.000 Euro. Der Fokus liegt bei der Kalkulation klar auf der energietechnischen Beratung (64 Prozent) und dem Management des Netzwerkes (21 Prozent).

Entscheidung bis Mai nötig

„Die Zeit drängt“, mahnte Drexlmeier mit Blick auf den Zeitplan. Das Thema sei sehr wichtig, der bei Gründung der EWO erhoffte Schwung aber noch ausgeblieben. Das sah Dritter Bürgermeister Rolf Neresheimer (Bürgerliste) genauso. Man sehe mit größter Betroffenheit, dass der Handlungsbedarf keinen praktischen Niederschlag gefunden habe: „Kompetenz vor Ort ist hier dringend nötig.“

Ob es erforderlich sei, unbedingt sofort beizutreten, überlegte Bernd Kuntze-Fechner (SPD). Es sei höchste Eisenbahn, wenn man überhaupt etwas schaffen wolle, fand dagegen Johannes von Miller (Grüne) mit Blick auf die Projekte in Bad Wiessee. Bis Mai 2021 muss nun der Gemeinderat über eine verbindliche Teilnahme entscheiden. ger

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