Stadtrat fordert Alternative

Ersatzbau für Landratsamt: Gegen diese Variante wehrt sich Miesbach

Entwurf für den Ersatzbau des Miesbacher Landratsamtes
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Kritik gab es im Miesbacher Stadtrat für das Satteldach des rückwärtigen, J-förmigen Gebäudes im Entwurf für den Ersatzbau des Landratsamtes.
  • vonFridolin Thanner
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Miesbach – Den Miesbacher Stadträten wurde jüngst der Ersatzbau des Landratsamts vorgestellt. Einen Punkt lehnten die Mitglieder ab.

Die Miesbacher Stadträte finden – zumindest in großen Teilen – keinen Gefallen an Flachdächern. Das hat vor Kurzem eine Abordnung aus dem Landratsamt deutlich zu hören bekommen. Abteilungsleiterin Maria Rode, Architektin Jessica Lauterbach und Kreisbaumeister Christian Boiger stellten die Entwürfe für den Ersatzbau vor. Wie zu erwarten, bekamen diese nicht so große Zustimmung wie zuvor im Kreisausschuss, der sich einhellig einverstanden gezeigt hatte.

Wie Boiger erklärte, ist nun gegenüber der ursprünglichen Z-Form deutlich weniger umbauter Raum geplant. In den aktuellen Entwürfen ist deshalb auch nicht mehr vorgesehen, die Riezlerstraße zu verlegen. Der Ersatzbau soll komplett auf dem Grundstück des Landkreises südlich der Riezlerstraße entstehen.

Keine Alternative zum Flachdach

Das erfordert aber, im Baufenster soweit wie möglich an die Grenzen heranzurücken. Der Abstand zu den Nachbargrundstücken wird minimiert, sodass es für Boiger keine Alternative zum Flachdach auf dem rückwärtigen, J-förmigen Gebäude mit drei Geschossen gibt. „Mit jedem Walm- und flachen Satteldach werden wir höher“, erklärte Boiger, was zu Problemen bei den Abstandsflächen führen würde. Für ihn ist deshalb klar: „Bei jeglichem Wunsch an Dächern stoßen wir an Grenzen.“ Boiger versicherte zugleich, dass das Flachdach begrünt werde und keinerlei technische Aufbauten oben drauf kommen würden.

Das Gebäude an der Münchner Straße ist viergeschossig mit Satteldach geplant. Zusammen umschließen die Neubauten die große Buche im Innenhof, den die Bestandsgebäude mit Walmdach von der Rosenheimer Straße trennen. „Wir heben uns nicht besonders hervor“, sagte Planerin Lauterbach hinsichtlich der Wand- und Firsthöhen. Diese seien in der Umgebung, bei der Mittelschule, dem Amtsgericht und der Kirche ähnlich oder sogar geringfügig höher.

Bebauungsplan muss geändert werden

Für das Vorhaben ist eine Änderung des Bebauungsplans nötig. Wie Boiger sagte, erhofften sich die Vertreter des Landratsamtes vom Stadtrat die „Bestätigung, dass wir in der Richtung weiterdenken dürfen“. Um Details wie etwa die Fassadengestaltung werde es erst später gehen.

Den Bebauungsplan zu ändern, stellten die Stadträte in weiten Teilen in Aussicht, gaben den Planern des Landratsamtes aber als Aufgabe mit, Alternativen zum Flachdach zu präsentieren. „Bitte nochmal überdenken“, sagte dazu etwa Markus Seemüller (FWG). Zwar lasse sich über Ästhetik streiten, doch „Flachdächer sind in unseren geografischen Breiten ungeeignet“, betonte er.

Begeisterung für neues Raumkonzept

Erhard Pohl (CSU) sah in einem Satteldach den Vorteil, dass es bei späterem Raumbedarf ausgebaut werden könnte: „Das wäre eine Vorratsfläche.“ Werde diese sicher nicht gebraucht, könne man auch über eine flachere Variante nachdenken. „Wir müssen schon auch an die Nachbarn denken“, erklärte Paul Fertl (SPD), dem ein Satteldach auch zu massiv erschien. „Vielleicht wäre ein Walmdach verträglich“, sagte er.

„Im Vergleich zu früheren Entwürfen können wir Miesbacher uns schon ein bisschen entspannen“, fand Vizebürgermeisterin Astrid Güldner (Grüne) und nannte die Pläne sehr gelungen. Sie zeigte sich begeistert vom neuen Raumkonzept, das auch auf Arbeitsplätze setzt, die sich mehrere Mitarbeiter teilen. „Wir bekommen das wohl modernste Landratsamt in Bayern“, sagte Güldner. „Das darf dann auch außen ein bisschen moderner sein.“ Zumal sich ein Amtsgebäude durchaus von der Umgebung abheben dürfe. ft

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