Dem Gremium geht‘s zu schnell

Erst Hochwasserschutz: Gemeinderat Fischbachau lehnt Bebauung an der Auracher Straße ab

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An der Abzweigung von der Auracher in die Fischeralmstraße wollte der Grundeigentümer in die freie Wiese bauen. Der Gemeinderat lehnte das ab – mit Blick auf die gesamte Fläche.

Fischbachau – Wer von Stauden Richtung Aurach fährt, kommt an einer großen Wiese vorbei. Rechts, an deren Ende, kurz vor dem Bahnübergang, wollte der Grundeigentümer bauen. Dafür hätte der Fischbachauer Gemeinderat einer Einbeziehungssatzung zustimmen müssen. Das hat das Gremium bei seiner jüngsten Sitzung aber nicht gemacht.

Wie Bürgermeister Josef Lechner erklärte, sei fast das gesamte Grundstück Retentionsfläche für den Fall, dass die Aurach über ihre Ufer tritt und es zu einem hundertjährlichen Hochwasser kommt. Für ein kleines Stück gilt das aber nicht, weshalb dort prinzipiell eine an die umgebenden Gebäude angelehnte Bebauung möglich wäre. Mittelfristig, sagte Lechner, wäre ein städtebauliches Konzept für die Gesamtfläche zu überlegen. Auf 6000 Quadratmetern könnte beispielsweise Wohnraum für Einheimische entstehen. „Wenn der Hochwasserschutz gemacht ist“, verdeutlichte Lechner. Dann sollte das Grundstück nämlich nicht mehr als Retentionsfläche nötig sein. Ab etwa 2023, schätzt Lechner. Und erst dann sollte sich auch der Gemeinderat mit der Fläche befassen, findet Josef Obermaier (CSU). Zu schnell ginge es auch Hans Seemüller (FWG). „Wir weisen gerade erst den Wolfsee aus“, sagte er und betonte: „Wir wollen doch, dass sich der Zuzug in Grenzen hält.“ Sein Fraktionskollege Andreas Estner wollte ebenfalls „nicht in der Geschwindigkeit abstimmen“. Willi Rothemund (ebenfalls FWG) hingegen sagte: „Es ist wichtig, dass sich einheimische Bürger entwickeln können.“ Eine Chance erkannte auch Martin Bacher (FWG). „Wir bekommen sonst auf lange Sicht nichts mehr.“

Obermaier plädierte dennoch im Hinblick auf eine mögliche Entwicklung des gesamten Areals dafür, „jetzt nicht über die eine Parzelle abzustimmen“. Ein Antrag, den Tagesordnungspunkt zu verschieben und zunächst Details zu klären, fand nicht die nötige Mehrheit. Mit 10:10 Stimmen blieb es dabei: Der Gemeinderat musste entscheiden.

Und da fiel das Ergebnis deutlich aus. Gegen drei Stimmen hat der Rat die Aufstellung einer Einbeziehungssatzung für die kleine Parzelle abgelehnt. Damit ist eine Bauleitplanung für diese Fläche nicht möglich, ebenso wenig wie eine Bebauung. ft

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