Bilanz des Wochenendes

Fehlender Tacho und defekte Beleuchtung: Polizei stoppt Biker am Sudelfeld

„Halt Polizei“-Schild bei Einsatz auf Straße
+
Polizei im Einsatz

Landkreis – Beamten der Kontrollgruppe Motorrad haben am Wochenende am Sudelfeld und an der Autobahn A8 kontrolliert.

Am Samstag (31. Oktober) waren zwei Kollegen der Kontrollgruppe Motorrad des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd am Sudelfeld unterwegs. Viele Biker nutzten den letzten schönen Tag des Monats, um noch einen Ausflug zu machen.

Gegen 13 Uhr bemerkten die Beamten ein Kleinkraftrad der Marke Beta, das mit hoher Geschwindigkeit das Sudelfeld in Richtung Parkplatz Arzmoos befuhr. Von Weitem war schon das laute Kreischen des kleinen Motors zu hören. Beim Anhalten des Fahrzeugs wurde schnell klar, warum das Fahrzeug so laut war: Es war bis zur Höchstleistung getunt.

„Statt der erlaubten 45 km/h holte der Hobbytuner eine Höchstgeschwindigkeit von 70 bis 80 km/h aus seiner 50ccm-Maschine heraus“, berichtet die Autobahnpolizeistation Holzkirchen. „Zu den vielen technischen Mängeln wie fehlender Tacho, starker Ölverlust, abgebrochene Bremshebel und teils defekte Beleuchtung kam erschwerend hinzu, dass der Fahrer die erforderliche Fahrerlaubnis nicht hatte.“

Eine Überprüfung des 17-jährigen Augsburgers ergab, dass er bereits 2019 mit einem getunten Mofa mit 60 km/h erwischt wurde. Gelernt hat er aus dieser Erfahrung anscheinend nicht. Das Kleinkraftrad wurde nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft sichergestellt und wird nun einem Gutachter vorgestellt. Seinen Führerschein wird der Tuner wohl so schnell nicht wiederbekommen.

Zwei umgebaute Harley Davidson mit vielen Mängeln

Kurze Zeit später donnerte es wieder laut auf die Beamten zu. Diesmal waren es zwei umgebaute Harley Davidson, die das Interesse der Motorradpolizisten weckten. Auch hier wurde die Ursache der Lärmentwicklung schnell festgestellt: An einem der Motorräder war eine Auspuffanlage komplett ohne Dämpfung montiert und an der zweiten Maschine eine Zubehörauspuffanlage, die in diesem Zustand nicht auf öffentlichen Straßen benutzt werden darf.

Zu der Lärmentwicklung wurden weitere Mängel an den Fahrzeugen festgestellt. Unter anderem fehlte das vordere Schutzblech, der Tacho war außerhalb des Sichtbereichs des Fahrers angebracht, die Luftfilteranlage nicht in den Papieren eingetragen, Sissybar ohne Zulassung montiert, falsche Reifen eingetragen beziehungsweise montiert, Blinkerabstände falsch, Rückspiegel fehlt und so weiter.

Das Duo aus dem Inntal beziehungsweise Saarland musste sich abholen lassen und von seinen Motorrädern verabschieden. Beide wurden sichergestellt und werden ebenfalls von einem Sachverständigen begutachtet. Die Fahrer erwartet ein empfindliches Bußgeld. Zudem kommen noch die Kosten für Abschleppen und Sachverständigen. Nachdem eines der Motorräder vor Kurzem ohne Mängel begutachtet wurde, wird auch gegen den Prüfer ermittelt, da der Fahrer angab, das Fahrzeug in diesem Zustand dort vorgestellt zu haben.

Dies war jedoch alles, was die Beamten an diesem Tag feststellen mussten. Zu den herausragenden Fällen kamen noch zwei Motorräder mit abgefahrenen Reifen, ein Motorrad mit fehlendem Rückspiegel und zwei Kräder mit fehlenden Rückstrahlern.

A8 bei Holzkirchen: Audi mit manipuliertem Auspuff

Nachdem der laute Samstag nicht reichte, röhrte am Sonntag an den Beamten gegen 15.30 Uhr auf der Autobahn A8 auf Höhe Holzkirchen ein Audi A5 aus Fürstenfeldbruck vorbei. Dieser wurde angehalten und kontrolliert. Der 36-jährige Puchheimer gab sofort zu, dass sein Auspuff etwas lauter sei. Eine Messung ergab eine Überschreitung von 10 db(A), was die Geräuschkulisse verdoppelt.

Auch dieses Fahrzeug wurde sichergestellt und zur Autobahnpolizeistation Holzkirchen gebracht. Dort stellte ein Sachverständiger fest, dass die Auspuffanlage manipuliert wurde. Es wurden größere Endkappen angeschweißt. Zudem wurde der Endtopf ausgeräumt und neu verschweißt. Auch bei diesem Fahrzeug blieb es nicht bei dem einen Mangel: Das Fahrwerk wurde zwar vor Jahren vom TÜV geprüft, aber die Änderungen bis heute nicht in den Fahrzeugpapieren berichtigt.

Schwerwiegender waren aber die Mängel an den Reifen: Der vordere Reifen war bis zur Karkasse abgefahren. Das Fahrzeug war somit verkehrsunsicher. An eine Heimfahrt war in diesem Zustand nicht zu denken. Auf den Puchheimer kommt nun ein Bußgeldbescheid in Höhe von zirka 700 Euro zu. Hinzu kommen die Kosten dafür, dass er eine neue Betriebserlaubnis erteilt bekommt. ksl

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Wasser wird teurer: Gemeinderat Hausham stimmt neuer Gebührenordnung zu
Wasser wird teurer: Gemeinderat Hausham stimmt neuer Gebührenordnung zu
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Landrat gibt Standort für Impfzentrum bekannt
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Landrat gibt Standort für Impfzentrum bekannt
Unfall an Schranke in Schliersee – Bahnstrecke zwischenzeitlich gesperrt
Unfall an Schranke in Schliersee – Bahnstrecke zwischenzeitlich gesperrt
Wegen Corona: Statt Weihnachtsmarkt gibt es in Rottach-Egern eine neue Aktion
Wegen Corona: Statt Weihnachtsmarkt gibt es in Rottach-Egern eine neue Aktion

Kommentare