Johannes Lohwasser tritt für die Freien Wähler an

Er will Bürgermeister in Fischbachau werden

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Johannes Lohwasser tritt bei der Bürgermeisterwahl in Fischbachau für die Freien Wähler an.

Fischbachau - Bei der Wahl zum Bürgermeister im nächsten Jahr tritt mit Johannes Lohwasser ein junger Kandidat an. Ein Kontrahent steht bereits fest.

Die Freien Wähler Fischbachau schicken einen Kandidaten ins Rennen um den Chefsessel im Rathaus: Johannes Lohwasser soll und möchte die Nachfolge von Josef Lechner antreten. Der CSU-Bürgermeister verabschiedet sich in den Ruhestand. Mit Josef Obermaier hoffen die Christsozialen auf einen Nachfolger aus der eigenen Partei, er bekommt einen jungen Gegenkandidaten.

Lohwasser wird kurz vor der Wahl seinen 30. Geburtstag feiern. Als die Freien Wähler zum bisher letzten Mal einen Kandidaten aufstellten, war er gerade vier. Nach 25 Jahren wieder einen Kandidaten zu stellen, ist für Hans Seemüller, Sprecher der FWG-Fraktion im Gemeinderat, etwas Besonderes. Ebenso wie dessen Alter. „Der Jugend gehört die Zukunft“, betont Seemüller, der zur Kandidatenvorstellung ins Wörnsmühler Gasthaus Zum Zenzinger eingeladen hatte.

Seemüller bezeichnet Lohwasser als „Glücksfall“, der sich seiner Nominierung auch sicher sein kann. Die endgültige Entscheidung fällt bei der Aufstellungsversammlung im November, am vergangenen Sonntag legte sich aber bereits die Ortsvorstandschaft der Freien Wähler auf Lohwasser fest. Einstimmig. „Der Rückhalt ist mir ganz wichtig“, sagt der 29-Jährige, der bislang politisch noch nicht aktiv war. Mit Interesse und Blick auf die bevorstehenden Kommunalwahlen hat er dann einfach mal öffentliche Versammlungen der Freien Wähler besucht – und war ganz angetan. „Die offene Gesprächskultur hat mir sehr gut gefallen“, erklärt Lohwasser. „Auch inhaltlich“ war er begeistert, insbesondere weil „sachbezogen ohne Parteiprogramm“ gearbeitet werde.

Die Wertschätzung entwickelte sich gleichsam in die entgegengesetzte Richtung. „Es hat sich immer mehr herauskristallisiert“, sagt Lohwasser, „dass es gut passt“. Nun geht es für den Elbacher darum, sich intensiv in die Gemeindepolitik und die aktuellen Themen einzuarbeiten. Sitzungen besuchen, in Protokollen recherchieren und Gespräche mit Bürgern führen – so möchte er erfahren, „wo der Schuh drückt“.

Lohwasser sieht seine Kandidatur als „Chance, in dem Ort tätig zu sein, an dem ich am liebsten bin“. Seine Heimatverbundenheit zeigt sich im Lebenslauf. So ist der 29-Jährige von Kindesalter auf in der Pfarrgemeinde engagiert, seit 2013 ist er Mitglied in der Kirchenverwaltung St. Andreas. Nach dem Abitur absolvierte Lohwasser ein Freiwilliges Soziales Jahr an der Volksschule Neuhaus, die Begeisterung für Berge und Natur gibt er als DAV-Wanderleiter weiter. Zudem arbeitet Lohwasser in der Schlierseer Gästeinfo und im Kuramt mit. Damit ist er sicher gut beschäftigt, schließlich hat er auch noch eine Stelle an der Bundeswehr-Uni München.

Dort ist Lohwasser, der sein Volkswirtschaftsstudium an der LMU in München absolvierte, wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand. Die Promotion hat er fest im Blick und würde diese auch nach dem Wahlsieg weiter anstreben. „Das ginge auch extern“, parallel zum Bürgermeisteramt, erklärt Lohwasser. „Ich will das auf alle Fälle abschließen.“

Als etwaiges Karrieresprungbrett soll ihm der angestrebte Bürgermeisterposten keinesfalls dienen, macht Lohwasser bei seiner Vorstellung deutlich. Denn ihm ist klar, wie wichtig diese Aufgabe ist – „und wenn‘s passt, würde ich das auch gerne länger machen“. Vor Ort könne man „viel bewirken und viel Gutes auf den Weg bringen“. Und hier gefällt es ihm auch am besten. Das sei ihm nicht zuletzt bewusst geworden, als er nach einem halbjährigen Italien-Aufenthalt im Rahmen seines Studiums wieder ins Leitzachtal zurückkehrte. „Ich schätze die Gegend, die Landschaft und die Menschen“, sagt Lohwasser.

Mit welchem Programm er diese für sich gewinnen möchte, wird er erst nach der offiziellen Nominierung mitteilen – und bis dahin weiter an Themen arbeiten. Eines wird sicher eine gewichtige Rolle spielen: Nachhaltigkeit. Damit beschäftigt er sich auch in seiner Doktorarbeit, in der es um Korrelationen zwischen Kohlendioxidausstoß, Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum geht. Der Nachhaltigkeitsbegriff sei nicht einseitig hinsichtlich der Umwelt zu betrachten, verdeutlicht Lohwasser. Die Menschen wie die Wirtschaft stünden damit genauso in Zusammenhang, weiß der Volkswirt. Daraus lassen sich gewiss auch Handlungsempfehlungen für die Region ableiten. Die Wissenschaft könnte Lohwasser also auch im Blick behalten, sollte er von der Uni ins Fischbachauer Rathaus wechseln. ft

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