Fokus auf Kurve neun

Bei ihrer dritten Olympia-Teilnahme ist Natalie Geisenberger klar Favoritin

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Rennrodlerin Natalie Geisenberger hat zum sechsten Mal in Folge den Gesamtweltcup gewonnen und ist damit natürlich Favoritin bei den Olympischen Spielen in Südkorea.

Miesbach – Sie könnte sich das schönste Geburtstagsgeschenk nachträglich selbst machen. Natalie Geisenberger (SV Miesbach) ist seit Montag 30, richtig feiern war wohl nicht drin für den Rennrodelstar so kurz vor den Olympischen Spielen in Pyeongchang. Eine weitere Medaille würde bei der zweimaligen Gold-Gewinnerin von Sotschi den Verzicht auf die Party sicher vergessen machen.

Natürlich ist die Miesbacherin die große Favoritin bei den olympischen Spielen. Sechsmal hat sie nun in Folge den Gesamtweltcup gewonnen und auch sonst in den vergangenen Jahren so ziemlich alles abgeräumt, was es zu gewinnen gab. Bundestrainer Norbert Loch sagte, „Natalie ist in der Form ihres Lebens“. Die Favoritenrolle nimmt sie an, dass einer der vorderen Plätze aber keineswegs selbstverständlich ist, weiß sie genau. Vor allem auf der Bahn in Südkorea, wo sie beim Weltcup im vergangenen Jahr Zweite wurde. Kurve 9 ist die Schlüsselstelle. „Die ist so schwierig, dass man nichts planen kann“, sagt Geisenberger. Und unterstreicht ihre Meinung mit Verweis auf den Weltcup 2017. „Da sind die meisten danach in die Bande gefahren.“ Nur zwei haben es geschafft, in beiden Durchgängen nicht anzuschlagen, erzählt Geisenberger. Und bei Olympia sind es vier statt wie im Weltcup zwei Läufe.

Sollte sie diese gut runterbringen, ist aber alles drin für die 30-Jährige. „Ich bin fit“, sagt sie, „und der Schlitten läuft auch“. Das erscheint angesichts der Ergebnisse dieses Winters beinah untertrieben. In jedem Weltcup stand sie auf dem Stockerl, fünfmal (bei neun Rennen) ganz oben. Geisenberger fühlt sich auch mental sehr stark. Hatte sie an einer Stelle Schwierigkeiten, beschäftigte sie sich akribisch damit und kam dann besser zurecht. Damit sollte auch Kurve 9 im Alpensia Sliding Centre gut zu bewältigen sein. Zumal Geisenberger schon zwei Goldene zuhause hat. „Ich habe schon alles erreicht“, sagt sie und erwartet, „dass ich mit weniger Druck am Start stehe“. Alles, was jetzt noch zu ihrer Medaillen- und Pokalsammlung dazukommt, ist einfach „schön“ für Geisenberger. Sie ist zum dritten Mal – nach Kanada und Russland – bei den Winterspielen dabei. Insofern war die Neugierde vor der Abreise „nicht mehr so groß“. Ins olympische Dorf zu kommen, ist dennoch „immer etwas Besonderes“, wie sie sagte. „Und Südkorea ist denke ich auch nochmal was ganz anderes.“ Bei den Wettkämpfen dürfte es aber gern wieder so laufen wie vor vier Jahren, als sie sowohl im Einzel als auch mit der Teamstaffel Gold gewann.

Die beiden ersten Durchgänge der Rennrodlerinnen finden am Montag, 12. Februar, ab 11.50 Uhr deutscher Zeit statt. Mit den Läufen drei und vier geht‘s am Dienstag um 11.30 Uhr weiter. Die Team-Staffel mit den besten Deutschen (Damen, Herren und Doppel) wird am Donnerstag, 15. Februar, ab 13.30 Uhr ausgetragen.

ft

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