Hausaufgaben für die Stadt

Fortschreibung der Kinderbetreuungsstudie: Beträchtlicher Bedarf an Hortplätzen in Miesbach

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Auf der Waitzinger Wiese werden schon bald Mädchen und Buben in Containern betreut.

Miesbach – In Parsberg gibt es inzwischen einen Waldkindergarten, in Miesbach selbst könnte auch noch einer entstehen. Und auf der Waitzinger Wiese werden schon bald Mädchen und Buben in Containern betreut. Die Stadt versucht, dem Bedarf an Plätzen gerecht zu werden. Aber da bleibt auch in den kommenden Jahren noch einiges zu tun. Das wurde in der jüngsten Stadtratssitzung deutlich, als Vertreter des Büros MUC-Consulting die Ergebnisse der fortgeschriebenen Kinderbetreuungsstudie präsentierten. Vor allem im Bereich der Hortplätze gibt es Nachholbedarf.

Die Experten prognostizieren bis 2021 15 bis 20 fehlende Krippenplätze, für die Kindergärten gehen sie von etwa zehn aus. Und beim Hort, erklärte Robert Hobelsberger, werde das Defizit in zwei Jahren rund 30 Plätze betragen. Generell, urteilte er über die Miesbacher Einrichtungen, hinken auch die Öffnungszeiten ein bisschen hinterher. Hobelsberger empfiehlt, sich am Anspruch der Eltern zu orientieren. Er lobte aber auch, dass Miesbach die Empfehlungen aus der Studie von 2016 „weitgehend erfüllt“ habe. Nun müsse die Stadt weitermachen und vor allem die Zahl der Hortplätze erhöhen – in Abhängigkeit vom Schulkonzept. Aber: „Eine Ganztagsschule wird nie einen Hort ersetzen“, machte Hobelsberger klar. Und er betonte, was auch die Stadträte als Schwierigkeit im Zusammenhang mit der Kinderbetreuung erwarten: „Sie brauchen die Einrichtung und dann das Fachpersonal.“

Dieses zu finden, „wird das große Problem sein“, sagte etwa Alfred Mittermaier (CSU). Bürgermeisterin Ingrid Pongratz ist klar, „dass wir mehr Plätze benötigen“. Und sie erwartet längere Betreuungszeiten, findet „die Entwicklung aber traurig“. Denn „wenn ich Kinder in die Welt setze, will ich auch etwas von ihnen haben“, sagte die Bürgermeisterin. Hobelsberger sieht in einer gewährleisteten Betreuung auch Chancen und riet, bei der Suche nach Plätzen nicht auf Nachbarorte zu schauen. „Die Kaufkraft bleibt in der Stadt“, betonte der Experte. Mütter würden ihre Kinder abholen und dann einkaufen, erklärte er. Außerdem würde eine gute Betreuung den Zuzug ankurbeln. Gibt es ein gutes Angebot von der Krippe über Kindergarten und Hort bis zur Schule, entscheiden sich Familien für den Ort oder die Stadt – und sonst eben nicht.

Die Stadt hat mit der Fortschreibung der Studie nun einen Plan für das weitere Vorgehen vorliegen. „Die Zahlen geben die Richtung vor“, sagte Walter Fraunhofer (SPD). Er plädierte dafür, nun ein Konzept zu entwickeln und „in die Gänge“ zu kommen. Verena Assum (CSU) regte an, Sharing-Plätze ins Auge zu fassen. Die Einrichtungen müssten „gut verzahnt arbeiten“, sagte sie.

Bei der ersten Fortschreibung der Studie 2016 war bereits ein höherer Betreuungsbedarf prognostiziert worden. Diesen versucht die Stadt nun mit den Containern auf der Waitzinger Wiese zu decken, bis das Kloster in ein Kinderhaus umgebaut ist. Es werden wohl zusätzliche Maßnahmen nötig.ft

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