Freiluft-Dreh für Koch-Castingshow „Masterchef“ auf Gut Kaltenbrunn

Mehr als nur kochen

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Die Juroren von „Masterchef“ (v.l.) Sommelier Justin Leone, Sterneköchin Sybille Schönberger und TV-Sterne-Koch Ralf Zacherl.

Gmund - Da frisch gekochtes Essen mit regionalen Lebensmitteln im Freien noch viel besser schmeckt, verlagerte die Kochsendung "Masterchef" ihren Dreh auf Gut Kaltenbrunn  am vergangenen Dienstag in den Biergarten.

Die energischen Ausrufe „Macht den roten Teller fertig! Ist die Vorspeise soweit?“ sind im Biergarten des Guts Kaltenbrunn in Gmund wohl eher selten zu hören. Mit dem gleichen Nachdruck, mit dem so manch anderer an einem heißen Sommertag ein weiteres Bier bestellen würde, brachten sich nämlich die Teilnehmer der Sky 1-Kochshow „Masterchef“ zu kulinarischen Höchstleistungen. Vier Reihen Kochplätze wurden für die Kandidaten der Sendung im Freien aufgebaut. Insgesamt 90 Minuten hatten sie für die Zubereitung und das Anrichten von Vor- und Nachspeise Zeit. Das heißt schnippeln und brutzeln im Akkord. Zwischendurch schauten die Juroren, Sommelier Justin Leone sowie die Sterneköche Sybille Schönberger und Ralf Zacherl, vorbei, probierten hier und da und gaben Tipps. Verkostet wurde das Menü – es gab Renke und Spanferkel – dann von absoluten Kennern der hiesigen Küche: dem Bad Wiesseer Trachtenverein.

Das Format „Masterchef“ ist nicht neu. Bereits in 58 Ländern können die Zuschauer mit den Kandidaten mitfiebern. Besonders in Australien ist die Sendung beliebt, sagte Produzent Uwe Cornelissen. Von den anfangs 120 Bewerbern bleibt im Verlauf der insgesamt 24 Sendungen nur der beste übrig, dem Sieger winken 100.000 Euro Preisgeld und ein eigenes Kochbuch. Die Drehs finden möglichst im Freien statt, jeder Folge bietet eine andere Region Deutschlands die Traumkulisse. Folge 19 gehört dem Tegernsee und den Geschmäckern der Region. „Streng genommen ist es eine Castingshow, trotzdem steht das Essen im Vordergrund“, erklärte Cornelissen.

Für die Regionalität von Nahrungsmitteln spricht sich auch TV-Sternekoch Ralf Zacherl aus: „Lebensmittel sind nicht dazu da, verladen und verschifft zu werden“, findet er. „Das heutige Spanferkel zum Beispiel kommt von einem regionalen Metzger, dazu verwenden wir einheimische Fische und Krautsorten. Jede regionale Eigenheit ist gut“, betont Zacherl. „Wir als Fernsehserie können das vermitteln. Wir müssen es zumindest probieren.“ Ein Lieblingsessen habe er nicht, vielmehr freue er sich Jahr für Jahr auf saisonale Köstlichkeiten wie den ersten deutschen Spargel, frische Erdbeeren oder die erste Gans im November.

 Aber nicht nur die Regionalität der saisonalen Produkte ist wichtig, sondern auch der verantwortungsvolle Umgang mit ihnen. Werden Lebensmittel für die Sendung nicht komplett verwendet, werden sie nicht etwa weggeworfen, sondern kommen zur Hürther Tafel. Ist die Haltbarkeit überschritten, wird daraus Tierfutter. „Das ist uns sehr wichtig“, sagte Produzent Cornelissen.

Trotz Fernsehpräsenz zeigt sich Sternekoch Zacherl eher schüchtern gegenüber Schaulustigen in seiner eigenen Küche: „Ich mag es eigentlich nicht, wenn mir Leute beim Kochen zuschauen“, verriet er. „Die Arbeit hat sich in den vergangenen 40 bis 50 Jahren aber verändert“, findet Zacherl. „Die Leute wollen deine Arbeit heute sehen und sie erklärt haben. Der Service kann das nicht mehr abfangen. Kochen allein reicht heute nicht mehr.“ Die Koch-Castingshow „Masterchef“ läuft ab November montags um 20.15 Uhr auf Sky 1.

she

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