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Freisprechungsfeier in Miesbach für die Fachkräfte von morgen

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Von: Martina Fischer

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Voller Saal des Waitzinger Kellers in Miesbach bei der Freisprechungsfeier des Handwerks
Gut besucht war der Saal des Waitzinger Kellers in Miesbach bei der Freisprechungsfeier des Handwerks. Eine besondere Beachtung erhielten natürlich die Innungsbesten. © Martina Fischer

Miesbach – Die Kreishandwerkerschaft Miesbach-Bad Tölz-Wolfratshausen versteht es, eine Freisprechungsfeier mit positivem Blick auf die Zukunft zu gestalten.

Ohne Lamentieren aufgrund der momentan schwierigen Lage wurden die Junggesellen bestärkt und mit guten Wünschen auf ihren weiteren Weg geschickt. Lob gab es natürlich seitens der Politik.

„Ihr seid die Fachkräfte von morgen mit einer wunderbaren Zukunft“, war der Glückwunsch von Anton Lugauer, stellvertretender Kreishandwerksmeister für den Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Der ging an 175 „junge Kolleginnen und Kollegen“, die bei der Feier offiziell vom Lehrlings- in den Gesellenstand übergingen. Jeder von ihnen sei zu einem Spezialisten in seinem Beruf geformt worden, sagte Lugauer.

Die Freizusprechenden hätten alles richtig gemacht, meinte auch Kreishandwerksmeister Martin Heimgreiter. Sie hätten eine sichere Berufswahl getroffen und das Handwerk brauche Nachwuchs. „Rund 8000 Betriebe im Kammerbezirk suchen in den nächsten Jahren Nachfolger“, zeigte er eine lohnende Perspektive auf.

Kreativität, Mut zum Risiko und auch ein bisschen Naivität seien hier gefragt. „Aber dadurch ist auch etwas zu gewinnen“, versicherte Heimgreiter. Den Gesellenbrief sollten die jungen Leute als „Wertpapier“ sehen, nicht einfach nur materiell, sondern auch als Wert, der Orientierung biete. „Das sollte wieder mehr an Bedeutung gewinnen“, fand der Kreishandwerksmeister.

Dass es aktuell Zukunftsängste gebe, wollte Dieter Vierlbeck, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für München und Oberbayern, nicht wegdiskutieren. Wichtig sei es hierbei, dass „unsere Betriebe weiterarbeiten können“, denn „jede Insolvenz ist eine zu viel“. Für die jungen Gesellen war er sich dennoch sicher, dass sie eine gute Berufswahl getroffen hätten, die zudem noch weitere Optionen eröffne, etwa den Meistertitel oder auch ein folgendes Studium.

Viel Lob erhielten die Freizusprechenden auch seitens der Politik. Landrat Olaf von Löwis bezeichnete sie als „Bereicherung für unseren Landkreis und unser ganzes Land“. Er verwies dabei darauf, dass die 2500 Handwerksbetriebe im Kreis Miesbach gut eine Milliarde Euro pro Jahr erwirtschafteten und somit ein wichtiger Faktor in der Region seien. Respekt zollte er dem Handwerkernachwuchs auch für eine erfolgreiche Lehre in Zeiten der Pandemie.

Diese besondere Herausforderung würde sie für ihren weiteren Berufsweg umso mehr stärken, fand Miesbachs Bürgermeister Gerhard Braunmiller. Und letzterer würde sicher erfolgreich sein: „Sie werden immer eine Stelle haben.“

Dem pflichtete der Bundestagsabgeordnete Alexander Radwan bei. Er verwies auf den Handwerkermangel und die dadurch umso höhere Wertschätzung in der Bevölkerung. Die jungen Menschen forderte er auf, sich stetig weiterzubilden und sich politisch zu engagieren. „Bringen Sie sich ein, dass wir eine Demokratie bleiben“, betonte Radwan. Dies gelte auch im Hinblick auf Europa als „unser Friedenswerk, die Basis für unseren Wohlstand“.

Den Blick auf die Bibel wandte Dekan Michael Mannhardt. Im Buch Genesis sei zu lesen, dass Gott den Menschen aus dem Ackerboden formte. Gott sei Handwerker und „wir Menschen sind seine Meisterwerke“. Sein Glückwunsch an die jungen Gesellen: „Damit seid ihr in allerbester Gesellschaft.“

Schließlich gab es für die jungen Handwerker die wohl verdienten Zeugnisse und Gesellenbriefe. Für die musikalische Umrahmung, unter anderem mit der Bayernhymne, sorgte „Da griabige Hauf´n“ aus Wackersberg.

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