Beste Voraussetzungen

Freisprechungsfeier für Handwerker aus Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen

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Ausgezeichnet wurden: Asifgul Ghazikhel, Holzkirchen (Bäcker), Kathrin Strobl, Bad Heilbrunn (Bäckereifachverkäuferin), Lisa Jakob, Kochel am See (Maurerin), Philip Skarpos-Metz, Wackersberg (Friseur), Fabian Stöckl, Hausham (Maler und Lackierer), Niculae Patrascu, Geretsried (Metallbauer), Benedikt Zastera, Lenggries (Metzger), Veronika Gerg, Gaißach (Metzgereifachverkäuferin), Jakob Lukacin, Wolfratshausen (Schreiner) und Benedikt Willibald, Wackersberg (Anlagenmechaniker Heizung und Sanitär). Der Ehrenpreis der Kreishandwerkerschaft ging an Florian Auer (Kochel am See), der auch Innungsbester bei den Zimmerern wurde. Der Sonderpreis „Die gute Form“ der Schreinerinnung ging an Korbinian Melf aus Reichersbeuern.

Miesbach/Landkreis – Im Rahmen einer Feierstunde im Waitzinger Keller wurden kürzlich 191 junge Frauen und Männer in den Gesellenstand erhoben. Der Einladung der Kreishandwerkerschaft Miesbach-Bad Tölz-Wolfratshausen folgten neben Polit-Prominenz auch viele Angehörige und Ausbilder der Junggesellen. So begrüßte Anton Lugauer, stellvertretender Kreishandwerkermeister Bad Tölz-Wolfratshausen, dann an die 500 Gäste zu der stilvollen Feier.

„Sie gestalten mit Sorgfalt unser Haus der Zukunft“, brach Ingrid Pongratz, Miesbachs Bürgermeisterin und stellvertretende Landrätin eine Lanze für das Handwerk. „Zwar war die Lehrzeit bestimmt nicht immer ein Zuckerschlecken, aber mit viel Emotion und Ehrgeiz haben Sie Ihr Ziel erreicht“, meinte die Hausherrin in Richtung der Junggesellen weiter und erinnerte daran, dass mit dem Berufsabschluss alle Wege offen stünden. Einen besonderen Dank richtete Pongratz an die Ausbildungsbetriebe und Berufsschulen. Ähnlich positiv äußerte sich der Tölzer Landrat Josef Niedermaier. Er bemängelte aber, dass internationalen Studien wie Pisa dem Handwerk nicht den Platz einräumen, den es verdient: „Es wird falsch gezählt. Zu unserer Elite gehören nicht nur die Akademiker, sondern genauso die gut ausgebildete Jugend wie ihr sie seid.“ Er forderte die Freigesprochenen daher auf, sich auch politisch und sozial zu engagieren und sich Gehör zu verschaffen. Da momentan nur noch etwa 20 Prozent aller Betriebe ausbilden, dankte Franz Xaver Peteranderl, Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern, insbesondere den Betrieben, Ausbildern und Prüfungsausschüssen. Er vergaß aber auch nicht, die Elternhäuser mit einzubeziehen. Den Junghandwerkern riet er zur Weiterbildung: „Wenn Sie den Meisterbrief in der Tasche haben, können Sie es mit jedem Hochschulabsolventen aufnehmen, weil Sie dann umfassend ausgebildet sind und nicht nur eine Fachausbildung durchlaufen haben.“

Ein starkes Plädoyer für das Handwerk kam auch von Landtagspräsidentin Ilse Aigner: „Wir haben viele Mundwerker, aber was wir brauchen sind Handwerker. Unsere Form der Berufsausbildung ist ein Schatz, um den wir weltweit beneidet werden. Tradition, Wertschätzung, Engagement und unsere mittelständischen Strukturen bilden die Basis dafür. Sie können stolz auf Ihren Abschluss sein, machen Sie was daraus.“

Dekan Michael Mannhardt gab seinen Segen mit den Worten: „Es braucht mehr denn je verlässliche Konstanten wie das Handwerk, sonst haut es uns irgendwann aus dem sich immer schneller drehenden Karussell der gesellschaftlichen Entwicklung hinaus. Gott schütze das Handwerk.“ Launig und nachdenklich war die Rede von Kreishandwerkermeister Martin Heimgreiter. Er blickte auf die stetige Entwicklung der Wirtschaft und des Handwerks in den vergangenen 70 Jahren zurück. Er riet den frisch gebackenen Gesellen, Freizeit, Familie und Freundschaften sowie das soziale und politische Engagement zu pflegen und zu genießen, aber beruflich nicht stehen zu bleiben: „Das Spiel hat jetzt erst begonnen. Ihr braucht nicht rennen, aber setzt immer einen Fuß vor den anderen.“ Auch bei Rückschlägen gelte es, die Tugenden des Handwerks, Pünktlichkeit, Anstand und Ehrlichkeit einzuhalten: „Ihr seid die Zukunft, die Können und Werte weitergeben müssen. Reicht das Feuer und nicht die Asche weiter.“ hac

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