Das Warten hat sich gelohnt

Freiwillige Feuerwehr Holzkirchen weiht neues Sonderfahrzeug TLF 4000 ein

+
„Gottes Segen und allzeit gute Heimkehr.“ Die Weihe vollzogen Pfarrer Wolfgang Dörrich (vorne) und sein katholischer Kollege Gottfried Doll in der Fahrzeughalle.

Holzkirchen – Die Freiwillige Feuerwehr Holzkirchen nutzte ihren Patronatstag für die Einweihung ihres neuen Fahrzeugs, eines TLF 4000. „Er ist da!“, sagte Kommandant Ludwig Würmseer bei der Begrüßung der Gäste in der Fahrzeughalle humorig. Dass es schlussendlich doch dazu gekommen war, sei umso erfreulicher, weil der Weg wegen bürokratischer und technischer Hürden vom Gemeinderatsbeschluss bis zur Fahrzeugweihe lang und steinig gewesen sei.

Mit diesem Sonderfahrzeug, das 5000 Liter Wasser und 500 Liter Schaumlöschmittel fasst, und vielen weiteren technischen Finessen an Bord, hat die Holzkirchner Feuerwehr ein multifunktionales Werkzeug zur Hand, um sowohl bei Einsätzen auf der Autobahn, im Industriegebiet und auf Einödhöfen schnell Hilfe leisten zu können.

Im Nachhinein hörte sich die Beschaffungsgeschichte des rund 400.000 Euro teuren TLF 4000 recht amüsant an. Begonnen hat sie im Oktober 2015, als der Marktgemeinderat beschlossen hatte, in die Ersatzbeschaffung des heute 35 Jahre alten Vorgängerfahrzeugs zu gehen. Was folgte, war eine europaweite Ausschreibung, die schließlich die Firma Rosenbauer aus Leonding in Österreich gewann. Wie Würmseer sagte, klappte die deutsch-österreichische Zusammenarbeit dann auch hervorragend. Bis zum geplanten Abholtermin Ende November vergangen Jahres. Dabei stellten die österreichischen Techniker und Holzkirchner Feuerwehrler dann fest, dass die Vorderachslast überschritten ist, wenn im Fond des Fahrzeugs drei voll ausgerüstete Einsatzkräfte sitzen. Folglich hätte es keine TÜV-Abnahme gegeben. Die Abordnung kehrte darauf ohne TLF 4000 in die Marktgemeinde zurück. „Ich glaube, das hat vor mir noch kein Kommandant geschafft“, meinte Würmseer trocken. In Österreich wurde dann fieberhaft an dem Problem gearbeitet und mittels Verlegung des Schaumtanks nach hinten eine Lösung gefunden. Somit stand der Abholung Ende März dieses Jahres nichts mehr im Wege. „Heute haben wir mit dem TLF 4000 ein Fahrzeug auf dem Hof stehen, das genau so konfiguriert ist, wie wir es wollten und brauchen“, sagte Würmseer stolz.

Lob für die Beschaffung kam auch von Kreisbrandrat Anton Riblinger: „Dieses Sonderfahrzeug ist nicht nur für Holzkirchen wichtig, sondern kann im gesamten Landkreis unbezahlbare Dienste leisten.“ Wie er weiter sagte, hat sich das Fahrzeug bereits zweimal bei Einsätzen auf der Autobahn beim Brand eines Holztransporters und eines Busses bestens bewährt. Nach Riblingers Einschätzung nicht zuletzt auch deswegen, weil die Einsatzkräfte an dem Fahrzeug bereits bestens ausgebildet waren: „Das ist auch notwendig, weil die Bedienung und das Fahren des 300-PS-Fahrzeugs voll beladen alles andere als ein Kinderspiel ist.“

Ähnlich sah es Dritter Bürgermeister Robert Wiechmann: „Ein Fahrzeug ist das eine, aber ohne die Menschen, die mit dem Herzen dabei sind, anderen zu helfen, bedeutet das nichts. Dafür verdient die Feuerwehr unser aller Dank.“ Über die Notwendigkeit einer guten Ausrüstung gibt es, wie er sagte, fraktionsübergreifend Übereinstimmung: „Wir sind für die Sicherheit der Bürger mitverantwortlich. Und mit dem neuen TLF 4000 haben wir wieder ein Stück weit mehr davon.“ hac

Auch interessant

Meistgelesen

Anspruchsvolle Manöver: Retter trainieren am Sudelfeld Einsätze aus der Luft
Anspruchsvolle Manöver: Retter trainieren am Sudelfeld Einsätze aus der Luft
Schutz der Alpen: Neue Aufgaben für DAV
Schutz der Alpen: Neue Aufgaben für DAV
Verlosung: Karten fürs Meisterkonzert
Verlosung: Karten fürs Meisterkonzert
Miesbachs Bibliotheksleiterin wechselt nach München
Miesbachs Bibliotheksleiterin wechselt nach München

Kommentare