Es funktioniert in Irschenberg

Bürgermeister Schönauer lobt das Ehrenamt und fordert Einsatz für Demokratie

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Bürgermeister Hans Schönauer verzichtete beim Neujahrsempfang im Irschenberger Trachtenheim darauf, kommunalpolitische Themen ausführlich anzusprechen.

Irschenberg – Just als Bürgermeister Hans Schönauer beim Neujahrsempfang im Trachtenheim seinen Kollegen Leonhard Wöhr aus der Nachbargemeinde Weyarn begrüßte, fiel zweimal kurz der Strom aus. Schönauer kompensierte das aber gekonnt und meinte, nachdem das Licht wieder anging, trocken: „Du siehst, auch in Irschenberg funktioniert so einiges.“ Tatsächlich hat in Irschenberg im vergangenen Jahr im Bereich des Ehrenamtes und der Vereine viel und gut funktioniert. Zudem waren schulische, berufliche und akademische Bestleistungen keine Seltenheit. Entsprechend lang war die Liste der rund 40 Bürger, die sich über eine Ehrung freuen durften.

Bei der Dankveranstaltung ging Schönauer nur kurz auf kommunalpolitische Themen ein: „Dafür ist die Bürgerversammlung im Februar da.“ Angerissen hat er unter anderem die Situation des Gasthofs Wilparting. Obwohl ein Kaufangebote vorliegt, möchte die Gemeinde dieses Heimatjuwel nicht leichtfertig preisgeben. Allerdings ist für die Sanierung ein Aufwand zwischen 150.000 Euro und zehn Millionen Euro notwendig. „Dazwischen ist je nach Grad der Sanierung alles möglich“, schätzte Schönauer die schwierige Entscheidung für den Gemeinderat ein. Zum Thema Postwirt meinte er, es wäre zwar schön, wenn dort Wohnraum entstünde. Die Gemeinde aber habe darauf keinen Einfluss, da sie nicht Eigentümer sei. Mit Galgenhumor und etwas süffisant bedachte er die derzeitige Situation zum Ausbau des schnellen Internets: „Da redet anscheinend der Eine mit dem Anderen nicht. Ich bin mir aber sicher, dass unsere Kinder im gesetzten Alter ein funktionierendes DSL haben werden.“ Das ändere allerdings nichts an den Anstrengungen der Gemeinde, Fördergelder des Landes und des Bundes zu akquirieren und den Ausbau voranzubringen.

Dem Gemeinderat stellte Schönauer in dem Zusammenhang ein gutes Zeugnis aus: „Hier wird nicht viel diskutiert, sondern gearbeitet. Deswegen konnte die Gemeinde im vergangen Jahr auch fünf Millionen Euro und vor allem schuldenfrei investieren.“ Dazu richtete er einen eindringlichen Appell an die jüngere Generation: „Schaut uns auf die Finger. Mit den Entscheidungen, die wir heute treffen, müsst ihr vielleicht in 30 oder 40 Jahren leben. Mischt euch ein und überlasst vor allem nicht die Demokratie ihren Feinden. Sie brachte uns Wohlstand und Frieden. Es ist daher alle Mühen wert, sie zu verteidigen.“

Vorbilder einer gelebte Demokratie und eines guten Miteinanders gibt es in Irschenberg zuhauf. Viele Institutionen und Einzelpersonen kümmern sich um das Gemeinwohl und haben den Namen Irschenberg weit über die Landkreisgrenze bekannt gemacht. Es gibt ein großes Kulturangebot mit Kunstausstellung, Märchenlesungen für Erwachsene, Kabarett, Konzerten aller Stilrichtungen, Ausflugsfahrten sowie Theateraufführungen. Exemplarisch nannte Schönauer den Reider Markt: „Er hat gezeigt, wie gut es laufen kann, wenn alle an einen Strang ziehen.“

Sportlich ist das Team des RSV Irschenberg mit weltweit über 70 Siegen bei Wettkämpfen in Manchester, New York und Teheran sowie beim Sechs-Tage-Rennen in Rotterdam unangefochtene Spitze in Deutschland. Eine der erfolgreichsten jungen Rennfahrerinnen war Carolina Fuchs, die Deutsche Meisterin in der U-15 Klasse im Omnium wurde. Einen anderen sportlichen Weg schlug Elisabeth Gstatter ein, die Deutsche Meisterin im Taekwondo beim Kraft- und Bruchtest wurde.

Größte Hochachtung brachte Schönauer den drei Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinde und deren First-Respondern entgegen: „Die Gewissheit, dass einem von diesen edlen Notfallrettern das ganze Jahr über unabhängig von Uhrzeit geholfen werden kann, ist ein unbezahlbarer Dienst für die Menschheit und verpflichtet einen jeden von uns zu größtem Dank.“

Die schwächsten Glieder der Gesellschaft finden seit 1972 im Caritas-Kinderdorf Irschenberg eine Stimme und Heimat. Unter den betreuten Kindern sind derzeit auch 90 unbegleitete Flüchtlingskinder. Ihnen allen gibt das Kinderdorf Hoffnung, Zuversicht und Vertrauen. Ohne ein tolles Betriebsklima wäre die Auszeichnung zu einem der besten Arbeitgeber Bayerns 2017 nicht möglich gewesen. Das zeigt, dass das Engagement aller Menschen, die dort arbeiten und sich engagieren, enorm ist.

Abschließend meinte Schönauer anerkennend: „Die Pfarrverbände, Kulturschaffenden, Vereine, politischen Funktionsträger und Menschen, die mithelfen, anpacken und nicht immer als erstes nach der Gemeinde schreien, sind die Vorbilder für die Jugend und Garant für Frieden und Wohlstand. Auch wenn wir uns der Zeit anpassen müssen, gilt es, dieses Erbe für unsere Kinder fortzuführen und zu erhalten.“

hac

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