Garagen am Auerberg sollen weg

Mehrere Garagenzeilen in der Auerbergsiedlung sollen nach dem Willen der Regierung weichen. Foto: Fischer

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MARTINA FISCHER, Hausham – Garagen waren ein wichtiges Diskussionsthema in der vergangenen Haushamer Gemeinderatssitzung. Oder genauer: das Verschwinden von Garagen im Rahmen des Städtebauförderungs-Programmes „Soziale Stadt“ für die Auerbergsiedlung. Es stellt eine Grundbedingung der Regierung von Oberbayern dar, damit Zuschüsse fließen. Zu entscheiden galt es, ob das Programm, für das sich die Kommune beworben hat, weiter verfolgt werden soll. 390.000 Euro hat Hausham im vergangenen Jahr für die „Soziale Stadt“ beantragt. 50.000 Euro Förderung hätte die Gemeinde bei der Durchführung von Maßnahmen erhalten. „Da haben wir uns gedacht: dann zumindest ein Bolzplatz“, sagte Bürgermeister Hugo Schreiber. Ein solcher sei aber nicht als Einzelmaßnahme förderbar, erklärte die Regierung. Es müsse ein Gesamtkonzept umgesetzt werden, das durch einen Städteplaner und runde Tische mit den Bewohnern erstellt wurde. In diesem war ein zentraler Platz in der Siedlung angedacht. Dort stehen aber derzeit noch 43 Garagen. 33 sollen weichen und es wird wohl nicht wieder dieselbe Zahl neu errichtet. „Die Garagen sind abbruchreif“, gestand Schreiber ein. Er fragte sich allerdings, ob der von der Regierung verlangte Abriss als erster Schritt der Maßnahme sinnvoll sei, zumal mit Bewohnerprotesten gerechnet werden könne. Ein weiterer Streitpunkt war die Frage, ob die Gemeinde eine Summe, deren Höhe noch nicht klar ist, in die Veränderung der Siedlung investieren solle. Bis zu 2,7 Millionen Euro könnten es sein, wenn alle vom Städteplaner vorgeschlagenen Maßnahmen verwirklicht werden. Bis zu 60 Prozent Zuschüsse sind möglich. „Wenn wir in den Genuss der Städtebauförderung kommen wollen, müssen wir auch städtebaulich was machen. Nur ein Bolzplatz bringt es nicht“, sagte Hubert Lacrouts (CSU). Dabei erwartete er eine „Riesenaufwertung“ für die gesamte Siedlung. „Sprengstoff“ sah Thomas Danzer (SPD) im Garagenabriss und wollte eine weiterhin enge Einbindung der Bewohner in den Prozess. Auch Willi Eisenlöffel (FWH) erwartet Widerstände und plädierte dafür, zur Kostenreduktion nur Einzelmaßnahmen durchzuführen. Schließlich habe die Gemeinde auch andere Aufgaben wie Straßensanierungen. Dass die Planung nicht dem Konzept der Arbeitsgemeinschaft entspreche, monierten Peter Wagner (SPD) und Gerhard Klante (FWH). Letzterer empfand, dass die Bewohner von der Regierung übergangen würden. „Wollen wir da hinten das soziale Umfeld verbessern? Das sind nicht nur die Garagen“, wandte Lacrouts ein. Gegen eine Stimme entschied der Gemeinderat, weiter am Förderprogramm „Soziale Stadt“ teilzunehmen und die Planungen voranzutreiben.

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