Gemeinde und Landwirten stinkt das Thema gewaltig

Gefahr für Mensch und Tier: Gmund mit Plakataktion gegen Hundekot

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Eines der Plakate mit provokanten Motiven.

Gmund – Sowohl der Gemeinde als auch den Landwirten stinkt das Thema Hundekot gewaltig. Deshalb wird jetzt eine Plakataktion gestartet. 100 Tafeln mit provokanten Motiven sollen aufmerksam machen und wachrütteln.

„Pfuideife“ denkt man unweigerlich beim Anblick des Bildes, das einen Bub zeigt, der barfuß in einen Hundehaufen tritt. So richtig das Grausen überkommt einen, wenn man eine mit hündischen Exkrementen verzierte Käseplatte, ein Waffeleis oder einen Milchshake – jeweils mit der Frage „Schmeckt’s?“ verbunden – visuell aufgetischt bekommt. Dass dann die Antwort „Uns a ned!“ auf dem Bauch einer Kuh zu lesen ist, hat seinen guten Grund. Schließlich kann Hundekot Parasiten enthalten, von denen gesundheitliche Gefahren für Nutztiere wie Rinder, andere Hunde und nicht zuletzt für Menschen ausgehen können.

Deshalb hat die Gemeinde nun in Zusammenarbeit mit Florian Hornsteiner von der Dürnbacher Agentur Flowmotion eine Kampagne gegen Hundekot auf den Weg gebracht. Einerseits sollen damit die Hundebesitzer angesprochen werden, andererseits soll den Landwirten gezeigt werden, dass der Kommune die Hundekotproblematik nicht egal ist. Die Tafeln mit vier verschiedenen Motiven werden vonseiten des Bauhofes gemeindeweit aufgehängt. „Schade, dass wir die Kampagne starten müssen“, sagte Bürgermeister Alfons Besel, als Hornsteiner die Plakate in der jüngsten Gemeinderatssitzung vorstellte. Die Aktion habe man in Absprache mit Landwirten ins Rollen gebracht, berichtete Besel und hob hervor: „Die Schilder sollen Betroffenheit erzeugen.“ Statt mit erhobenem Zeigefinger wolle man wirkungsvoll aufklären.

Auf den Bildern stellt Hornsteiner einen direkten Zusammenhang zwischen Hundekot und Essen dar. Zudem ist eine Internetseite freigeschaltet, die auf die Problematik mit Hundekot auf den Wiesen aufmerksam macht. Des Weiteren finden sich Informationen, warum Hunde während der Vegetations- und Nutzzeit von Ende März bis Ende Oktober nicht auf Wiesen und Felder gelassen werden sollen. Ferner ist unter www.hundekot-macht-krank.de zu lesen, warum der Parasit Neospora caninum Totgeburten bei Milchkühen auslösen und auch Hunde selbst infizieren kann. Darüber hinaus gibt es Ratschläge, wie sich Hundehalter korrekt verhalten. Komplettiert wird die Seite von einer interaktiven Karte, die anzeigt, wo in Gmund die insgesamt 42 Hundestationen installiert sind.

CSU-Gemeinderat Johann Huber machte deutlich, dass die Gemeinde viel Geld für Hundestationen, Kotbeutel und Müllbehälter ausgebe und fand es daher „ziemlich traurig“, dass Gmund die besagte Kampagne entwickeln lassen musste. Wie Hornsteiner abschließend erläuterte, sei für das Fotoshooting selbst gefertigter Hundekot aus Schokolade verwendet und hinterher zusammen mit den anderen benötigen Lebensmitteln verspeist worden.rei

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