Einsatz am Dienstag

Geiselnahme in Tegernsee: Polizei nennt neue Details zu Todesdrama

Polizei vor Ort
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Zu einer Geiselnahme mit tödlichem Ausgang ist es am Dienstagabend in Tegernsee gekommen.

Tegernsee – Bei einem Großeinsatz der Polizei am Dienstagabend ist ein Mann erschossen worden. Er hatte zuvor seine Partnerin tödlich verletzt und die Polizei angegriffen.

Update, 15 Uhr: Pressekonferenz der Polizei

Hier die ausführliche Pressemeldung des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd im Wortlaut:

Am Dienstagabend (10. November) kam es in Tegernsee zu einem Einsatz der Polizei. Ein Mann war mit seiner Lebenspartnerin in Streit geraten. Um der Frau zu helfen, musste die Polizei die Wohnung betreten. Im weiteren Einsatzverlauf ging der Tatverdächtige mit einem Messer gegen einen Beamten vor, woraufhin dieser von der Schusswaffe Gebrauch machte. An den Folgen der erlittenen Schussverletzungen verstarb der Tatverdächtige. Für die Lebensgefährtin kam jede Hilfe zu spät, weil der Tatverdächtige ihr zuvor erhebliche Verletzungen zugefügt hatte. Die Frau verstarb noch am Tatort.

Unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft München II ermittelt die Kriminalpolizei Miesbach wegen des Tötungsdelikts gegen die Frau und untersucht das Landeskriminalamt den polizeilichen Schusswaffengebrauch.

Kurz nach 17 Uhr wurde die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd per Notruf über einen Streit in der Wohnung eines Mehrfamilienhauses an der Schwaighofstraße in Tegernsee informiert. Beim Eintreffen der ersten Streifenbesatzung der Polizeiinspektion Bad Wiessee wurde den Einsatzkräften der Zutritt zur Wohnung durch einen 46-Jährigen verwehrt.

Die Polizeibeamten nahmen durch die verschlossene Wohnungstür verbal Kontakt zu dem 46-Jährigen auf, um ihn zum Öffnen der Wohnungstür zu bewegen. Der Mann beharrte jedoch seinerseits auf das Erscheinen seines erwachsenen Sohnes am Einsatzort, um mit diesem zu sprechen.

Um die Wohnungsinhaberin nicht unnötig zu gefährden und einer Eskalation der Situation vorzubeugen, wurde das Eintreffen des Sohnes abgewartet. Gegen 18.40 Uhr vernahmen die eingesetzten Polizeibeamten ein gesteigertes Aggressionspotenzial des 46-Jährigen gegenüber seiner 25-jährigen Lebensgefährtin. In der Folge verschafften sich die Beamten gewaltsam Zugang zur betroffenen Wohnung, um eine Gefahr für Leib und Leben der Frau abzuwenden.

Zwischenzeitlich verlagerte sich das Einsatzgeschehen in die Nachbarwohnung. Auf dem dortigen Balkon stach der 46-Jährige mehrfach auf seine Lebensgefährtin ein.

Bei dem darauffolgenden Notzugriff zündete der Tatverdächtige einen Knallkörper. Beim erneuten Eindringen der Beamten zur Hilfeleistung für die verletzte Frau bedrohte der Tatverdächtige einen Polizeibeamten mit einem Messer. Trotz mehrfacher Aufforderung zum Weglegen des Messers und wiederholter Androhung des Schusswaffengebrauchs ging der Mann auf den Beamten zu. Dieser machte daraufhin Gebrauch von seiner Schusswaffe.

Von dem Beamten wurden zwei Schüsse abgegeben, von denen nach derzeitigem Ermittlungsstand ein Schuss tödlich auf den Angreifer wirkte. Trotz sofort eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen durch einen Notarzt verstarb der 46-Jährige an der Schussverletzung.

Auf dem Balkon fanden die Einsatzkräfte die durch mehrere Messerstiche schwerstverletzte 25-jährige Lebensgefährtin des Angreifers vor. Die Frau erlitt so schwerwiegende Stichverletzungen, dass sie trotz ebenfalls sofort eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen noch am Tatort verstarb.

Ein Kleinkind des verstorbenen Paares, das sich ebenfalls in der gemeinsamen Wohnung befand, wurde zwischenzeitlich in die Obhut von Angehörigen übergeben.

Die Kriminalpolizeistation Miesbach ermittelt unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft München II im Zusammenhang mit dem Tötungsdelikt zum Nachteil der 25-jährigen Frau. Die Untersuchungen im Kontext mit dem polizeilichen Schusswaffengebrauch gegen den 46-jährigen Angreifer führt, wie in derartigen Fällen üblich, das Landeskriminalamt ebenfalls unter der Sachleitung der Staatsanwaltschaft München II.

Nach derzeitigem Ermittlungsstand geht die Staatsanwaltschaft von Notwehr beziehungsweise Nothilfehandlung des Polizeibeamten aus.

Update, 11.50 Uhr: Polizei kündigt neue Details an

Im Zusammenhang mit den Ermittlungen zum Tötungsdelikt am Dienstagabend in Tegernsee geben die Staatsanwaltschaft München II und das Polizeipräsidium Oberbayern-Süd im Rahmen einer gemeinsamen, virtuellen Pressekonferenz am Nachmittag weitere Ermittlungsergebnisse bekannt.

Dabei werden der leitende Oberstaatsanwalt Hajo Tacke, Polizeipräsident Robert Kopp und Erster Kriminalhauptkommissar Rainer Kehrer von der Kriminalpolizeistation in Miesbach Statements abgeben. Das Gelbe Blatt wird live berichten.

Erstmeldung

Am Dienstagabend (10. November) ist es in Tegernsee zu einem Einsatz der Polizei gekommen. Ein Mann hatte seine Lebenspartnerin in der gemeinsamen Wohnung im Streit angegriffen, verletzt und beim Eintreffen der Polizei bedroht. Um die Bedrohung der Frau abzuwenden, musste die Polizei die Wohnung betreten.

„Im weiteren Einsatzverlauf ging der Tatverdächtige mit einem Messer gegen die Beamten vor, woraufhin es zum polizeilichen Schusswaffengebrauch kam, an deren Folgen der Tatverdächtige verstarb“, erklärt Sprecher Stefan Sonntag vom Polizeipräsidium Oberbayern-Süd. „Für die Lebensgefährtin kam jede Hilfe zu spät, weil der Tatverdächtige ihr zuvor so schwere Verletzungen zugefügt hatte, an denen sie verstarb.“

Unter der Sachleitung der Staatsanwaltschaft München II führt die Kriminalpolizei Miesbach die Untersuchungen wegen des Tötungsdelikts gegen die Frau und das Bayerische Landeskriminalamt die Untersuchungen zum polizeilichen Schusswaffengebrauch. Weitere Informationen zu diesem Fall werden Staatsanwaltschaft und Polizei am Mittwoch veröffentlichen, heißt es. ksl

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