Gemeinde Otterfing weht sich gegen PWC-Anlage /Anhörung Ende April

„Die ungünstigere Variante“

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In der Frage, wo die PWC-Anlage gebaut werde, dürfe sich die Gemeinde Otterfing nicht von Holzkirchen und Sauerlach veralbern lassen, findet Georg Schlickenrieder (CSU).

Otterfing – An der Autobahn zwischen Sauerlach, Otterfing und Holzkirchen fehlen Parkplätze für Lastwagen. Die Diskussion, wo die „ungeliebten“ Brummis ihren Platz finden, ist seit Jahren im Gange.

Die Autobahndirektion Südbayern muss zwar Parkplätze in bestimmten Abständen vorweisen, aber keine der drei Gemeinden will eine große Parkplatzanlage auf ihrer Flur haben. In Otterfing kam das Thema jüngst bei der Gemeinderatssitzung auf den Tisch. Karl Einwanger (Grüne) brachte die Räte dabei auf einen gemeinsamen Wissenstand. 

Ursprünglich waren die Parkplätze auf Holzkirchner Flur geplant, bei Föching sollten 143 solcher Stellplätze geschaffen werden. Der Widerstand der Marktgemeinde siegte, so dass dort nur 23 Plätze verwirklicht wurden. Dann rückte Otterfing in den Fokus. 2012 führte die Autobahndirektion Südbayern ein Planfeststellungsverfahren bezüglich einer PWC-Anlage (Parken mit WC) auf Otterfinger Flur durch. Grundlage dafür war ein Variantenvergleich, der den bestehenden Sauerlacher Parkplatz und den neuen Otterfinger Standort unter die Lupe nahm. Auftraggeber hierfür war die Autobahndirektion Südbayern, das ausführende Büro fragte aber weder bei Grundstücksbesitzern, noch Forstbehörden oder Fachbehörden dazu an. Zu dieser Information präsentierte Einwanger auch gleich das Ergebnis des Variantenvergleichs: Bei den wichtigen Kriterien kommt der Standort Otterfing immer als der ungünstigere weg. So müsste beispielsweise beim Neubau der Rastanlage in Otterfing mehr Wald gerodet werden und mehr Fläche versiegelt werden als beim Ausbau der bestehenden Sauerlacher Anlage. Der Wald, der geopfert werden müsste, bestehe in Otterfing aus einem 70 bis 80 Jahre alten, strukturreichen Wald mit Totholz, währenddessen es sich in Sauerlach um eine 15 Jahre alte künstliche Aufforstung handele. Trotzdem wurde Otterfing gewählt, berichtete Einwanger kopfschüttelnd. Seitdem haben verschiedene Träger und Fachbehörden Stellung zum Variantenvergleich genommen, alle mit dem Ergebnis, dass Otterfing die ungünstigere Variante sei. Die Gemeinde arbeitet mit einem Rechtsanwalt zusammen. 1500 (von 4000) Einwohnern haben sich in eine Unterschriftenliste eingetragen. Ende April ist eine Anhörung vorgesehen, bei der alle Fakten auf den Tisch kommen. Die Entscheidung liegt dann bei der Regierung. Der Gemeinde bliebe bei negativem Ausgang noch der Klageweg, erklärte Einwanger. 

„Ganz astrein läuft das nicht“ pflichtete Georg Schlickenrieder (CSU) Einwangers Präsentation bei. Vielen Otterfingern sei gar nicht bewusst, was die Anlage für Auswirkungen hätte, wieviel Wald dafür abgeholzt werden müsste, was für eine Lärmbelästigung dann auf die Bürger zukomme und wie nah die PWC-Anlage am Ort wäre. „Wenn der Wald weg ist, ist da fast nichts mehr dazwischen“, äußerte sich Schlickenrieder besorgt. Sauerlach schiebe seine Probleme nach Otterfing, man könne sich langsam nicht mehr gefallen lassen, dass Otterfing von zwei expandierenden Gemeinden im Norden und im Süden veralbert werde, findet Schlickenrieder. Erneut plädierte er für einen Autobahnanschluss Sauerlach-Süd.

stg

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