Bitte nicht böllern

Gemeinde Rottach-Egern will auf Silvesterfeuerwerk verzichten

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Über Sinn und Unsinn von Feuerwerken im Tegernseer Tal wurde in Rottach-Egern diskutiert.

Rottach-Egern – Es ist Zeit, etwas zu ändern – da ist sich die Gemeinderätin Johanna Ecker-Schotte (FWG) sicher. Von „kriegsähnlichen Zuständen“ an Silvester spricht sie, wenn überall in Rottach-Egern und rund um den Tegernsee unzählige Böller und Raketen gezündet werden. „Es hat eine unerträgliche Form angenommen und wird immer schlimmer“, sagte sie in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. „Auch Tage vor und nach Silvester kracht es.“ Sie stellte daher einen Antrag für einen öffentlichen Aufruf zum freiwilligen Verzicht auf Feuerwerke zu Silvester.

Das Thema Feuerwerke im Tegernseer Tal ist umstritten. Zum einen gibt es Gegner, die das Geknalle das ganze Jahr über, auch bei Hochzeiten und Geburtstagen verurteilen. Generell stehen Feuerwerke in der Kritik, denn „zwischen 100 und 150 Millionen Euro jagen die Deutschen zum Jahreswechsel in die Luft, wobei rund 4500 Tonnen Feinstaub freigesetzt werden“, wie das Umweltbundesamt zum vergangenen Jahreswechsel mitgeteilt hat. Rund um den Tegernsee kommt die Tallage hinzu, in der sich die Reste der Feuerwerke stauen und im wahrsten Sinne für dicke Luft sorgen. Vor allem die Initiative „Stoppt private Feuerwerke – Feiern ohne Feuern“ setzt sich für den Verzicht ein und hat zum Beispiel Flyer verteilt. Aber es gibt zum anderen halt auch Befürworter, obwohl es mittlerweile zahlreiche Alternativen zum Feuerwerk gibt.

Bereits in der Vergangenheit hat es Aufrufe gegeben, freiwillig auf das Silvesterfeuerwerk zu verzichten, erklärte Bürgermeister Christian Köck. Verbieten wolle er es nicht. „In Sachen Seefest haben wir die klare Meinung, dass wir das beibehalten wollen“, sagte er. Bei einer Umfrage hätten drei Viertel der Teilnehmer sich dafür ausgesprochen, dass das Brillantfeuerwerk bleiben soll. Außerdem gibt es bereits Einschränkungen. „Wir genehmigen keine Feuerwerke auf privatem Grund mehr“, sagte er am Dienstagabend. „Aber wenn Hotels das für Hochzeiten machen, ist das eine andere Thematik.“

Und das ist auch ein Problem. „Wir können das nicht den kleinen Leuten verwehren und die Großen machen es dann“, meinte Thomas Forche (CSU). Am Ende beschlossen die anwesenden Gemeinderäte mehrheitlich, den Aufruf zu starten. Nur Josef Kaiser (CSU) stimmte dagegen, denn er freue sich schon jetzt auf Silvester und das Feuerwerk.ksl

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