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Gemeinderat Bad Wiessee: Grünen-Antrag für weniger Lichtverschmutzung

Seepromenade in Bad Wiessee
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Die Wiesseer Seepromenade soll auch weiterhin gut beleuchtet sein. Um Lichtverschmutzung zu reduzieren, wird nun aber geprüft, wo im Ort auf unnötige Beleuchtung verzichtet werden kann.

Bad Wiessee – Das Thema Lichtverschmutzung hat die Grünen-Fraktion in Bad Wiessee nun vorgebracht. Die Gemeinderäte zeigten sich für Maßnahmen offen.

Wer viele Sterne sehen möchte, muss dort hin, wo es wenig künstliches Licht gibt. Je dunkler, desto besser lässt sich der Nachthimmel beobachten. Aber nicht nur dafür hat künstliches Licht – so schön beleuchtete Gebäude, Bäume und Ortsteile sind – negative Effekte. Vor allem auch die Tierwelt wird beeinträchtigt. Darauf weist ein Antrag der Wiesseer Grünen hin, der auf eine Reduzierung der Lichtverschmutzung im Ort abzielt. Im Grundsatz kam das gut an im Gemeinderat.

Wie Karl Schönbauer, Fraktionssprecher der Grünen, dem Gremium erläuterte, sei der Antrag in erster Linie ein Appell und solle das Bewusstsein für das Thema schärfen. Es gehe darum, die Bevölkerung über die Auswirkungen der Lichtverschmutzung aufzuklären. „Wir wollen nichts verbieten“, betonte Schönbauer. Die Verwaltung solle aber prüfen, ob und an welcher Stelle auf künstliche Beleuchtung verzichtet werden kann. Außerdem regte Schönbauer an, insektenfreundliche Leuchtmittel zu verwenden. Der Austausch könne auch schrittweise erfolgen, heißt es in dem Antrag. Generell, findet Schönbauer, „sollten wir zukünftig nur das beleuchten, was beleuchtet werden muss“. Die Zahl der Insekten sei dramatisch rückläufig. Mitverantwortlich sei das vermehrte Fehlen natürlicher Dunkelheit. Allerdings dürfe bei einer Reduzierung der Beleuchtung etwa durch Dimmer und Bewegungsmelder das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung nicht außer Acht gelassen werden.

Auf diesen Aspekt wies auch CSU-Sprecher Florian Sareiter hin: „Das Thema Sicherheit muss im Vordergrund stehen.“ Gerade im Bereich der Uferpromenade etwa sollte die Beleuchtung nicht weiter reduziert werden. „Wenn mal was passiert, das können wir uns nicht leisten“, ergänzte Kurt Sareiter (CSU) und dachte dabei an die Gefahr durch Überfälle. Bad Wiessee sei Kurort und Heilbad, dort halten sich viele ältere Menschen auf, die sich sicher fühlen sollten, erklärte er. Grundsätzlich wertete Florian Sareiter den Antrag als sinnvoll, wenngleich Bad Wiessee in Sachen Beleuchtung ohnehin schon vorbildlich sei.

Der Meinung schloss sich Bernd Kuntze-Fechner (SPD) an. Den eingeschlagenen Weg möchte die Gemeinde weitergehen. Die Räte sprachen sich dann auch einstimmig dafür aus, die Verwaltung entsprechend dem Grünen-Antrag prüfen zu lassen, wo und wie sich Lichtverschmutzung reduzieren lässt.

Zu der Sitzung hatte die Gemeinde auch den technischen Leiter des zuständigen E-Werks Tegernsee, Frank Thinnes, eingeladen. Der Experte erklärte, dass die Wiesseer Straßenbeleuchtung schon älteren Datums ist. Es sei daher nicht möglich, Laternen einzeln zu steuern oder zu dimmen. Dafür müsste die gesamte Anlage erneuter werden. Wie Thinnes weiter erläuterte, sei die Lichtverschmutzung auch beim E-Werk Thema. Beim Austausch von Leuchtmitteln werden LEDs mit geringem Blauanteil im Licht eingesetzt, worauf Insekten weniger reagieren. ft

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