Gemeinderat beschließt Investitionen in Höhe von 6,5 Millionen Euro

Ja zum neuen Jodbad

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Die Adrianus-Quelle bekommt eine Einhausung, weitere Investitionen in die Heilwasser-Aufbereitungsanlage sind nötig.

Bad Wiessee – Das Kurviertel in Bad Wiessee soll das von Matteo Thun entworfene Badehaus bekommen. Es wird westlich des Badeparks entstehen. Der Gemeinderat hat am Donnerstagabend, nach vierstündiger Beratung, mit neun zu sechs Stimmen den Bau beschlossen.

Um die stärksten Jodschwefelquellen Deutschlands weiter nutzen zu können, muss Bad Wiessee außerdem in die Speicher- und Aufbereitungsanlage investieren. Das kostet nochmal eine Million Euro. Mit weiteren 200.000 Euro ist für eine Interimslösung im Badepark zu rechnen. „Das ist das Herz Bad Wiessees“, warb Bürgermeister Peter Höß um Zustimmung für das neue Badehaus. Doch einigen Räten sind die Kosten zu hoch. „Mit diesem Volumen ist der Weg für mich beendet“, sagte etwa Georg Erlacher (CSU). Seine Fraktionskollegen Kurt und Florian Sareiter wollten nur unter der Vorgabe zustimmen, dass die Gemeinde Fördermittel erhält. Dass Bürgermeister Höß in den Beschluss aufnahm, die Gemeinde erwarte Zuschüsse, reichte ihnen am Ende nicht. Die CSU-Fraktion hatte sich zuvor auch überrascht von der nach der fertigen Kostenberechnung feststehenden Höhe der Kosten gezeigt. Darüber, was vor der Sitzung bekannt gewesen war, gab es unterschiedliche Aussagen.

Auch sonst fühlten sich einige Räte nur unzureichend informiert. So hatte sich schon zu Beginn am Donnerstagabend abgezeichnet, wie schwierig die Entscheidung werden würde. Rolf Neresheimer (ranBW) wollte mit einem kurz vor der Sitzung eingereichten Antrag die Entscheidung sogar vertagen und forderte eine Klausur zum Thema Jodschwefelbad. Dafür fand Neresheimer aber keine Mehrheit, die deutliche Mehrheit wollte das Projekt endgültig auf den Weg bringen. Um alle offenen Fragen zu klären und sämtliche Entwürfe zu erläuern, hatte Höß Architekten und Fachplaner eingeladen. 

Mit der für viele Gemeinderäte wichtigsten Aussage hielt sich der Rathauschef aber lange zurück. Seinen Finanzierungsplan präsentierte er erst nach mehr als dreieinhalb Stunden. Nach der Kalkulation wäre der teure Bau zu stemmen. Alle zu erwartenden Zuschüsse und Steuerersparnisse eingerechnet, blieben für die Gemeinde Kosten in Höhe von 3,4 Millionen Euro. Dem gegenüber stünde ein Verkaufserlös von gut 6,7 Millionen für das Gelände des jetzigen Jodschwefelbads, wo ein Gesundheitshotel entstehen soll. Die CSU-Fraktion und Neresheimer konnte Höß aber nicht mehr überzeugen, mit neun zu sechs Stimmen segnete der Gemeinderat den Neubau des Jodbades ab.

Mehr über die Pläne und weiteren Investitionen lesen Sie in der kommenden Mittwochsausgabe.

ft

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