Alt-Beschluss kassiert

Gemeinderat für Erhalt des Otterfinger Hofs plus Bau einer Sporthalle

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Nach mehrheitlichem Willen des Gemeinderates soll auf dem Areal des Skaterplatzes an der Ludwig-Ganghofer-Straße eine Sporthalle entstehen.

Otterfing – Bei der jüngsten Otterfinger Gemeinderatssitzung wurden die Uhren für die Realisierung des neuen Sportzentrums neu gestellt: Mit den Stimmen von CSU, FW und Hubert Baldauf (Grüne) wurde der Beschluss vom Januar vergangenen Jahres, der mit 15:1 Stimmen einen Neubau am Nordring vorsah, aufgehoben. Stattdessen wird nun eine vom Otterfinger Architekten Michael Zach im Dezember vorgestellte Variante am Skaterplatz mit einer 2,5- oder Dreifach-Turnhalle und einem Sanitärgebäude am Nordring weiter verfolgt (wir haben berichtet). Der Otterfinger Hof bleibt somit erst einmal stehen und soll, ohne den Altanlagenbonus anzukratzen, saniert werden.

Das weitere Vorgehen hängt jetzt von der Haushaltslage ab. Die wird aber vermutlich mit dem Weggang von Vermes, einem der bisher größten Gewerbesteuerzahler, nicht besser. Speziell um die Kostenfrage entwickelte sich dann auch eine seitens der SPD und Thomas Hogger (Grüne) hitzig geführte Diskussion.

Den Vorschlag, eine Sporthalle am Skaterplatz zu bauen, brachte CSU-Fraktionssprecher Robert Schüßlbauer im Juli ein. Damit würden, so die Argumentation, die bei einem Neubau am Altstandort notwendigen und teuren Lärmschutzmaßnahmen und Parkplatzprobleme wegfallen und der Otterfinger Hof könnte weiterhin genutzt werden.

Das von den Gegnern von zwei Sportzentren ins Feld geführte Argument war vor allem dessen Finanzierbarkeit. „Wir brauchen keine zwei Hallen, die Unsummen an Unterhalt und Kosten verschlingen,“ erzürnte sich Max Ruf (SPD) und prognostizierte, dass dafür dann wohl die Thoma-Wiese verkauft werden solle. Thomas Hogger stellte sich an Rufs Seite und meinte: „Alleine schon der Unterhalt des Otterfinger-Hofes in der Form kostet uns im Jahr 50.000 Euro Zuschuss. Das ist für mich keine wirtschaftliche Lösung und entspricht auch nicht dem Bürgerbegehren, das wir mit dem Entscheid vom letzten Jahr umgesetzt hätten.“

Bürgermeister Jakob Eglseder warf Hogger zudem vor, in Sachen Sportzentrum seit drei Jahren eine Verzögerungstaktik gefahren zu haben. Ein finanzielles Risiko beim Weiterbetrieb des Otterfinger-Hofes sieht Georg Schlickenrieder (CSU) indes nicht: „Uns treibt doch niemand und wir brauchen da auch nichts übers Knie brechen.“ Auch Hubert Baldauf (Grüne) hat sich mit dem Vorschlag angefreundet und verteidigte ihn: „Das ist doch die ideale Lösung. Wir erhalten, was wir haben und als Versammlungsraum und für Großveranstaltungen auch brauchen, und kombinieren es mit einer neuen Sporthalle.“ Kosten entstehen, wie Baldauf anmerkte, bei allen Lösungen. Für Vizebürgermeisterin Ulrike Stockmeier (FW) ist das ohnehin die beste Entscheidung: „Das habe ich schon vor drei Jahren vorgeschlagen. Aber da war die Zeit dafür noch nicht reif.“ Das brachte wiederum Roberto Sottanelli (SPD) auf die Palme: „Du drehst dich doch, wie es dir gerade passt.“

Es sind also zukünftig im Gemeinderat wieder heftige Debatten um das Thema Sportzentrum zu erwarten. Andreas Eichhorn (SPD) stellte dem Gremium gar „ein Armutszeugnis“ aus und warf ihm die Spaltung der Otterfinger Bürger vor. Das Armutszeugnis unterschrieb Bürgermeister Eglseder verbal sofort. Für die Spaltung der Bevölkerung machte er indes die Initiatoren des Bürgerbegehrens verantwortlich. „Mindestens zwei von ihnen haben das leichtfertig in Kauf genommen. Seither haben wir fast 100.000 Euro für Gutachten ausgegeben, die größtenteils im Papierkorb gelandet sind. Ich hoffe, dass wir jetzt endlich vorwärts kommen.“ Eichhorn prognostizierte hingegen, dass dieses Jahr nichts mehr umgesetzt wird, das Sportzentrum wieder zum Hauptthema des nächsten Wahlkampfes wird und der neue Gemeinderat alles wieder neu aufsetzt. hac

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