Zum Wohl der Bürger

Gemeinderat erlässt Veränderungssperre: Einzige Schaftlacher Gaststätte soll erhalten bleiben

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Der Gemeinderat will die noch einzige Gaststätte in Schaftlach sichern.

Waakirchen – In Schaftlach, dem größten Ortsteil der Gemeinde Waakirchen, gibt es nur noch ein einziges Gasthaus – und zwar eine Pizzeria. Weil sich in jüngster Zeit Gerüchte breit machten, dass die frühere Bahnhofswirtschaft möglicherweise schicken Eigentumswohnungen weichen könnte, hat jetzt der Waakirchner Gemeinderat vorsorglich die Handbremse gezogen und eine Veränderungssperre beschlossen. Diese ging mit einer Änderung des bestehenden Bebauungsplanes „Schaftlach-Buchkogelstraße“ einher. Letzterer soll in westlicher Richtung erweitert werden – im beschleunigten Verfahren.

Bislang war der innerörtliche Bereich zwischen dem Michael-Schreiber-Weg, dem Friedhof und der Buchkogelstraße von keiner städtebaulichen Satzung der Gemeinde erfasst. Das soll sich nun ändern. Anlass für die Überplanung des Bereiches ist unter anderem, dass sich im dortigen Umgriff die aktuell letzte Gaststätte befindet. Wie am Sitzungsabend deutlich wurde, ist deren dauerhafter Erhalt nicht nur von wirtschaftlichem Interesse, sondern entspricht auch den sozialen Bedürfnissen der Bevölkerung. Außerdem soll aufgrund der äußerst angespannten Situation auf dem örtlichen Wohnungsmarkt die vorhandene innerörtliche Lage des besagten Gebietes dazu genutzt werden, um die Voraussetzungen für eine maßvolle Nachverdichtung bei gleichzeitiger Schonung des sogenannten Außenbereiches zu schaffen.

Gemeinderat Hermann Mair (SPD) konnte sich mit der Bebauungsplan-Änderung nicht anfreunden. „In meinen Augen ist das Ganze ein bisschen zu schnell geschossen“, sagte er und stemmte sich, auch im Hinblick auf die Veränderungssperre, gegen den Aufstellungsbeschluss. „Das ist ja fast wie eine kleine Enteignung“, ließ Mair verlauten. Seine Kollegen am Ratstisch sahen das anders. „Wir sollten nicht warten, bis uns ein Plan vorgelegt wird“, erklärte Günther Jeske (FWG). „Es geht um eine vorausschauende Planung zum Wohl der Öffentlichkeit“, stellte Robert Englmann (CSU) fest und machte deutlich, dass von Enteignung nicht die Rede sein könne. Dem Gemeinderat bleibe nichts anderes übrig, als rechtzeitig zu handeln, war Rudi Reber (ABV) der Meinung. So sieht es auch Fraktionskollege Balthasar Brandhofer.

Um zu verhindern, dass vor der Rechtskraft der Bebauungsplan-Änderung Vorhaben durchgeführt oder bauliche Anlagen beseitigt werden, sprachen sich die Räte bei einer Gegenstimme (Mair) für den Erlass einer Veränderungssperre aus. rei

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