Mehrheit für Asphalt

Gemeinderat Fischbachau beschließt Bau eines Pumptracks in Lehenpoint mit Leader-Mitteln

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Ähnlich wie dieser Pumptrack in Österreich wird die Bahn in Lehenpoint aussehen. Biker, Skater und Co. können sich auf zwei kleinen und einer großen Runde austoben.

Fischbachau – Ein wenig Geduld brauchen die sportbegeisterten Jugendlichen in Fischbachau noch. Dass sie diese haben, hat zuletzt Fabienne Nadjar bewiesen. Elf Tagesordnungspunkte hörte sie im Gemeinderat zu, ehe es um das von ihr initiierte Projekt ging: einen Pumptrack in Lehenpoint. Am Ende durfte sie sich, wie nun alle Jugendlichen, freuen. Allerdings fiel der Beschluss zum Bau der asphaltierten Wellenbahn mit 12:8 Stimmen recht knapp.

Die junge Fischbachauerin hatte fleißig Unterschriften für einen Pumptrack gesammelt, der Gemeinderat daraufhin die Wiener Experten von Balzamico Trail Design für ein Konzept engagiert (wir haben berichtet). Zur Realisierung hofft die Gemeinde auf Mittel aus dem EU-Programm Leader, 50 Prozent Förderung winken.

Kosten wird die Anlage etwa 80.000 Euro, wie Bürgermeister Josef Lechner sagte. Die Bahn allein schlägt mit 70.000 Euro – für die Ausführung in Asphalt – zu Buche. „Wir brauchen zur Straße einen Zaun“, sagte Lechner und schlug vor, für das Drumherum sicherheitshalber weitere 10.000 einzuplanen. So könnten beispielsweise auch Sitzbänke bezahlt werden. Um insgesamt 15.000 Euro billiger käme ein Pumptrack in Mineralbeton-Ausführung, also eine unversiegelte Strecke. Die Experten, sagte Lechner, hätten aber klar zu Asphalt geraten. „Sonst schränken wir den Nutzerkreis ein“, sagte Lechner. Rollerfahrer, Inline-Skater und Skateboarder etwa könnten nur auf Asphalt fahren. Der sei zudem weniger wartungsintensiv und schließe aus, dass jemand selbst mit der Schaufel neue Hindernisse einbaut.Andreas Estner (FWG) hielt dagegen, dass Asphalt bei Frost schnell brüchig werde und auch zu viel Sonne nicht gut vertrage. Auch Bernhard Padeller (FaB) plädierte für die geschotterte Variante, weil „die Pflege leichter“ wäre, Schäden schnell behoben werden könnten. Außerdem ließe sich der Track „einfacher neu modellieren, wenn er mal langweilig wird“, sagte Padeller. Sein Fraktionskollege Thomas Kantens­eder wollte mit der günstigeren Version starten, werde die Anlage gut angenommen, könne die Gemeinde später „upgraden“. Dann gebe es aber keine Fördermittel mehr, „dann zahlen wir nachher komplett“, machte Lechner klar.

Sorgen bereiten einigen Gemeinderäten auch die Haftung sowie der Unterhalt. Für letzteren wird der Bauhof sorgen müssen. „Das ist Aufgabe der Gemeinde“, sagte der Bürgermeister und ergänzte, der Aufwand steige natürlich mit der Zahl gemeindlicher Einrichtungen. Er gab aber auch zu bedenken: „Wenn über Nacht irgendein Kasperl ein Loch reingräbt und sich am nächsten Tag jemand verletzt, sind wir in der Haftung.“ Das spreche klar für Asphalt. Die Mehrheit war ebenfalls dafür, und Lechner sagte in Richtung der jungen Zuhörerin: „Fabienne, wir starten“. Der Beschluss gilt vorbehaltlich der Leader-Förderung. ft

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