Schwung fürs Herzensprojekt

Gemeinderat Hausham: Machbarkeitsstudie für Bergwerksmuseum / Saal eingeweiht

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Bevor der Haushamer Gemeinderat bei seiner ersten Sitzung im neuen Rathaus in die Tagesordnung einstieg, erhoben sich die Anwesenden zum gemeinsamen Gebet mit Dekan Michael Mannhardt und Pfarrer Erwin Sergel.

Hausham – Passend zur ersten Sitzung des Haushamer Gemeinderats im neuen Sitzungssaal samt gemeinsamem Gebet stand am Donnerstag vergangener Woche eines der Haushamer Themen schlechthin auf der Tagesordnung: das weitere Vorgehen zum Bergwerksmuseum. Noch ist dieses im Untergeschoss des alten Rathauses beheimatet, doch damit ist bald Schluss. In Zukunft soll am Förderturm an die Arbeit unter Tage erinnert werden (wir haben berichtet). Um an die dringend nötigen Fördertöpfe zu kommen, muss jedoch vorher eine Machbarkeitsstudie angefertigt werden.

2017 haben sich die Gemeinden Fischbachau, Bayrischzell, Schliersee und Hausham mit jeweils eigenen Projekten gemeinsam um das Prädikat Alpen-Modellregion beworben. Der Bescheid fiel positiv aus (wir haben berichtet). Bei der Umsetzung der Strategien wird den Kommunen zwei Jahre lang eine Projektbetreuung zur Seite stehen, deren Kosten zu 75 Prozent der Freistaat übernimmt. Und das Thema Kosten ist es auch, das für die Gemeinde Hausham bei ihrem Projekt die größte Unbekannte darstellt. Dieses Vorhaben – die Einrichtung des Bergwerkmuseums im Förderturm und dessen Nutzbarkeit für die Öffentlichkeit – ist das Hauptziel, betont die Gemeinde, stellt aber gleichzeitig fest: „All dies selbstverständlich unter Beachtung der finanziellen Situation unserer Gemeinde.“ Eine Förderung muss also her. Diese gibt es aber mittlerweile fast nur noch in Verbindung mit einer Machbarkeitsstudie, die das Vorhaben unter mehreren Gesichtspunkten auf den Prüfstand stellt, erklärte Alpen-Modellregion-Beraterin Petra Wähning bei der jüngsten Gemeinderatssitzung. Diese soll das Münchner Büro „ARGUS! Kultur&Kommunikation“ erstellen. Dieses ist auf die Beratung zu Kulturprojekten sowie ihre Entwicklung und Umsetzung spezialisiert. Chef Jörg Haller erklärte die nächsten Schritte: „Wir gehen da unabhängig ran und prüfen das. Dann gibt es eine Empfehlung.“ Grundlegend geht es darum, ob das Projekt „Bergwerksmuseum im Förderturm“ sinnvoll, nachhaltig und finanzierbar – sprich: machbar – ist, erklärte Haller. Diese Einschätzung dient als Grundlage für die Bewertung durch die Landesstelle für nichtstaatliche Museen und ist Grundlage für eine eventuelle Förderung. Beraterin Wähning zeigte sich von dem Museums-Vorhaben begeistert. Es habe das Potential, „ein Leuchtturmprojekt“ zu werden. Mit viel Enthusiasmus präsentierte auch Architekt Johannes Wegmann erste Ideen. Der Förderturm sei ein „Herzensthema seit Beginn meiner beruflichen Tätigkeit“ und ein „wichtiges Monument“ für die Bergbautradition, das im Zuge der Öffnung für die Öffentlichkeit wieder „mit Leben erfüllt“ werden solle. Denkbar sei zum Beispiel, neben der Museums- und einer angeschlossenen kulinarischen Ebene, auch Veranstaltungen dort stattfinden zu lassen. „Das Ziel ist hervorragend, den Weg müssen wir aber noch erarbeiten. Das steht in den nächsten Monaten an“, sagte Bürgermeister Jens Zangenfeind. Franz Gregor wünschte sich im Namen des Bergmannsvereins St. Barbara Hausham ein „Erlebnismuseum mit Aussagekraft, wie es in der Region kein zweites gibt“. Er appellierte an die Räte, das Museum nicht sterben zu lassen. „Wir müssen zwar raus, tun dies aber in der guten Hoffnung, dass es weitergeht.“ Franz bat, so das „Gedenken an die Leistungen der Bergleute fortzuführen“. Gemeinderätin Ria Röpfl (FWG) betonte, niemand wolle das Vorhaben sterben lassen, schließlich sei die Gemeinde stolz auf ihre Geschichte. „Wenn es eine Förderung gibt, stehen alle dahinter. Ich hoffe, dass wir es schaffen.“ Bürgermeister Zangenfeind sieht die Umsetzung des Projektes auch als Anerkennung für die Leistungen des Bergmannsvereins: „Ihr marschiert so oft für Hausham, und das sogar ganz schön weit.“ she

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