Gemeinderat Waakirchen beantragt Prüfung einer unterirdischen Lösung

Tunnel statt Umgehung

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Als optimale Verkehrsentlastung stellen sich die Waakirchner eine Tunnellösung vor.

Waakirchen – Auf Antrag der „Bürgerbewegung Entlastung der B 472, Einklang von Natur und Verkehr“ rückte das Thema "Tunnellösung" auf die Tagesordnung der jüngsten Waakirchner Gemeinderatssitzung.

Zahlreiche Autos drängten sich auf den Parkflächen ums Rathaus, im Sitzungssaal mussten zusätzliche Stühle für die riesige Besucherschar herbeigeschafft werden. Als der Waakirchner Gemeinderat am vergangenen Dienstagabend erstmals im neuen Jahr tagte, konnte er sich über mangelndes Interesse in der Bevölkerung nicht beklagen. Kein Wunder, stand doch ein Antrag der „Bürgerbewegung Entlastung der B 472, Einklang von Natur und Verkehr“ zur Prüfung einer Alternativtrasse in Form eines Ost-West-Tunnels auf der Agenda.

In seinem Schreiben zeigte der obengenannte Verein unter anderem auf, dass laut Staatlichem Bauamt Rosenheim bereits seit Sommer vergangenen Jahres eine Umweltverträglichkeitsstudie für eine Waakirchner Ortsumgehung laufe und diese sich mittlerweile in der Endphase befinde. Die Bürgerbewegung brachte in ihrem Gesuch zum Ausdruck, dass eine Umgehungsstraße den Ort weiter teilen und Naherholungsräume zerstören würde. Stattdessen würde mit der Errichtung eines etwa zwei Kilometer langen „Ost-West-Tunnels“ dem Primärproblem Schwerlastverkehr gerecht. Als Alternative zu der im Bundesverkehrswegeplan 2030 vorgesehenen Südumfahrung möge jetzt der Gemeinderat per Beschluss die Prüfung besagter unterirdischer Lösung beim Staatlichen Bauamt Rosenheim beantragen.

„Es heißt immer, die Gemeinde hat nichts in Sachen Tunnellösung unternommen“, ärgerte sich Bürgermeister Sepp Hartl am Sitzungsabend. Er stellte klar, dass die Kommune schon am 20. September 2012 im Rahmen der ersten Bedarfsplananmeldung der Rosenheimer Behörde mitgeteilt habe, dass eine Untertunnelung des Ortes oder eine Einhausung der Ortsdurchfahrt als sinnvoll erscheine. Zudem verwies Hartl auf seither stattgefundene Gespräche in großer Runde, bei denen stets die Rede gewesen sei, dass auch ein Tunnel als mögliche Variante der Verkehrsentlastung geprüft werde. Insofern zeigte sich der Waakirchner Bürgermeister darüber verwundert, dass für dergleichen Prüfung doch ein extra Antrag gestellt werden müsse. Das Ratsgremium kam dem nun nach und fasste einen einstimmigen Beschluss. „Die Tunnellösung wurde schon zu Bürgermeister Peter Fingers Zeiten vorgeschlagen“, erinnerte Rudi Reber (ABV). „Ich möchte zum Ausdruck bringen, dass der Bau eines Tunnels die favorisierte Lösung ist“, hob CSU-Rat Robert Englmann hervor. Dass sich die Bürgerbewegung in Sachen Ortsumfahrung Waakirchen strikt gegen die Aufnahme in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans positioniert habe, „hat mich gestört“, sagte Englmann auf Nachfrage und gab zu bedenken: „Wenn sie die Aufnahme verhindert hätte, wäre nichts zustande gekommen.“

Davon, dass ein Tunnel wohl gut das Zehnfache der mit 6,6 Millionen Euro veranschlagten Südspange kosten dürfte, hielt die Waakirchner Räte nicht davon ab, sich geschlossen für die unterirdische Röhre auszusprechen.

Anschließend verkündete Gisela Hölscher (FWG), dass sie in Sachen Tunnel eine Unterschriftenaktion initiiert habe. Diese solle zeigen, wie viele Waakirchner sich dergleichen Lösung wünschen. „Seid aktiv, bringt euch ein“, lautet Hölschers Appell an die Bevölkerung. Die Unterschriftenlisten können per E-Mail an tunnel-waakirchen@gmx.de angefordert werden. Die Aktion läuft bis 28. Februar.

rei

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