Kitas verschlingen Millionen

Gemeinderat Warngau verabschiedet Haushalt: Diese Investitionen sind geplant

Kita am Kapellenfeld in Oberwarngau
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Der Anbau für die Kita am Kapellenfeld in Oberwarngau, welcher hier rechts im Bild an das Bestandsgebäude gebaut wird, kostet die Gemeinde 1 Million Euro.
  • vonSelina Benda
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Warngau – Die Kita und der Hort am Kapellenfeld in Warngau brauchen mehr Platz. Das Thema Kinderbetreuung kostet die Gemeinde viel Geld.

Wenn eines bei der Vorstellung des Haushalts- und Finanzplans in der jüngsten Sitzung des Warngauer Gemeinderates klar wurde, dann, dass der Erhalt und der Ausbau der Betreuungsplätze für Kinder die finanzielle Gegenwart und Zukunft der Gemeinde dominieren. Insgesamt stehen 2021 Investitionen in Höhe von 2,4 Millionen Euro an. Und das ist nur mit einer satten Entnahme aus den gebildeten Rücklagen der Kommune möglich.

Kämmerer Anton Kaunzner legte dem Gremium den Haushaltsplan 2021 sowie den Finanzplan bis 2024 zur Abstimmung vor. Der Verwaltungshaushalt ist mit 7,4 Millionen Euro angesetzt und gleicht damit dem Ergebnis aus dem Vorjahr. Weiterhin sind die Grundsteuern A (57.000 Euro) und B (285.000 Euro) sowie die Gewerbesteuer mit 1,8 Millionen Euro die wichtigsten Einnahmequellen der Gemeinde. „Die größte Einnahme haben wir aber durch die Einkommensteuerbeteiligung von 2,75 Millionen Euro“, erklärte Kaunzner. Diese liegt sogar noch über den Einnahmen aus dem Vorjahr (2,69 Millionen Euro).

  • Mit 2,6 Millionen Euro schlägt die Kreisumlage in den Ausgaben des Verwaltungshaushalts zu Buche.
  • Aber auch der Sach- und Betriebsaufwand (1,8 Millionen Euro) etwa für Schulen, gemeindliche Gebäude und Grundstücke, die Personalkosten (937.000 Euro) und Schulverbandsumlagen (207.000 Euro) hinterlassen ihre Spuren.
  • Dadurch ist lediglich eine Zuführung zum Vermögenshaushalt in Höhe von 160.300 Euro möglich. Dieser ist für 2021 mit 3,7 Millionen Euro veranschlagt. Um die geplanten Investitionen auch stemmen zu können, reicht diese Zuführung jedoch nicht aus.
  • Alleine für die Erweiterung von Hort und Kindergarten am Kapellenfeld benötigt die Gemeinde 1 Million Euro.
  • Hinzu kommen 95.000 Euro für Baumaßnahmen an den Schulen in Wall und Warngau sowie eine neue Medienausstattung für Letztere (20.000 Euro).
  • Eine Restzahlung in Höhe von 300.000 Euro für die Tieferlegung der Bundesstraße B318 sowie die Investitionen in die Kläranlage Holzkirchen (75.000 Euro) runden die Gesamtsumme auf 2,4 Millionen Euro.
  • Mit einer Entnahme in Höhe von 1,6 Millionen Euro für diese Investitionen schrumpfen die Rücklagen der Gemeinde auf etwa 400.000 Euro.
  • Zumindest eine Kreditaufnahme ist laut Kämmerer für 2021 nicht geplant.

Der Finanzplan für die Jahre 2022 bis 2024 sieht ebenfalls hohe Ausgaben für den Erhalt und die Erweiterung der Betreuungsplätze in Warngau vor.

  • Insgesamt 2,25 Millionen Euro hat Kämmerer Kaunzner für die Kindergärten und Kindertagesstätten eingeplant.
  • 1,2 Millionen Euro fließen in den allgemeinen Straßenbau.
  • 990.000 Euro muss die Kommune für die Brückenbauarbeiten in Thalmühl berappen.

Trotz der hohen Investitionen zog der Gemeindekämmerer ein positives Fazit für den Haushalts- und Finanzplan: „Wir sind trotz Pandemie gut durchgekommen.“ Die um 170.000 Euro zum Vorjahr gestiegene Kreisumlage tue aber weh, sagte er.

Dies kritisierte auch Reinhard Bücher (Grüne). Die generelle Unterfinanzierung der Gemeinden würde sie daran hindern, ihre Kernaufgaben erarbeiten zu können. Ohne Grundstücksverkäufe, die eigentlich auf Erbpacht vergeben werden sollten, sei dies nicht möglich. „Die Gemeinden sollen die Betreuung stellen, aber ständig werden die Zuschussverfahren geändert. Das ist ein Zuweisungsspektakel von oben“, monierte Bücher.

Dem stimmte Bürgermeister Klaus Thurnhuber zu: „Wir sind unterversorgt. Da müssen sich Bund und Länder etwas überlegen, um einen Ausgleich zu schaffen.“ Die Gemeinderäte verabschiedeten am Ende beide Pläne einstimmig und mit anerkennendem Applaus für die Arbeit der Kämmerei. sb

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