Hauptmann tritt an

Georg Gruber ist der dritte Bewerber um das Fischbachauer Bürgermeisteramt

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Georg Gruber möchte Fischbachauer Bürgermeister werden. Er tritt für die Freien aktiven Bürger an.

Fischbachau – Bürgermeister Josef Lechner wird sich in den Ruhestand verabschieden. Wer im kommenden Frühjahr seinen Platz auf dem Chefsessel im Fischbachauer Rathaus einnehmen darf, dürfte spannend werden. Mit Georg Gruber hat sich am vergangenen Freitag der dritte Bewerber vorgestellt. Der 51-jährige Hundhamer tritt für die Freien aktiven Bürger (FaB) an.

Die offizielle Nominierung steht zwar noch aus, wird aber nur eine Formalie. Das Vertrauen der FaB-Fraktion im Gemeinderat hat Gruber sicher, somit wird es im März zu einer Premiere kommen. Denn noch nie seit ihrer Gründung 1990 haben die FaB einen Bürgermeisterkandidaten gestellt, wie FaB-Rat Georg Göttfried bestätigte. Heuer haben sie sich dazu entschlossen, weil zunächst nur CSU-Gemeinderat Josef Obermaier seine Ambitionen kundgetan hatte – die Fischbachauer aber eine echte Wahl haben sollten. Als dann die FWG Johannes Lohwasser präsentierte, stand auch Grubers Entschluss – so wie die Entscheidung der Fraktion – schon fest. Sie ist überzeugt, den richtigen Kandidaten gefunden zu haben. „Sehr sehr gut“ findet ihn etwa Peter Rauffer, Bernhard Padeller lobte Grubers „Weitblick“ sowie seine „ruhige, besonnene Art“. Der 51-Jährige lebt seit seiner Geburt in Hundham. Er ist verheiratet, hat zwei erwachsene Kinder und ist ins Vereinsleben der Gemeinde integriert. „Ich bin seit 45 Jahren bei der Gebirgsschützenkompanie Elbach-Leitzachtal“, erzählte Gruber am Freitag bei seiner Vorstellung im Alten Wirt in Hundham. Seit 2000 ist er Hauptmann der Kompanie und hat vor zehn Jahren auch den Patronatstag in Elbach mit mehr als 4000 Schützen organisiert. Als Schatzmeister der VSG Fischbachau war er zudem „stark in den Bau des Schützenhauses involviert“, von der Planung bis zur Fertigstellung.

Durch sein ehrenamtliches Engagement ebenso wie aus seinem Berufsleben „habe ich Erfahrung in der Führung von unterschiedlichen Charakteren“, erklärte Gruber. Er ist Anlageberater, leitete auch schon mehrere Bankfilialen. Wichtig ist ihm, „weitsichtig das Ganze“ zu sehen. „Ich polarisiere nicht“, sagte Gruber. Er möchte „Kompromisse finden und ausgleichen“. Auch bei Konflikten solle „jeder gut rauskommen“, sagte Gruber. Das traut ihm die FaB-Fraktion in jedem Fall zu. „Er is a g‘standens Mannsbild mit Lebenserfahrung“, sagte etwa Rauffer. Die Erfahrung in der Kommunalpolitik fehlt Gruber hingegen noch. Das Interesse, sagte er, war aber schon „seit Jahrzehnten“ da. Beruf und Familie ließen aber bisher nicht genug Zeit für ein Amt. Gespräche – vor allem mit den Gemeinderäten Padeller und Thomas Kantenseder – hat er aber schon immer viele geführt. Und als Gruber die Kandidatur angeboten bekam und sich daraufhin intensiver mit den Positionen der Fraktion auseinandersetzte, habe er festgestellt: „Die Ziele der FaB für die Gemeinde sehe ich genauso.“ Also beispielsweise Innenraum verdichten statt neue Flächen verbauen. Daher hielt Gruber Rücksprache mit seiner Familie, überlegte – und sagte vier Wochen später zu.

Wenngleich er schon seit langem das politische Geschehen in der Gemeinde verfolgt, wird sich Gruber nun noch intensiver informieren. „Ich schau mir Beschlüsse im Internet an, lese Zeitung, führe Gespräche und besuche Gemeinderatssitzungen“, sagte er. Dass der 51-Jährige noch nicht im Gremium sitzt, ist für ihn kein Nachteil: „Ich habe einen objektiven Blick auf die Projekte.“ Begonnene möchte er zu einem guten Abschluss bringen. Und bei neuen sollen das „Wohl der Bürger und der Gemeinde im Mittelpunkt stehen“. Für Gruber ist klar: „Ich will das Leitzachtal als lebenswerte Region erhalten.“ ft

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