In die Natur, nicht die Wiese

Georgitag: Was nun beim Betreten von Feldern und Weiden zu beachten ist

Wanderer genießen in das schöne Wetter
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Eine Rast auf der Wiese ist angenehm, hilft aber der Natur momentan nicht beim Wachsen und Gedeihen.
  • VonFridolin Thanner
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Landkreis – Der Georgitag am 23. April ist ein traditioneller Kirchtag. Aber nicht nur Bräuche und Bauernregeln spielen dabei eine Rolle, sondern auch die Natur.

Raus in die Natur. Bewegung an der frischen Luft tut gut. Gerade in Zeiten von Corona scheinen besonders viele Menschen den ohnehin schon starken Trend zum Outdoor-Sport für sich entdeckt zu haben und es zu genießen, draußen unterwegs zu sein. Das Recht dazu ist in der bayerischen Verfassung verankert. Das bayerische Naturschutzgesetz sagt aber auch: Erholungssuchende müssen mit Natur und Landschaft pfleglich umgehen.

„Insbesondere auf die berechtigten Belange der Grundstückseigentümer und Nutzungsberechtigten soll Rücksicht genommen werden“, erklären der Alpwirtschaftliche Verein Allgäu und der Almwirtschaftliche Verein Oberbayern in einer gemeinsamen Mitteilung. Der Landwirt müsse schließlich gutes, gesundes Futter produzieren. Schäden im Aufwuchs und Verunreinigungen des Futters etwa durch Abfälle oder Hundekot seien daher immer zu vermeiden.

Ab Georgi nicht mehr über Wiesen

Zudem gibt es Regeln, wann Grünland betreten werden darf und wann nicht. Immer mehr in Vergessenheit gerät, was früher Kindern beigebracht wurde: „Ab Georgi (23. April) geht man nicht mehr über die Wiesen.“

Allerdings, erklären die beiden Verbände, habe der Stichtag traditionelle Gründe: „Entscheidend ist der Zustand der Vegetation.“ Gesetzlich verboten ist das Betreten landwirtschaftlich genutzter Flächen während der Nutzzeit, also zwischen Saat und Ernte, sowie bei Grünland die Zeit des Aufwuchses.

Wege und Natur nicht zerstören

Aber auch sonst drohen Konflikte mit der Landwirtschaft – wohl vor allem, weil immer mehr Menschen unterwegs sind. Und viele davon zwar in die Natur wollen, sich dort aber nicht besonders naturverträglich verhalten. So sind etwa das Aufstellen von Wohnwagen, das Zelten und das Übernachten im Freien nicht vom Betretungsrecht gedeckt. Und nicht alle Wege sind zum Fahrradfahren geeignet.

Die almwirtschaftlichen Vereine schreiben dazu: „Eine nachhaltige Beeinträchtigung der Wege oder des Naturraums muss nach Möglichkeit ausgeschlossen werden. Das Befahren darf nicht zur Zerstörung der Wegeoberfläche führen. Und besteht die Gefahr, dass durch das Befahren des Wegs die Bodenoberfläche gelockert und damit das Risiko von Bodenabtrag und Bodenerosion auf dem Weg gesteigert wird, ist der Weg ungeeignet.“

Dazu geben die Verbände weitere Tipps zum Verhalten in der Natur. So sollten Ausflügler nur auf ausgewiesenen Parkplätzen parken, auf den Wegen bleiben, Ruhezonen und Schutzgebiete beachten, Abstand zu Weidetieren halten und Hunde anleinen. „Hinterlasse keine Spuren, insbesondere durch Reifenabdrücke oder Müll“, lautet ein grundlegender Appell. Eigentlich ist es ganz einfach: Hirn einschalten. Mit gesundem Menschenverstand sollte sich die Natur genießen lassen, ohne sie zu schädigen.

Tipps zum Verhalten in der Natur:

  • Plane Touren im Voraus, reise umweltfreundlich an! Parke bitte nur auf ausgewiesenen Parkplätzen. Wiesen und Einfahrten zu Wiesen und Weiden sind keine Parkplätze.
  • Vermeide Dämmerungs- und Nachtaktivitäten.
  • Schütze die Natur, respektiere Pflanzen- und Tierwelt.
  • Nimm Rücksicht auf Fußgänger und die dort arbeitenden Menschen.
  • Bleib auf den Wegen. Dies gilt insbesondere für die Zeit des Aufwuchses.
  • Beachte Ruhezonen und Schutzgebiete. Dies sind Rückzugsgebiete für wildlebende Tiere und geschützte Pflanzen.
  • Halte gebührend Abstand zu Weidetieren, auch Alpen sind kein Streichelzoo.
  • Führe Hunde an der Leine, nur im Notfall loslassen. Den Kot bitte entsorgen.
  • Respektiere Zäune und Absperrungen, Tore bitte wieder gut verschließen.
  • Hinterlasse keine Spuren, insbesondere durch Reifenabdrücke oder Müll.

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