Gerhard Henrikus übernimmt das Amt

Nachfolger von Anton Grafwallner: Er hilft fortan Menschen mit Handicap im Landkreis Miesbach

Kreistag Miesbach
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Gerhard Henrikus (l.) ist neuer Behindertenbeauftragter für den Landkreis Miesbach. Der Kreistag um Landrat Olaf von Löwis hat ihn im Rahmen der jüngsten Sitzung bestellt.

Landkreis – Der Landkreis Miesbach hat einen neuen Beauftragten für Menschen mit Behinderung. Gerhard Henrikus aus Bayrischzell folgt Anton Grafwallner ins Amt.

Der Landkreis Miesbach hat mit Gerhard Henrikus einen neuen Beauftragten für Menschen mit Behinderung. Am 1. Januar trat der 64-Jährige aus Bayrischzell die Nachfolge von Anton Grafwallner an.

Für das facettenreiche Aufgabengebiet bringt Henrikus, der beim Gasehersteller und Anlagenbauer Linde in Pullach arbeitet, viel Erfahrung mit: Er ist dort Konzernschwerbehindertenvertreter. „Das große Thema Inklusion liegt mir besonders am Herzen“, sagt Henrikus. Der gebürtige Saarländer ist verheiratet, Vater einer erwachsenen Tochter und leidet seit einem Schlaganfall an einer inkompletten Halbseitenlähmung.

„Inklusion bedeutet die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben in allen Bereichen“, erläutert der neue Kreisbeauftragte für Menschen mit Behinderung und konkretisiert: „Menschen mit Einschränkungen müssen ein selbstbestimmtes Leben führen können.“ Deshalb sei Barrierefreiheit ein zentraler Punkt – sowohl im Alltag als auch im Urlaub.

Barrierefreiheit: Auch Mütter mit Kinderwagen betroffen

Henrikus verweist in diesem Zusammenhang unter anderem auf den mühelosen Zugang zu öffentlichen Gebäuden und Anlagen, auf die unproblematische Benutzung von Wegen und Verkehrsmitteln oder auf die einfache Bedienbarkeit von Geldautomaten und Internetseiten. Außerdem bringt er zur Sprache, dass nicht nur Menschen mit Handicap, sondern beispielsweise auch Mütter mit Kinderwagen oftmals mit baulichen Hindernissen zu kämpfen hätten.

Ferner gibt Henrikus zu bedenken, dass unsere Gesellschaft immer älter wird und gesundheitliche Beeinträchtigungen zunehmen. Deshalb heiße es, auf die veränderten Verhältnisse einzugehen und neue Ideen zu entwickeln, aber auch Bewährtes fortzuführen.

Ein wichtiger Bereich sei der behindertengerechte Tourismus. Schließlich sollen Menschen mit Handicap unbeschwerte und erholsame Ferien genießen können. Aus diesem Grund seien umfassende Informationen zu barrierefreien Hotels, Ferienwohnungen, Pensionen und Gaststätten sowie zu Transportmöglichkeiten und Freizeitangeboten eine wertvolle und hilfreiche Unterstützung.

Behindertenkompass: Landkreisweiter Wegweiser in Arbeit

„Wenn ein Mensch mit Einschränkungen ganz normal am Leben teilhaben kann, ist ein riesiger Schritt getan“, hebt Gerhard Henrikus hervor. Für den Miesbacher Landkreis als Beauftragter für Menschen mit Behinderungen tätig zu sein, sieht er gerade in Corona-Zeiten als große Herausforderung. „Ich stehe derzeit noch in intensivem Austausch mit meinem Vorgänger“, berichtet Henrikus und zollt Anton Grafwallner höchstes Lob: „Er hat in den vergangenen 20 Jahren hervorragende Arbeit geleistet.“

Was den neuen Behindertenkompass angeht, so sei dieser landkreisweite Wegweiser für Menschen mit und ohne Behinderungen gerade im Entstehen. „Es handelt sich dabei um ein ständiges Pflegewerk“, erläutert Henrikus, dessen Lebensmotto „Einfach machen“ lautet. Gemeint sei damit zweierlei: Anpacken und Pläne rasch umsetzen sowie eine unkomplizierte Alltagsgestaltung. rei

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