Gewerbegebiet wird zum Grünland

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ELKE SENGER-WIECHERS, Otterfing – Das neue Gewerbegebiet „Hienlohestraße Nord“ in Otterfing ist fertig erschlossen, erste Firmen interessieren sich für Grundstücke. Das Gebiet soll auf Wunsch der Gemeinde aber nur langsam besiedelt werden. Daher hat der Gemeinderat nun darüber beschlossen, wie die brach liegenden Flächen anderweitig genutzt werden sollen. Die Straße ist geteert, der Gehweg wird Zug um Zug erstellt und auch die Frage der Energieversorgung im neuen Gewerbegebiet ist nach längerer Über- legung geklärt: Die Grundstücke werden an die Gasversorgung der Energie Südbayern angeschlossen. In der Diskussion standen zuvor auch ein Block- heizkraftwerk (wir berichteten) und Fernwärme. „Nun habe wir eine flexible und zukunftsfähige Lösung“, erklärte Bürgermeister Jakob Eglseder (CSU) gegenüber dem Gelben Blatt. Otterfing, das bis 2035 eine autarke Stromversorung erreichen will, hat dabei auch eine nachhaltige und umweltschonende Energieversorgung im Blick: „Mit den gleichen Leitungen können wir dann zum Beispiel auch Bio-Gas nutzen“, so Eglseder. Zwischenzeitlich hat die Gemeinde auch mit der Vermarktung des insgesamt vier Hektar großen Areals begonnen. „Für ein Viertel der Fläche haben wir bereits drei feste Bewerber“, freut sich Eglseder. Ihnen lägen bereits die Notarverträge vor, mit etws Glück könnten sie bald schon unterzeichneten werden, so der Rathauschef weiter. Darüber hinaus haben weitere Firmen angefragt, darunter auch orts- ansässige Betriebe, die ihren Standort verlegen oder sich vergrößern wollen. Dennoch soll sich das Gebiet nur langsam füllen, die Gemeinde hat sich keine Frist gesetzt bis wann das Areal vollständig vergeben sein soll. „Wir wollen Flächen für interessante Betriebe wie Denkfabriken oder Produktionsfirmen mit zukunftsfähigen Arbeitsplätzen vorhalten“, erklärt Eglseder. Ein weiterer Grund sei, dass man nicht wisse, ob bei größerer Nachfrage eine Erweiterung möglich wäre und die Gemeinde deshalb mit den Flächen zunächst einmal haushalten wolle. Bis geeignete Käufer gefunden sind, will der Gemeinderat die brach liegenden Flächen kostenlos einem Landwirt zur Pflege zu überlassen. Er soll einen Pachtvertrag erhalten, in dem dann unter anderem geregelt wird, dass die Flächen aufgelöst werden müssen, sobald sie verkauft sind. Interessierte Landwirte können sich noch bis voraussichtlich Mitte Januar bei der Gemeinde bewerben. Sollte es mehr als einen Interessenten geben, entscheidet das Los über die Vergabe.

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