Zu nahe am Hang geflogen

Nach Bruchlandung eines Gleitschirmpiloten (51): Erneuter Vorfall am Wallberg

Polizei-Hubschrauber im Einsatz
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Hubschrauber im Einsatz

Rottach-Egern – Ein Gleitschirmpilot aus München ist am Mittwoch am Wallberg in 15 Metern Höhe in einem Baum gelandet. Nun gab es erneut einen Vorfall mit einem Baden-Württemberger.

Update, 14. September, 10.50 Uhr: Erneuter Vorfall am Wallberg

Am Donnerstag (13. September), gegen 16.45 Uhr, stürzte ein 55-Jähriger aus Baden Württemberg mit seinem Gleitschirm am Nordosthang des Wallbergs in Rottach-Egern nach einem Flugfehler in einen Baum. Grund dafür war, dass er zu nahe am Hang entlang flog und sich eine der Leinen in einem Baum verfing.

Der Mann wurde durch die Bergwacht Rottach-Egern, die mit acht Bergrettern und ihrem Pinzgauer sowie einem Polizeihubschrauber im Einsatz war, unverletzt aus seiner misslichen Lage befreit.

Der Gleitschirm wird in den nächsten Tagen aus dem Baum entfernt, teilt die Polizeiinspektion Bad Wiessee mit.

Vorbericht vom 10. September:

Zu nahes Fliegen am Hang war die Ursache für die Bruchlandung eines 51-jährigen Gleitschirmfliegers aus München am Mittwoch (9. September), gegen 15 Uhr. In der Nähe der Bärenwand auf der Nordseite des Wallberg streifte der Sportpilot zunächst einen Baum mit einer Flügelseite, konnte seine Flugroute nicht weiter korrigieren und landete dann in zirka 15 Metern Höhe in einer Buche. Der Pilot blieb dabei unverletzt und verständigte selbst aus seiner misslichen Lage die 110, teilt die Polizeiinspektion Bad Wiessee mit.

Auf Anflug musste der angeforderte Polizeihubschrauber Edelweiß 2 noch einmal abdrehen, um eine Übersichtslage an die Einsatzzentrale in Rosenheim über einen größeren Brand in Bad Aibling zu geben.

Im Anschluss brachte der Edelweiß Einsatzkräfte der Bergwacht zur Unglücksstelle, musste jedoch zunächst abwarten, bis die anderen Gleitschirmflieger gecheckt hatten, dass dort ein Rettungseinsatz läuft und nicht mehr starteten beziehungsweise vom Berg weg flogen. Die Bergwachtler bereiteten vor Ort den Abtransport des im Baum hängenden Piloten vor, bevor dieser mit der Winde des Hubschraubers befreit werden konnte.

Der dringende Appell geht an die Vernunft der Gleitschirmpiloten: „Wenn ein Hubschrauber am Berg im Einsatz ist, heißt es ganz klar: Weit weg fliegen vom Einsatzort beziehungsweise nicht mehr starten“, informiert die Polizei. „Für die Piloten der Rettungs- und Polizeihubschrauber ist das Vor-Ort-Bringen von Einsatzkräften und Bergen von Verunfallten mit Winde Herausforderung genug, um nicht auch noch auf umherfliegende Freizeitsportler zu achten.“

Eine weitere Schwierigkeit ist der sogenannte Downwash: Wenn der Hubschrauber zur Windenbergung ansetzt, muss zuvor der verunglückte Pilot von seiner Schirmkappe getrennt und gesichert sein, damit er nicht samt seiner Ausrüstung bei der Bergung von den Rotorwinden quasi weggeblasen wird.

Gegen 18 Uhr war der Pilot aufgrund des umsichtigen Handelns der Bergwacht und der Besatzung des Polizeihubschraubers zu Tal gebracht. ksl

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