Ausstellung bis 27. Oktober

Kunst mal schnell „hibatzld“ auf Gut Kaltenbrunn

Ausstellung auf Gut Kaltenbrunn in Gmund
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Im ehemaligen Rinderstall des Guts Kaltenbrunn sind 350 Kunstwerke „hibatzld“. Die Ausstellung dauert bis 27. Oktober.

Gmund – Eine besondere Ausstellung ist derzeit in Gmund zu sehen. Viele Künstler zeigen viel Kunst von Malerei bis Film unter dem Titel „Hibatzld“.

Ein kulturelles Highlight der etwas anderen Art bietet die Ausstellung „Hibatzld“ auf Gut Kaltenbrunn. Im ehemaligen Rinderstall des Gutshofes sind 350 Werke von 40 Künstlern aus dem Landkreis Miesbach, unter anderem mit deutschen, britischen, amerikanischen, kanadischen und russischen Wurzeln, zu bewundern. Die Exponate umfassen sowohl Kunstwerke aus dem Bereich der Malerei als auch Skulpturen, Collagen, Fotografie und Film. Dabei steht Konkret-Gegenständliches neben Abstraktem, traditionelle Sujets neben „Modernem“.

Idee und Umsetzung des innovativen Projektes sind in etwa drei Wochen entstanden. Die Gruppe von Kreativen, angeführt vom Organisations-Team um Klaus-Peter Frank, Stephan Mundi, Christine Otsver, Eckhard Rocholl und Stefan Schweihofer, hat sich spontan zusammengefunden, um die Ausstellung auf die Beine zu stellen, eben schnell und locker „hizubatzln“. Dabei wurde vor allem Wert auf eine gewisse Leichtigkeit gelegt, die Ausstellung will keinesfalls „bierernst“ verstanden werden.

Das spiegelt sich nicht allein in der Vielfalt der Exponate, sondern auch in deren Präsentation. So sind viele der Bilder an längs im Raum installierten Metallbauzäunen angebracht. Das hat neben der Budgetierung des Projektes noch einen weiteren Grund, erklären die fünf Organisatoren: Es ist zugleich eine Metapher für eine Kunst, die sich angesichts der gesellschaftlichen Situation im Umbau befindet, die neue Wege finden muss. Mit ihrer Durchsichtigkeit bieten die Zäune als Präsentationsmedium zugleich wiederum Transparenz: Bei der Betrachtung eines Werkes fällt der Blick des Betrachters unweigerlich auf andere, dahinter oder daneben liegende Objekte, die gleichsam einbezogen sind in die Wahrnehmung.

Durch die visuelle Offenheit werden zudem soziale Kontakte möglich, die Dialog und Diskussion über die (erlebte) Kunst fördern. Die Besucher können untereinander und mit anwesenden Künstlern ins Gespräch kommen und gemeinsame Vorlieben entdecken. Der individuelle Platz jedes einzelnen Künstlers wird zudem durch ein witziges Detail verdeutlicht: Vor der jeweiligen Ausstellungsfläche steht ein Paar seiner Schuhe, teils mit zusätzlicher kreativer „Bearbeitung“. Um die Ausstellung zu ermöglichen, hat jeder von ihnen 200 Euro beigesteuert.

„Wir wollen Kunst näher an die Menschen bringen, das ist der Gedanke hinter unserem Projekt“, erklären die Organisatoren das Anliegen. Besonders in Corona-Zeiten sei das wichtig. Jeder habe das Talent, Schönheit zu erkennen und zu schätzen. Doch die digitale Betrachtung eines Bildes oder anderen Kunstobjektes auf einem Computerbildschirm könne niemals die konkrete Erfahrung beim Betrachten und Erleben von Kunstwerken ersetzen, sind sie und ihre Mitstreiter sicher. „Nur konkret kann man die Energie und Präsenz eines Bildes oder Kunstobjektes erleben“, ist Otsver überzeugt, die selbst einige ihrer Fotokunstwerke beigesteuert hat. Dementsprechend wichtig ist ihr der Austausch über das Erlebnis jedes einzelnen Besuchers, denn jedem gefällt eine andere Richtung. Dieses konkrete Erlebnis von Kunst wollen die Macher auch Kindern nahebringen. Sie bieten Workshops an, in denen jüngere Besucher ihre Kreativität erfahren können, etwa beim Malen mit Fingerfarben, einem Mosaik-Workshop oder dem Gestalten von Halloween- und Weihnachtskarten.

Die Ausstellung ist bis Dienstag, 27. Oktober, täglich, von 14 bis 19 Uhr, geöffnet. Der Eintritt ist frei. Weitere Infos sind unter www.hibatzld.de zu finden. ger

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