Mehrere Varianten vorgeschlagen

Gemeinderat entscheidet: Diese Pläne gibt es für den Mangfallsteg in Gmund

Der marode Mangfallsteg nahe dem Tegernsee in Gmund soll abgerissen und durch eine neue Brücke ersetzt werden.
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Der marode Mangfallsteg nahe dem Tegernsee in Gmund soll abgerissen und durch eine neue Brücke ersetzt werden.

Gmund – Der marode Mangfallsteg nahe dem Tegernsee in Gmund soll bis zum Jahresende neu gebaut werden. Der Gemeinderat will eine filigrane Holzbauweise.

Nachdem der Holzsteg über die Mangfall in Gmund geprüft worden war, musste er Anfang April gesperrt werden. Bei der routinemäßigen Kontrolle waren gravierende Fäulnisschäden an den Pfeilern im Bereich der Wasserwechselzone festgestellt worden. Weil dadurch die Standsicherheit nicht mehr gegeben war, blieb der Gemeinde keine andere Wahl, als die Brücke zu sperren. Nun hat der Gemeinderat entschieden, dass möglichst schnell ein neuer Steg gebaut werden soll.

In der jüngsten Sitzung, die aufgrund der Corona-Abstandsregeln wieder im Neureuthersaal stattfand, hielt Planer Sepp Schreder vom gleichnamigen Ingenieurbüro in Rosenheim eine Sanierung des Stegs aus wirtschaftlicher Sicht für nicht sinnvoll. Stattdessen lautete sein Vorschlag: In gleicher Bauweise nach heutigen Standards erneuern.

Das heißt, die 56 Meter lange Brücke könnte in ihrer jetzigen Form als filigraner Holzbau in Lärche errichtet werden. Um Begegnungsverkehr zu ermöglichen, soll der Steg statt bisher 1,50 Meter künftig 2,50 Meter breit sein. Wie der Planer weiter aufzeigte, müsste das jetzige 99 Zentimeter hohe Brückengeländer aus baurechtlichen Gründen in Zukunft eine Höhe von mindestens 1,30 Meter aufweisen.

Die größte Herausforderung bei dem Bauvorhaben sei der schwierige, aus Seeton bestehende Untergrund, zeigte Schreder weiter auf, der statt Holz­pfählen als Alternative Rammpfähle aus Stahl ins Gespräch brachte. Allerdings verändere sich damit die Optik des Bauwerks, gab der Planer zu bedenken.

Erstmals errichtet wurde der Mangfallsteg 1954. Bereits zwölf Jahre später und dann nochmals 1987 gab es umfassende Sanierungen, 2005 wurde der Belag erneuert. Die Brücke hat Erkennungswert und gilt als Wahrzeichen von Gmund. Nach eingehender Diskussion im Ratsgremium fiel letztendlich die Entscheidung für eine reine Holzkonstruktion.

Die geschätzten Baukosten inklusive Abbruch des alten Stegs liegen zwischen 250.000 und 350.000 Euro. Hinzu kommen etwa 20.000 Euro für das Baugrundgutachten sowie weitere 70.000 Euro für Planung und Statik. Trotz Corona-Krise hält die Gemeinde Gmund den Neubau für machbar. Das ambitionierte Ziel: Bis Ende des Jahres soll der neue Steg errichtet sein.

„Wir müssen schauen, dass wir vorankommen und hoffen auf ein Förderprogramm“, erklärte Josef Harraßer vom Bauamt auf Nachfrage. Schließlich sei der Steg touristisch wichtig und für Gmund prägend. rei

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