Gemeinderat fasst Grundsatzbeschluss

Kontroverse Diskussion über Parkgebühren in Gmund

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Auch auf dem Viehhallen- beziehungsweise Volksfestplatz in Gmund soll das Parken künftig etwas kosten.

Gmund - Nach einer kontroversen Diskussion hat der Gemeinderat einen Grundsatzbeschluss gefasst. Für mehrere Parkplätze wird fortan eine Gebühr verlangt.

Kostenlos in der am Nordufer des Tegernsees gelegenen Kommune parken – damit wird es bald vorbei sein. In seiner September-Sitzung stimmte der Gmunder Gemeinderat nach kontroverser Diskussion mehrheitlich dafür, weitere öffentliche Parkplätze zu bewirtschaften. Dem Grundsatzbeschluss soll ein Konzept zu Parkzeiten und -gebühren folgen.

Das Thema war deshalb nachträglich als Tagesordnungspunkt aufgenommen worden, weil der anstehende Förderantrag bezüglich der geplanten Stellplätze am Bahnhalt Moosrain eine Grundsatzentscheidung in puncto Park­raumbewirtschaftung erforderlich machte. In der ausführlichen Debatte ging es darum, ob künftig für den Viehhallenplatz, den Bahnhof Gmund, die Bahnhaltepunkte Moosrain und Finsterwald sowie die Mangfallstraße Parkgebühren erhoben werden sollen.

„Wir haben enormen Besucherdruck“, hob Gmunds Bürgermeister Alfons Besel hervor und sprach sich für ein schlüssiges Gesamtkonzept aus. In anderen Kommunen würden Parkplätze bereits bewirtschaftet, berichtete er und machte deutlich, dass im Tegernseer Tal eine einheitliche Regelung erstrebenswert wäre.

In Gmund sind bisher nur Wander- und Badeparkplätze gebührenpflichtig – jedoch nicht innerorts. Das soll sich nun ändern. Gut vorstellen könnte Besel sich ein elektronisches Parkleitsystem – und zwar bereits am Münchner Berg. „Damit würde der innerörtliche Suchverkehr schon mal wegfallen.“ Ein weiterer Punkt sei deren Unterhalt. „Was wir da in den Hochzeiten an Müll wegfahren, geht auf keine Kuhhaut“, sagte Besel.

Warum immer alles etwas kosten müsse, wollte Christine Zierer (FWG) wissen und stand mit ihrer Meinung, dass Gmund auch weiterhin über einen großen Platz verfügen sollte, der gebührenfrei ist, nicht alleine da. Barbara von Miller (SPD) meinte, es sei nicht einzusehen, warum Bürger Parkgebühren zahlen sollten, wenn sie mal schnell zum Einkaufen gingen. „Wir müssen es nicht immer so machen, wie die anderen“, fand Franz von Preysing (CSU) und plädierte dafür, den Viehhallenplatz gebührenfrei zu lassen.

Michael Huber (SPD) war zwar grundsätzlich für eine Parkraumbewirtschaftung, brachte aber zugleich die Gesamtsituation Verkehr aufs Tapet: „Es ist für die Radfahrer nichts da und beim ÖPNV ist noch viel Luft nach oben.“ Deshalb seien parallele Schritte notwendig. Einige davon wurden bereits am Sitzungsabend unternommen und zwar dahingehend, dass die Gemeinderäte beschlossen, ein Radverkehrskonzept peu á peu umzusetzen. „Wir müssen im Personennahverkehr was anbieten“, war auch Josef Stecher (FWG) der Meinung. Außerdem plädierte er für ein Parkkonzept, lehnte jedoch ein Parkleitsystem kategorisch ab. Vize-Bürgermeister Georg Rabl (FWG) ging mit dem Beschlussvorschlag konform, dass die Verwaltung ein Konzept erarbeiten solle: „Da gehören alle Parkplätze, sämtliche Zahlen und Kosten mit rein.“

CSU-Ratsmitglied von Preysing stellte schließlich den Antrag, über die Parkplätze gesondert abzustimmen. Das Ergebnis: Für die Parkplätze am Bahnhof sowie an den Haltepunkten Moosrain und Finsterwald beschloss das Gremium einmütig, künftig Gebühren zu erheben. Die Bewirtschaftung des Viehhallenplatzes fand eine knappe Mehrheit von 10:7 Stimmen. Kostenpflichtig werden laut 12:5-Mehrheit auch die Parkplätze an der Mangfallstraße. rei

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