Resolution des Gemeinderats

Gmund fordert Planungsstopp beim Hochwasserausgleich

Die Mangfall soll nicht zum Betonkanal werden.
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Die Mangfall soll nicht zum Betonkanal werden.

Gmund – Das Thema Hochwasserschutz sorgt für angespannte Stimmung am Tegernsee.

Auf die Kritik und Vorwürfe aus Rottach-Egern (wir haben berichtet) reagierte der Gemeinderat Gmund in seiner jüngsten Sitzung und brachte mit 19:1 Stimmen eine unmissverständliche Resolution auf den Weg.
Die Planung des Wasserwirtschaftsamtes Rosenheim, wonach auf einer Länge von 600 Metern eine 4,50 mal 2,30 Meter starke Druckleitung einen halben Meter unter der Mangfallsohle verlegt werden soll, gefällt Gmunds Bürgermeister Alfons Besel überhaupt nicht. „Die Mangfall würde zum Betonkanal, das Ortsbild wäre zerstört“, führte Besel vor Augen. Außerdem sei es nicht nachvollziehbar, gerade in der jetzigen wirtschaftlichen Situation Millionen von Euro buchstäblich den Bach runtergehen zu lassen. Besel bat die Gemeinderäte, die Resolution zu beschließen. Diese erfolge schließlich im gemeinsamen Interesse eines wirksamen und verträglichen Hochwasserschutzes fürs gesamte Tegernseer Tal und alle Mangfall-Anlieger. 

Nach ausführlicher Debatte, bei der vor allem die Massivität der geplanten Baumaßnahme aufs Tapet gebracht wurde, verabschiedete das Gremium mit einer Gegenstimme die Resolution. In dieser fordert Gmund, die derzeitigen Planungen zum Hochwasserausgleich am Tegernsee einzustellen. Dazu heißt es: „Der jetzt geplante Eingriff ist mit unkalkulierbaren ökologischen Folgen verbunden. Er stellt einen irreparablen Eingriff in das sensible Ökosystem am Tegernsee und der Mangfall dar. Das Orts- und Landschaftsbild am Nordufer wird mit dem geplanten Einlaufbauwerk massiv in Mitleidenschaft gezogen. Die unter Schutz stehende Naturoase am Ausfluss des Sees in die Mangfall wird zerstört. Zudem lässt der massive Eingriff in die Mangfall negative Auswirkungen auf Grundwasserverhältnisse, Uferbereiche und Mangfallsohle befürchten.“ 

Gmund fordert außerdem das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim auf, „verträgliche Planungsalternativen“ zu erarbeiten. Künftige Planungen sollten den Tegernsee als Natursee respektieren, das Ökosystem Tegernsee und Mangfall unbeeinträchtigt lassen und die Mangfall in ihrer prägenden Eigenart bewahren. Im Zusammenspiel unterschiedlicher kleiner Maßnahmen könne ein wirksamer Hochwasserschutz für alle Gewässeranlieger entstehen.
Ferner fordert Gmund die Gemeinde Rottach-Egern auf, „Hochwasserschutzmaßnahmen vor Ort in Angriff zu nehmen“. Um zügig einen ausreichenden Hochwasserschutz zu erreichen, „sind lokale Hochwasserschutzmaßnahmen unumgänglich“, steht in der Resolution geschrieben und weiter: „Den Hochwasserschutz auf viele Schultern zu verteilen, ermöglicht es, gezielt zu schützen und die Eingriffe auf ein für alle erträgliches Maß zu reduzieren.“ Letztendlich wurde festgehalten, dass im gesamten Einzugsgebiet des Tegernsees weitere Retentionsflächen zu prüfen sind.     rei

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