Neue Bande geknüpft

Was die Realschule und die Papierfabrik in Gmund verbindet

IHK-Bildungspakt Realschule Tegernseer Tal Papierfabrik Louisenthal
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Beim Unterzeichnen der IHK-Bildungspartnerschaft: (v.l.) Schulleiter Tobias Schreiner, Geschäftsführer Alfred Kraxenberger und Wolfgang Janhsen, Leiter der IHK-Geschäftsstelle Rosenheim.

Gmund – Die Realschule Tegernseer Tal und die Papierfabrik Louisenthal haben eine IHK-Bildungspartnerschaft vereinbart. Es ist die dieser Art im Landkreis Miesbach.

Theorie und Praxis Hand in Hand? Dieses (Erfolgs-)Modell praktizieren seit Jahren die Realschule Tegernseer Tal und die Papierfabrik Louisen­thal. Deshalb haben sich beide Partner entschlossen, ihre Zusammenarbeit zu intensivieren: Im Rahmen eines Festaktes unterzeichneten Schulleiter Tobias Schreiner und Geschäftsführer Alfred Kraxenberger jüngst eine Bildungspartnerschaft unter Schirmherrschaft der Industrie- und Handelskammer (IHK).

Es ist der erste Bildungspakt dieser Art im Landkreis Miesbach. Die Bildungspartnerschaften haben eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Schule und Wirtschaftsunternehmen bei der Berufsorientierung der Schüler zum Ziel. Durch die Vernetzung soll ein erfolgreicher Einstieg ins Berufsleben unterstützt werden. Corona-bedingt konnte die Veranstaltung, die eigentlich schon für März angesetzt war, nur im kleinsten Kreis zum Schulbeginn stattfinden. „Wichtig ist aber nicht ein schöner Rahmen, sondern der Inhalt dieser Partnerschaft “, betonte Schreiner in seiner Begrüßung. Mit der Papierfabrik Louisenthal habe man einen wirkmächtigen Partner zur Seite: den zweitgrößten Arbeitgeber in der Region mit 200-jähriger Unternehmensgeschichte. „Es ist uns Ehre und Verpflichtung, diese Partnerschaft qualitativ weiterzuentwickeln“, sagte Tobias Schreiner.

„Die Ausbildung ist ein wesentlicher Baustein in unserem Wirtschaftssystem“, erklärte Wolfgang Janhsen, Leiter der IHK-Geschäftsstelle Rosenheim. Das gelte sowohl für den persönlichen Weg der jungen Menschen als auch für die Unternehmen: „Das sind Investitionen in unsere Zukunft.“ Schließlich stellten die Schüler die nächste Generation von Fachkräften, manche auch die Führungskräfte von morgen. Umso mehr freute sich Janhsen über das Zustandekommen des Bildungsvertrages.

Dem pflichtete der Geschäftsführer der Papierfabrik, Alfred Kraxenberger, bei. „Wir sind stolz darauf, ausbilden zu dürfen“, betonte er. Derzeit bilde sein Unternehmen 32 junge Leute aus. Zugleich verriet Kraxenberger auch das Erfolgskonzept: Mit einem Mix aus Know-how und Technologie sei man für die Zukunft gut gerüstet: „Wir sind ein Hightech-Betrieb und in einigen Bereichen Weltmarktführer.“ Wichtig sei vor allem Innovationskraft als treibender Motor: Nachhaltigkeit und Digitalisierung seien etwa Herausforderungen, die immer mehr an Bedeutung gewinnen: „Das kann man nur mit den richtigen Leuten bewältigen.“ Mit der Realschule Tegernseer Tal habe man einen guten Partner: Sie ist Referenzschule für Medienbildung und Mint-Schule.

„Mit der Verzahnung von Schule und Wirtschaft, die hier vertraglich fixiert wird, schaffen wir ein zusätzliches Netz für unsere Kinder“, unterstrich Ministerialbeauftragter Wilhelm Kürzeder vom Staatsministerium. Josef Bierschneider wünschte dem Kooperationspakt als Vertreter des Landrats „viel Erfolg, erfolgreiche Begegnungen und viele gute Impulse“. Und Gmunds Bürgermeister Alfons Besel gab seiner Freude darüber Ausdruck, dass der Vertrag in Gmund, der Wahlheimat Ludwig Erhards – des Vaters der sozialen Marktwirtschaft, zustande kommt: „Ihre Werte werden damit auch hier weiter gelebt und bewahrt.“ Sie seien von großer Bedeutung für den Zusammenhalt einer demokratischen Gesellschaft, machte Besel deutlich. Er dankte Kraxenberger und Schreiner, dass sie solch ein ambitioniertes Projekt wagten: „Wenn Unternehmergeist auf einen Rektor vom Format eines Tobias Schreiner trifft, kann das nur eine gute Sache werden.“

Abschließend präsentierten Caroline Scheyerl, Ausbildungsleiterin der Papierfabrik, und Tobias Stangl, Koordinator für berufliche Bildung an der Realschule Tegernseer Tal, die einzelnen Module des Projekts. Sie umfassen Praktika und Schnuppertage sowie Erfahrungsberichte und Informationsabende, aber auch den Einsatz der Schulband bei Festen der Papierfabrik Louisenthal. Auch Rückmeldungen aus der Wirtschaft sind vorgesehen. ger

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