Gemeinderat verabschiedet Haushalt

Gmund greift in die Rücklagen und nimmt neuen Kredit auf

Neubau des Mangfallstegs in Gmund
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Der Neubau des Mangfallstegs ist mit rund einer halben Million Euro einer der größten Posten im Gmunder Haushalt.
  • VonDaniela Skodacek
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Gmund - Noch beurteilt die Gemeinde Gmund ihre Finanzlage als gut. Doch Corona wirkt sich aus. Und für die Investitionen sind neue Schulden nötig.

„Die Finanzlage der Gemeinde Gmund kann immer noch als gut eingestuft werden“, resümierte Kämmerer Georg Dorn im Gemeinderat, als es jüngst um den Haushalt 2021 samt Finanzplanung ging. Bis 2024 werden allerdings die Schulden deutlich wachsen und die Rücklagen gehörig schrumpfen. Das bereitet bislang nur wenigen Räten Bauchschmerzen.

Trotz der Corona-Krise haben die Gemeinden ihre Investitionen in der aktuellen Haushaltsplanung nicht wesentlich kürzen müssen, berichtete Kämmerer Dorn von diversen Umfrageergebnissen aus der Republik – und das trotz eines deutlichen Rückgangs der Steuereinnahmen. Die Einnahmen der Gemeinde Gmund durch die Gewerbesteuer waren 2020 sogar noch relativ gut, bestätigt Dorn. Hier konnte im Vergleich zum Ansatz ein Plus in Höhe von 780.000 Euro verbucht werden. Zusätzlich kamen 550.000 Euro durch die Kompensation der Gewerbesteuerausfälle durch Bund und Freistaat in die Gemeindekasse.

Im zweiten Pandemie-Jahr muss jedoch auch Gmund, wie prognostiziert, mit einem Einbruch von 20 bis 25 Prozent bei den Gewerbesteuereinnahmen rechnen und kommt hier voraussichtlich nur noch auf 4,1 Millionen Euro (Vorjahr: 5,5 Millionen Euro). Die Differenz von 1,4 Millionen sei ein empfindliches Minus auf der Rechnung und zeige auf, wie dringend finanzielle Hilfen benötigt werden. Auch im Folgejahr seien deutliche Steuerausfälle zu erwarten. Seitens der kommunalen Spitzenverbände werde deshalb auch vehement ein kommunaler Rettungsschirm von Bund und Ländern für die Jahre 2021 und 2022 gefordert. „So ein Rettungsschirm würde auch uns gut tun“, sagte Georg Dorn, der gleichfalls ein Plus von fünf Prozent bei der Einkommensteuerbeteiligung veranschlagen konnte. In Zahlen ausgedrückt, liegt diese voraussichtlich bei rund 4,8 Millionen Euro.

Der aktuelle Haushalt hat demnach ein Gesamtvolumen von rund 19,2 Millionen Euro. Im Vergleich zu 2020 sind dies rund 1,5 Millionen weniger. Der Verwaltungshaushalt umfasst rund 15,4 Millionen Euro (Vorjahr: 15,6 Millionen), der Vermögenshaushalt 3,7 Millionen Euro (Vorjahr: 5 Millionen). Die größten Posten auf der Ausgabeseite der Gemeinde sind wie gewöhnlich die Kreisumlage mit 4,9 Millionen Euro, die Personalkosten mit 4,6 Millionen und die Gewerbesteuerumlage mit 410.000 Euro.

Im investiven Bereich schlagen zahlreiche Projekte mit rund 2,6 Millionen Euro zu Buche, die trotz der prognostizierten Einbußen in diesem und den nächsten Jahren realisiert werden können – finanziert teilweise auch mittels Haushaltsresten aus 2020. Darunter die Baumaßnahmen im Pius Kindergarten, die Erweiterung der Kinderkrippe, der Neubau des Mangfallstegs, die Neugestaltung der Freiflächen entlang der B307 (Tegernseer Straße), eine Lichtsignalanlage in Finsterwald, Querungshilfen an der Ringstraße und am Buchbergweg sowie der fortlaufende Breitbandausbau. Die Zuweisungen und Zuschüsse für die diversen Investitionen belaufen sich auf rund 2 Millionen Euro.

Dennoch muss die Gemeinde etwas tiefer in ihre allgemeinen Rücklagen greifen. Frei verfügbar sind in diesem Haushaltsjahr etwas mehr als 1 Million Euro aus der Reserve. Die Schulden klettern bis zum Jahresende von anfänglich knapp 6,8 Millionen auf 8,2 Millionen Euro, inklusive eines neuen Kredits in Höhe von 500.000 Euro. Das entspricht schließlich einer Pro-Kopf-Verschuldung der Gmunder Bürger von 1.345 Euro (Landesdurchschnitt: 744 Euro).

Bei der Finanzplanung für die kommenden Jahre bis Ende 2024 sieht Kämmerer Dorn Kosten in Höhe von knapp 7,4 Millionen Euro auf die Gemeinde Gmund zukommen. Zudem werden die Rücklagen auf schätzungsweise unter 500.000 Euro schmelzen, die Schulden dafür auf rund 9,2 Millionen Euro ansteigen. Eine Aussicht, die Michael Huber (Grüne) Bauchschmerzen bereitet: „Wir haben dann einfach nicht mehr so viele Spielräume“, fürchtet er und appellierte, laufend darüber nachzudenken, wo sich Geld einsparen lässt, um noch gestalten und nicht bloß verwalten zu können. Bürgermeister Alfons Besel pflichtete Huber bei: „Da müssen wir ein Auge drauf haben.“ Einhellig stimmte der Gemeinderat schließlich dem Haushaltsentwurf 2021 zu.

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