Bauhof: „So schlimm war’s noch nie“

Müll und Vandalismus am Ufer des Tegernsee

Die Uferanlage am Tegernsee bei Seeglas in Gmund ist besonders nach Badetagen stark verschmutzt.
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Die Uferanlage am Tegernsee bei Seeglas in Gmund ist besonders nach Badetagen stark verschmutzt.

Gmund – Zunehmend Müll und Vandalismus finden am Ufer des Tegernsees statt. Der Gemeinde Gmund setzt das arg zu, denn deren Bauhof darf den "Saustall" aufräumen.

Es sind Berge von Müll, die nach einem schönen Badetag am stark frequentierten Tegernsee zurückbleiben. In Gmund ist die Situation besonders entlang der Uferanlage bei Seeglas problematisch. Gerade der Bereich zwischen Strandbad und Pavillon hat sich in den vergangenen Wochen immer mehr zum Hotspot in Sachen Unrat, aber auch Vandalismus entwickelt.

„Dieser Zustand ist weder für unsere Bauhofmitarbeiter noch für die Bevölkerung zumutbar“, macht Gmunds Vize-Bürgermeister Herbert Kozemko deutlich. Die Müllmenge breche alle bisherigen Rekorde. Tagtäglich seien die Arbeiter des gemeindlichen Bauhofs damit beschäftigt, „anderen Leuten den Dreck hinterher zu räumen“, berichtet Kozemko verärgert. Besonders zu schaffen mache derzeit eine Gruppe Jugendlicher, die regelmäßig Partys feiere und jede Menge Abfall herumliegen lasse.

„Wir bemühen uns um verstärkte Polizeipräsenz“, informiert Kozemko. Ein Alkoholverbot während der Nachtstunden zu verhängen, wie jüngst in Bad Wiessee geschehen – darüber wolle man nicht ohne Gemeinderatsbeschluss entscheiden. „Das Thema soll in einer der nächsten Sitzungen behandelt werden“, kündigt Gmunds Zweiter Bürgermeister schon mal an.

Was den täglich einzusammelnden Müll angeht, so besteht dieser längst nicht nur aus Pizzaschachteln, Pappbechern, Zigarettenkippen oder leeren Pfandflaschen. Auch sperrige Gegenstände, Bekleidungsstücke, benutzte Masken, Einmalhandschuhe und sogar Damenbinden reihen sich ins ekelerregende, möglicherweise auch gesundheitsgefährdende Sammelsurium ein. Bestenfalls wandern dergleichen Hinterlassenschaften in die öffentlichen Müllbehälter, vermehrt werden sie aber achtlos auf den Grünflächen am See verteilt. Nicht selten stößt der Aufräumtrupp auch auf zerbrochene Glasflaschen oder menschliche Exkremente. Hinzu kommen zerstörte Himmelsliegen und angezündete Mülleimer.

Die Mitarbeiter des Gmunder Bauhofs dürfen den „Saustall“ am Ufer des Tegernsees immer wieder aufräumen.

„Momentan kotzt es uns ganz schön an. So schlimm war es noch nie“, schallt es aus dem Gmunder Bauhof. Kozemko hat vollstes Verständnis für die Arbeiter, denen das Müllproblem gewaltig stinkt. Er lässt nichts unversucht, Unvernünftigen in puncto Umwelt- und Sozialverhalten ins Gewissen zu reden, sie wachzurütteln und zu sensibilisieren. „Ich appelliere an einen verantwortungsbewussten und rücksichtsvollen Umgang mit Natur, Mensch und Tier.“

Obwohl im Gmunder Gemeindebereich über 40 Hundestationen installiert sind, lassen Hundebesitzer ihre Fellnasen auch während der Vegetations- und Nutzzeit auf privaten Wiesen und Weiden ihr Geschäft verrichten. Bekanntlich kann Hundekot Parasiten enthalten, von denen gesundheitliche Gefahren für Nutztiere wie Rinder, andere Hunde und nicht zuletzt für Menschen ausgehen können. Ein trauriges Beispiel gibt die kleine Tessa, die unter einer chronischen Bronchitis leidet. Die schwere Erkrankung hat sich das einjährige Murnau-Werdenfelser Rind nachweislich durch den Verzehr von hundekot-verunreinigtem Futter zugezogen.

Viehzüchter Hans Peter, der seine Tiere auf den Weiden von Gut Kaltenbrunn grasen lässt, appelliert an die Hundebesitzer, ihre Vierbeiner von Ende März bis Ende Oktober von den Feldern fernzuhalten. „Hundekot mit parasitären Erregern kann zu schwersten Vergiftungserscheinungen, ja sogar bis zum Tode führen“, macht Peter deutlich. Auf seinen regelmäßigen Kontrollgängen findet der Waakirchner Viehzüchter nicht nur Hundehaufen, sondern auch jede Menge Hausmüll. „Unbegreiflich“, meint Hans Peter dazu kopfschüttelnd. rei

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