122 Absolventen verabschiedet

Trotz Corona: Gmunder Realschüler erhalten Abschlusszeugnisse

Die Beste ihres Jahrgangs: Sophie Höchstetter (r.) hat die Abschlussnote 1,0 erreicht. Zum Stolz ihrer Klassenleiterin Irene Mitterer und des Direktors Tobias Schreiner.
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Die Beste ihres Jahrgangs: Sophie Höchstetter (r.) hat die Abschlussnote 1,0 erreicht. Zum Stolz ihrer Klassenleiterin Irene Mitterer und des Direktors Tobias Schreiner.

Gmund – Nicht einmal, sondern gleich viermal hat die Realschule Tegernseer Tal ihre 122 Absolventen zum Abschluss gefeiert. Alles nur wegen Corona.

Bis zuletzt mussten die Absolventen der Realschule Tegernseer Tal zittern: Weil, wie Schulleiter Tobias Schreiner einleitend erklärte, Ausnahmegenehmigungen für Veranstaltungen immer nur auf Grundlage der zum Zeitpunkt der Veranstaltung gültigen Regeln erteilt werden können, war lange unklar, ob die Zeugnisvergabe gefeiert werden darf. Einen Tag zuvor dann die Erlösung: Die Genehmigung durch das örtliche Gesundheitsamt ratterte aus dem Fax. Die Vorbereitungen waren nicht umsonst.

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„Uns war schnell klar, dass der Abschlussball unter den momentanen Bedingungen nicht stattfinden kann“, sagte der Direktor. „Umso wichtiger war es uns daher, für die 122 Absolventen, die in dieser schwierigen Zeit so hart für ihre Abschlüsse gearbeitet haben, für die Schulabschlussfeier einen würdigen Rahmen zu setzen mit Livemusik, Ansprachen und einer schönen Zeugnisübergabe.“ Dafür hat sich die Schule einiges einfallen lassen: Viermal hintereinander – vom Morgen bis in die frühen Abendstunden – dauerten die Feierlichkeiten in der mit Blumen dekorierten Aula. Die Jugendlichen saßen rechts und links von ihren Eltern flankiert mit ausreichend Abstand, Band und Solisten waren breit über die Bühne verteilt, Rosen, Zeugnismappen, Geschenke und Jahresberichte standen für die kontaktlose Übergabe bereit.

Bei all dem Aufwand überraschte es nicht, dass Konrektor Stephan Wörle bei seinen einleitenden Worten sich zunächst beim örtlichen Gesundheitsamt für die Unterstützung beim Erstellen des Hygienekonzepts bedankte. Danach war aber alles fast wie immer – vielleicht ein bisschen familiärer, weil der Rahmen kleiner war, aber deshalb nicht weniger feierlich. Für die musikalische Begleitung sorgten neben der Schulband vor allem die Absolventen selbst.

Beste im Wirtschaftszweig mit der Abschlussnote 1,17: Leonie Bachleitner (l.) und Theresa Berghammer mit Schulleiter Tobias Schreiner.

Andrea Haberle, Rita Haimerl, Katrin Buchner und Sabine Schlosser überbrachten Glückwünsche des Elternbeirats. Viel Lob und Dank für die Lehrkräfte war zu hören, aber besonders auch für die Eltern, die die Jugendlichen in den schwierigen Wochen und Monaten vor der Prüfung begleiteten. Die Vorsitzende des Elternbeirats Rita Haimerl erinnerte daran, dass die Leistungen der Jugendlichen nicht nur in Worten und Zahlen im Zeugnis messbar seien. Mindestens genauso wichtig sei das Engagement in der Gruppe, das Erleben von Gemeinschaft, die Übernahme von Aufgaben und das gemeinsame Bewältigen auch schwierigerer Situationen gewesen.

Schülersprecherin Monika Berghammer wünschte sich, dass die Freundschaften aus der Schulzeit halten mögen, und zeigte sich überzeugt, dass die guten Erinnerungen an die Schulzeit in Gmund die Absolventen ein Leben lang begleiten werden. Und sie mahnte: „Jeder von uns is guad, so wie er is. Lossts eich niemois wos anderes einred’n!“

In seiner Ansprache blickte Schulleiter Tobias Schreiner auf die schwierigen Prüfungsvorbereitungen zurück. Auch er dankte den Eltern für die Begleitung der Jugendlichen in dieser Zeit und lobte die Lehrkräfte für ihr außergewöhnliches Engagement beim Unterricht auf Distanz. Umso mehr nötige es ihm Respekt ab, wie die Jugendlichen es immer wieder geschafft hätten, sich zum Lernen zu Hause zu motivieren. Mit alten Klassenfotos erinnerte er an all die schönen Projekte und Aktivitäten, Fahrten und Erlebnisse aus den sechs Jahren der Realschulzeit und erinnerte abschließend daran, dass niemand eine Krise allein bewältigen könne: „Weida geht’s oiwei nur miteinand.“

Als Höhepunkt durfte sich jeder Absolvent zur Zeugnisübergabe auf der Bühne feiern lassen. Für die Besten in jeder Fächergruppe gab es Geschenke. Schon zum zweiten Mal in Folge durfte sich die Schule über eine Absolventin mit der Bestnote 1,0 freuen: Sophie Höchstetter aus der Klasse 10D hat es geschafft, in allen Fächern die Note 1 zu erreichen. Außerdem hervorragend abgeschnitten haben:

Mathematisch-naturwissenschaftlicher Zweig

  • Tobias Dietlmeier
  • Jonathan Voggenreiter
  • Valentin Haberle

Wirtschaftlicher Zweig

  • Leonie Bachleiter
  • Theresa Berghammer
  • Laura Hauser
  • Florentina Kaffl

Fremdsprachlicher Zweig

  • Sophie Höchstetter
  • Liv Turnwald
  • Maria Schweiger
  • Paula Speier

Gestaltender Zweig (Werken)

  • Lukas Mair
  • Luca Kapale
  • Julian Karge
  • Franz Mayr.

Nach der Zeugnisübergabe wurden die Absolventen mit ihren Eltern von der schuleigenen Tanzlmusi im Pausenhof empfangen und konnten dort noch einen Moment verweilen, den Tag genießen und sich voneinander verabschieden. ksl

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