Mit breitem Kreuz und Humor

Sechs ehemalige Mitglieder des Gemeinderats in Gmund feierlich verabschiedet

Abschied aus dem Gemeinderat mit Bürgermeister Alfons Besel (3.v.r.)
+
Abschied aus dem Gemeinderat: Bürgermeister Alfons Besel (3.v.r.) dankte (v.l.) Peter Heerklotz, Florian Hagn, Martina Eck, Helga Wagner, Josef Eibach und Johann Haslauer für deren Engagement.

Gmund – Die ehemaligen Gemeinderäte Josef Eibach, Florian Hagn, Helga Wagner, Peter Heerklotz, Martina Eck und Johann Haslauer wurden nun in Gmund verabschiedet.

Die Gemeinde Gmund hat nun endlich die Gemeinderäte der vergangenen Legislaturperiode feierlich verabschieden können. Die Corona-Pandemie hatte dies bisher verhindert. Die sechs Ratsmitglieder sind für ihr kommunalpolitisches Engagement mit Urkunden und dem Bayerischen Löwen geehrt worden. Bürgermeister Alfons Besel hat auch das stets gute und sachliche Miteinander gelobt, durch das kommunalpolitisch viel erreicht werden konnte.

Mit der Kommunalwahl im März zogen nicht nur sechs neue Gemeinderäte ins Gmunder Lokalparlament ein, es haben sich auch ebenso viele aus dem Gremium verabschiedet. Dass Martina Eck, Josef Eibach, Florian Hagn, Johann Haslauer, Peter Heerklotz und Helga Wagner nicht bereits schon zeitnah im März für ihr langjähriges, ehrenamtliches Engagement gedankt werden konnte, war der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Ausgangsbeschränkungen sowie Abstands- und Hygieneregelungen geschuldet. Umso feierlicher und fröhlicher fiel die Entlassungsfeier aus, die die Gemeinde kürzlich durchführte.

Wie Bürgermeister Alfons Besel bei der Begrüßung der ehemaligen wie aktuellen Gemeinderäte und deren Partner, von Altbürgermeister Georg von Preysing und Mitgliedern der Verwaltung betonte, freut sich die Gemeinde, jetzt endlich anständig „Pfia‘ God“ sagen und danken zu können für etliche Jahre des Engagierens, Debattierens und Anpackens.

Im Namen der Bürger würdigte Besel, dass den Gemeinderäten das allgemeine Wohl der Gemeinde das oberste Ziel gewesen sei und persönliche Interessen stets hintangestellt wurden. „Die Kommunalpolitik ist eine intensive Form der Politik und ein wichtiger Baustein des kommunalen Selbstverwirklichungsrechts für die Ortsgemeinschaft“, betonte er. Die Entscheidungen des Gemeinderats und wo dessen Prioritäten liegen, beträfen alle Bürger direkt und unmittelbar.

Im Gegensatz zu Bundes- oder Landespolitik würden die Gemeinderäte selbst auch unmittelbar und direkt mit den Folgen ihres Handelns konfrontiert – nicht selten in einer öffentlichen Diskussion. „In Kommunalpolitiker werden stets hohe Erwartungen gesetzt. Sie sehen sich aber auch oft Kritik ausgesetzt. Man braucht als Kommunalpolitiker ein breites Kreuz und eine Portion Humor“, erklärte der Bürgermeister. Das Amt als Gemeinderat sei eine emotionale Herausforderung und obendrein zeitintensiv, weil man sich in ein breites Themenspektrum einarbeiten müsse.

Besel dankte den scheidenden Gemeinderäten, dass sie sich seitenweise durch Sitzungsprotokolle und Vorbereitungen gearbeitet haben. „Aber seht euch Gmund an! Es hat sich gelohnt. Gmund hat sich hervorragend entwickelt“, rief Besel freudig und mit Blick auf die ausgewiesene Familienfreundlichkeit der Gemeinde, ihrer Rolle als Bildungsstandort und auch auf das Schmuckkasterl, zu der die Tegernseer Straße gediehen sei. „Wir haben immer gut zusammengearbeitet: sachlich und fair, offen und ehrlich. Und wir haben viel damit erreicht“, sagte Besel. Die politische Heimat habe dabei nie eine Rolle gespielt, weil alle das eine Ziel hätten: Das Beste erreichen für Gmund.

Mit einem herzlichen „Vergelt’s Gott“ und unter Applaus überreichte der Bürgermeister jeweils eine Urkunde und den Bayerischen Löwen in Form einer weiß-blauen Statuette des Wappentiers aus der Sandizeller Porzellanmanufaktur von Peter Werner.

Dem kommunalpolitischen Urgestein Josef Eibach dankte Bürgermeister Besel für 24 Jahre Engagement: „Du hast besonnen, mit Humor, aber immer klar und deutlich deine Meinung vertreten.“ Eibach gehörte dem Gemeinderat von 1996 bis 2020 an. Dabei war er Mitglied im Verwaltungs- und Finanzausschuss sowie Verbandsrat beim Zweckverband zur Abwasserbeseitigung.

Florian Hagn habe „drei Bürgermeister zsammgarbat“, meinte Besel mit einem Augenzwinkern, und war 20 Jahre mit einer kleinen Pause Elternzeit im Gemeinderat vertreten. Er war Sprecher der beiden Feuerwehren sowie Mitglied im Verwaltungs- und Finanzausschuss. Sichtlich bewegt nahm Hagn seine Urkunde entgegen und bedankte sich seinerseits: „Die Arbeit hat mich narrisch g’freut, auch wenn es nicht immer leicht war, von der Arbeit dahoam wegzukommen.“ Für ihn sei es stets spannend gewesen, wie sich eine Entscheidung zusammengesetzt habe. „Egal ob unter Bürgermeister Peter Zellermaier, Georg von Preysing oder Alfons Besel: Jeder hat seine eigene Meinung vertreten. Aber dabei sind wir nie ernsthaft ins Hackeln gekommen. Das zeichnet uns als Gemeinderat aus“, sagte Florian Hagn stolz.

Die Grünen-Politikerin Helga Wagner sei zwölf Jahre eine beständige Mahnerin in Sachen Ortsplanung gewesen, sagte Besel. Über ihre Tätigkeit als Mitglied im Ortsplanungsausschuss hinaus, wirkte sie außerdem als Sprachrohr der Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal. Für ihr rühriges Engagement sprach Besel ihr seinen herzlichen Dank aus.

Auch Peter Heerklotz war zwölf Jahre Mitglied des Gemeinderats, hatte den Sport im Fokus und war immer eine wertvolle Stütze, wenn es um technische Fragen ging. Heerklotz brachte sich nicht nur im kleinen Bauausschuss zum Neu- und Umbau der Grundschule ein, er war auch Mitglied im Ortsplanungsausschuss und Zweckverbandsrat.

Martina Eck hat sich die vergangenen sechs Jahre nicht zuletzt als Mitglied im Ausschuss für Kultur und Tourismus wie im Finanzausschuss für den Tourismus, die Belange der Vermieter und der Landwirtschaft eingesetzt. „Sie bleibt der Kommunalpolitik weiterhin als Kreisrätin treu und kann die Gmunder Belange jetzt von einer höheren Warte aus vertreten“, freute sich Besel.

Der Bürgermeister dankte auch Johann Haslauer für sein sechsjähriges Engagement. Bei dem ehemaligen Feuerwehrkommandanten, der Mitglied im Finanzausschuss und Verbandsrat war, seien auch die Feuerwehrbelange gut aufgehoben gewesen. Sein Interesse an der Kommunalpolitik stelle Haslauer weiterhin durch die regelmäßigen Besuche der Gemeinderatssitzungen unter Beweis. Besel wünschte allen scheidenden Gemeinderäten alles Gute für das kommunalpolitische Rentnerdasein, bevor er Georg Rabl für seine langjährige und wertvolle Arbeit als Zweiter Bürgermeister dankte.

Anschließend feierten die Kommunalpolitiker nicht nur die erfolgreich abgeschlossenen Projekte der vergangenen Gemeinderatsperiode, sondern diskutierten in gewohnt sachlich-freundschaftlicher Manier auch die anstehenden Projekte, die sie zum großen Teil initiiert und auf den Weg gebracht haben. ksl

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Coronavirus im Landkreis Miesbach: Scharfe Kritik an neuem Lockdown
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Scharfe Kritik an neuem Lockdown
Fahrzeugsegnung bei der Feuerwehr Wörnsmühl
Fahrzeugsegnung bei der Feuerwehr Wörnsmühl
Mit vielen Ideen und Erfahrung! Standortförderin Koppa will „Dinge in die Hand nehmen und umsetzen“
Mit vielen Ideen und Erfahrung! Standortförderin Koppa will „Dinge in die Hand nehmen und umsetzen“
Musikschule Schlierach-Leitzachtal hofft auf größere Unterstützung der Gemeinden
Musikschule Schlierach-Leitzachtal hofft auf größere Unterstützung der Gemeinden

Kommentare