Baudenkmal oder nicht?

Unsichere Zukunft für den Hof „Beim Elgraser“ in Gmund

Das traditionsreiche Anwesen „Beim Elgraser“ im Gmunder Ortsteil Gasse
+
Das traditionsreiche Anwesen „Beim Elgraser“ im Gmunder Ortsteil Gasse wurde verkauft.

Gmund - Was passiert mit dem Elgraser Hof in Gmund an der Gasse? Die Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal ist besorgt.

Er könnte vieles erzählen, der ehemalige Hof „Beim Elgraser“ in Gmund. Bekanntlich ist das Anwesen – es soll aus dem 18. Jahrhundert stammen – unlängst verkauft worden. Die Rede ist, dass eine namhafte deutsche Industriellen-Familie das traditionsreiche Gebäude erworben hat. Weil der Hof zu den prägendsten Bauwerken im Ortsteil Gasse gehört, sorgt sich die Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal (SGT) um dessen Zukunft.

„Das ungewöhnliche zweite in Holzblockweise gebaute Obergeschoss deutet auf den beginnenden Fremdenverkehr hin, der den Landwirten ein zweites Standbein ermöglichte“, zitierte die SGT zuletzt Klaus Kratzsch, den ehemaligen Hauptdenkmalrat am Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege (BLfD). Auch wenn der Hof nicht – oder noch nicht – in der Liste der schutzwürdigen Gebäude aufgeführt ist, stellt er für Kratzsch und die Schutzgemeinschaft ein Baudenkmal dar. „Städtebaulich ist er prägend für die Gasse“, ließ Kratzsch gegenüber dem Gelben Blatt verlauten.

SGT-Vorsitzende Angela Brogsitter-Finck unterstrich, dass der alte historisch bedeutende Elgraser-Hof „zu unserem wertvollen kulturellen Erbe zählt“. Baulicherseits dürfe hier solange nichts geschehen, bis das BLfD seine Bewertung abgegeben habe. „Das letzte Wort hat München“, machte Brogsitter-Finck deutlich.

Wie es nun um die Zukunft des Elgraser-Hofs bestellt ist und welche Rolle der Denkmalschutz spielt, darüber lässt sich derzeit noch nichts Konkretes berichten. Bei der Pressestelle des Landratsamtes Miesbach im Juni hinsichtlich eines Besichtigungstermins, etwaiger Umbaupläne des Hofes beziehungsweise zur aktuellen Einschätzung in Sachen Baudenkmal nachgefragt, lautete die Antwort: „Es handelt sich nach Ansicht von unserer UDB (Untere Denkmalschutzbehörde, Anm.d.Red.) nicht um ein Baudenkmal. Kleinere Umbaumaßnahmen und Renovierungsarbeiten sind dem Landratsamt bekannt. Die UDB trifft sich unter anderem in dieser Angelegenheit noch in diesem Monat vor Ort mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege und wird den Sachverhalt bewerten.“

Das Referat für Kommunikation der Münchner Behörde teilte indes auf Anfrage mit: „Im Moment ist eine Besichtigung nicht möglich, daher können Erkenntnisse zur Denkmaleigenschaft derzeit nicht abschließend geäußert werden.“ Auf diese Meldung hin beim Landratsamt Miesbach (Pressestelle) nachgehakt, wann denn nun ein gemeinsames Treffen der UDB mit dem BLfD in genannter Sache geplant sei, erfolgte die Nachricht: „Das BLfD teilte uns inzwischen mit, dass es in diesem Fall nach Aktenlage entscheiden wird. Bis wann diese Entscheidung getroffen wird, entzieht sich der Kenntnis des Landratsamtes.“ rei

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Praxis zur Aussicht – Naturheilkunde & Osteopathie Magdalena Schulz
Miesbach
Praxis zur Aussicht – Naturheilkunde & Osteopathie Magdalena Schulz
Praxis zur Aussicht – Naturheilkunde & Osteopathie Magdalena Schulz
An der Raststätte Holzkirchen-Süd: Mann (73) verliert Kontrolle über Auto
Miesbach
An der Raststätte Holzkirchen-Süd: Mann (73) verliert Kontrolle über Auto
An der Raststätte Holzkirchen-Süd: Mann (73) verliert Kontrolle über Auto
Auf geht´s zum Miesbacher Biergarten
Miesbach
Auf geht´s zum Miesbacher Biergarten
Auf geht´s zum Miesbacher Biergarten
Corona im Landkreis Miesbach: Bayern will Kinder ab 12 Jahren impfen
Miesbach
Corona im Landkreis Miesbach: Bayern will Kinder ab 12 Jahren impfen
Corona im Landkreis Miesbach: Bayern will Kinder ab 12 Jahren impfen

Kommentare